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Formel 1 in Malaysia
Vettel rast vom letzten Platz auf Platz vier vor

Fotos: Vettel fährt bei Wehrlein auf dem "Gepäckträger" mit
Fotos: Vettel fährt bei Wehrlein auf dem "Gepäckträger" mit FOTO: ap, VT
Sepang. Sebastian Vettel hat beim Großen Preis von Malaysia durch eine furiose Aufholjagd Schadensbegrenzung betrieben. Vettel, dessen Ferrari im Qualifying gestreikt hatte, fuhr im Rennen vom letzten Platz noch auf Platz vier vor.

Den Sieg auf der Rennstrecke in Sepang sicherte sich Max Verstappen (Red Bull) vor Lewis Hamilton (Mercedes), der seine WM-Führung vor Vettel auf 34 Punkte ausbaute. Dritter wurde Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo. "Das Auto hat sich gut angefühlt. Ich habe gesehen, dass Lewis Probleme mit der Traktion hat. Ein unglaublicher Sieg", sagte Verstappen. Hamilton war keineswegs unzufrieden: "Wir haben so ein Ergebnis hier gebraucht. Ich habe weiter ein gutes Gefühl. Das Rennen war sehr hart."

Renault-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich) und der Worndorfer Pascal Wehrlein im Sauber verpassten die Punkteränge deutlich.

Nach Vettels Quali-Desaster am Vortag, als er wegen Motorproblemen keine gezeitete Runde absolvieren konnte, betrieb der Heppenheimer immerhin Schadensbegrenzung. Er und sein Team nutzten die Gelegenheit, um am Dienstwagen des Hessen noch vor dem Start einen fünften Turbo einzusetzen. Die Strafversetzung von 20 Plätzen blieb ohne Auswirkung, da er ohnehin schon am Ende stand.

Großer Preis von Malaysia: das Rennen FOTO: afp

"Am Ende ging uns ein bisschen die Luft aus. Es war Schadensbegrenzung", sagte Vettel am RTL-Mikrofon: "Ich habe gepusht, um Daniel einzuholen. Am Schluss wurden die Bremsen ein bisschen heiß, da habe ich Abstand genommen. Der Speed war da, um das Rennen zu gewinnen. Insgesamt müssen wir mit dem vierten Platz zufrieden sein."

Vor dem Rennen am kommenden Sonntag in Suzuka hat der viermalige Champion 247 Punkte, der dreimalige Weltmeister Hamilton ist mit 281 Zählern souverän vorn. Valtteri Bottas (222 Punkte) ist im zweiten Mercedes weiter Dritter.

Diesmal streikt Räikkönens Ferrari

Für Vettels Ferrari-Team setzte sich noch vor dem Start am Sonntag das schwarze Wochenende fort. Wegen eines Motorenproblems musste der Dienstwagen des Qualifikations-Zweiten Kimi Räikkönen kurz vor dem Start des 15. Saisonrennens in die Garage zurück geschoben werden. Die Mechaniker versuchten innerhalb weniger Minuten, ein Problem mit dem Turbo an Räikkönens Ferrari zu beheben - ohne Erfolg. Der 37-Jährige konnte nicht einmal aus der Boxengasse starten. Es war sein dritter Ausfall in diesem Jahr.

So hatte Hamilton wenig Mühe, nach seiner 70. Pole Position Platz eins nach dem Start zum letzten Malaysia-Rennen nach 18 Jahren zu verteidigen. Ihm folgten Verstappen, der stark gestartete Bottas im zweiten Mercedes und Ricciardo.

Vettel ließ sich bei seiner Aufholjagd wenig Zeit. Innerhalb der ersten Runde schoss er von Position 20 auf 13 vor. In der Folgezeit holte er einen Platz nach dem anderen auf. Hamilton hatte sich gegen die starken Red Bulls zu erwehren. In der vierten Runde ging Verstappen an dem Briten vorbei, sieben Durchgänge später schnappte sich Ricciardo auch Bottas im zweiten Silberpfeil und schob sich auf Rang drei.

Vettel arbeitete sich indes durchs Feld weiter nach vorn. Der Mercedes-Kommandostand warnte Hamilton daher schon frühzeitig, dass sein Titelrivale noch zur Gefahr werden könnte. Nach fast der Hälfte der 56 Runden hing Vettel als Fünfter am Heck von Bottas.

Vettel kollidiert in der Auslaufrunde mit Stroll

Dann begann das große Reifelwechseln: Hamilton kam als erster an die Box und blieb vor Bottas und Vettel. Dann folgte der Deutsche, eine Runde später kam der Finne an die Garage, musste sich aber hinter dem viertplatzierten Vettel einordnen. Der Heppenheimer hatte den Vorteil, im Vergleich zu den Konkurrenten mit den schnelleren Supersoft-Reifen unterwegs zu sein.

Und Vettel kämpfte weiter, arbeitete sich an Ricciardo auf Rang drei. Doch dann bauten Vettels Reifen ab. Der Deutsche verzichtete wenige Runden vor dem Ende auf weitere Angriffe. Die Schlusspointe dann in der Auslaufrunde: Nach einer Kollision mit Lance Stroll im Williams nach der Zieldurchfahrt musste er seinen Wagen mit zerstörter Hinterradaufhängung abstellen. Landsmann Wehrlein nahm ihn auf seinem Wagen mit ins Ziel.

(areh/dpa)
 
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