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Formel 1
Vettel macht Verstappen nach Crash keine Vorwürfe

Sebastian Vettel macht Max Verstappen nach Crash keine Vorwürfe
Sebastian Vettel und Max verstappen teilten sich bei der Fahrerparade vor dem Rennen ein Auto. Im Rennen war der Kontakt ähnlich intensiv. FOTO: afp, wt
Montréal. Sebastian Vettel hat im Titelkampf viel Vorsprung auf Lewis Hamilton eingebüßt. Der Heppenheimer musste mit Platz vier in Kanada dennoch irgendwie zufrieden sein.

Sebastian Vettel sah geschafft aus. Die Haare zerzaust, nippte er mit müden Augen an seiner Milch, bevor er die kräftezehrende Aufholjagd von Montréal erklärte. "Wenn du nach fünf, sechs Runden Letzter bist, dann ist am Ende alles ein Gewinn", sagte der Ferrari-Star. Eigentlich wollte der viermalige Formel-1-Weltmeister mit einem Sieg in Kanada im heißen Titelkampf weiter enteilen, stattdessen büßte er als Vierter Vorsprung auf Sieger Lewis Hamilton ein.

Ferrari bemerkt Schaden zu spät

"Wir hätten ein besseres Ergebnis herausfahren können. Für die Umstände war es okay, aber ganz sicher nicht zufriedenstellend", sagte der Heppenheimer. Grund für das Verpassen der Podestplätze war ein Crash mit Red-Bull-Pilot Max Verstappen, der dem Heppenheimer gleich in der ersten Runde über den Frontflügel fuhr. Die Scuderia bemerkte den Schaden zu spät, verpasste so einen Boxenstopp in der Safety-Car-Phase.

"Ein bisschen blöd" nannte Vettel den Fauxpas, der ihn ans Ende des Feldes zurückwarf und wichtige Punkte kostete. Verstappen machte er jedoch keine Vorwürfe ("Das war ganz sicher keine Absicht"). Vettel war mit 25 Zählern Vorsprung auf Vizeweltmeister Hamilton zum Großen Preis nach Kanada gereist, nach dem siebten von 20 Saisonläufen schmolz das Polster auf nur noch zwölf zusammen.

Dass es nicht noch kleiner wurde, lag an Vettels teils halsbrecherischer Aufholjagd, bei der er nach eigener Aussage "volles Risiko" ging und mit spektakulären Aktionen Platz um Platz gutmachte. "Bei manchen Manövern wollte ich meine Augen schließen. Ich habe voll angegriffen", sagte Vettel. Kurz vor Schluss kam der Hesse jedoch nicht schnell genug durchs Feld und musste sich dem Mercedes-Duo Hamilton und Valtteri Bottas (Finnland) sowie Daniel Ricciardo (Australien/Red Bull) geschlagen geben.

"Vom Speed her wäre Platz drei dringewesen. Ich wäre gerne noch auf das Podium gefahren", sagte Vettel. Eine Runde habe am Ende gefehlt, um Ricciardo abzufangen. Während Mercedes den ersten Doppelsieg der Saison feierte, war Vettel erstmals nicht bei der Siegerehrung dabei. Nach drei Siegen und drei zweiten Plätzen war es - wenn auch von ihm unverschuldet - sein bislang schlechtestes Resultat.

Vettel lobt sein Auto und Mercedes

Erstmals hatte Vettel in diesem Jahr nichts mit dem Kampf um den Sieg zu tun. "Ich habe gar nicht gefragt, wo Lewis ist. Das war egal, ich war ja Letzter", meinte er und lobte seinen Boliden nach dem Kraftakt: "Ich wusste, dass wir zurückkommen können, weil unser Auto sehr schnell ist." Allerdings musste er auch die Silberpfeile loben: "Mercedes hatte ein sehr starkes Rennen, sie waren unantastbar."

Hamilton habe Vettel indes nicht vermisst, sagte der Brite nach seinem 56. Grand-Prix-Sieg. "Wir haben Ferrari einen Schlag versetzt. Wir haben die maximale Punktzahl geholt", sagte Hamilton und ergänzte: "Mir wäre lieber gewesen, Sebastian wäre Fünfter geworden oder noch weiter hinten gelandet."

(sid)
 
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