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Großer Preis von Österreich
Rosberg will attackieren, Vettel scharrt mit den Hufen

Porträt: Vettel – der viermalige Formel-1-Weltmeister
Porträt: Vettel – der viermalige Formel-1-Weltmeister FOTO: dpa, pst jai nic
Spielberg. Auf den ersten Blick steht auch der Große Preis von Österreich ganz im Zeichen des Mercedes-Duells zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Doch die Verfolger um Sebastian Vettel wittern ihre Chance - in der Steiermark ist eine Überraschung möglich.

Gut gelaunt und zuversichtlich, so präsentierte sich Nico Rosberg am Donnerstag in der malerischen Steiermark. Bloß kein Gedanke an eine weitere Niederlage, bloß keine Zweifel vor dem richtungweisenden Duell mit seinem Mercedes-Rivalen Lewis Hamilton. "Jetzt heißt es volle Attacke", sagte der 29-Jährige mit Blick auf den Großen Preis von Österreich (Sonntag, 14.00 Uhr/Live-Ticker): "Für mich zählt es jetzt. Ich fühle mich gut, habe letztes Jahr hier gewonnen - das sollte ein tolles Wochenende werden."

Doch hinter dem Mercedes-Duo lauern die Verfolger um Sebastian Vettel aussichtsreich auf ihre eigene Chance in Spielberg. Nur auf den ersten Blick steht auch der achte Saisonlauf ganz im Zeichen des WM-Kampfes der Silberpfeile. Im Klassement könnte Weltmeister Hamilton (151 Punkte) seinen deutschen Rivalen (134) weiter distanzieren, der Rückstand von Ferrari-Pilot Vettel (108) könnte aussichtslose Dimensionen annehmen. Doch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff mahnt vor seinem Heimrennen vor zu viel Gelassenheit.

"Es wäre einfach, sich zurückzulehnen und zu denken, dass wir alles unter Kontrolle haben", sagt der Österreicher: "Aber in der Realität ist das nie der Fall." Sogar Hamiltons souveräner Sieg vor Rosberg beim vergangenen Rennen in Kanada habe gezeigt, "dass wir von unseren Gegnern noch viel zu erwarten haben - obwohl sich dies nicht im Ergebnis widerspiegelte. Auch wir müssen nachlegen, es ist noch lange nicht vorbei."

Was klingt wie pflichtbewusstes Understatement des Spitzenteams, könnte in Österreich tatsächlich eine Grundlage haben. "Das ist eine Rennstrecke, die viel Abtrieb braucht, und das ist nicht unsere allergrößte Stärke", sagt Wolff, "aber es hat keinen Sinn, sich darüber zu beklagen."

Schon im vergangenen Jahr war der Ring im Murtal die einzige Strecke, auf der kein Mercedes die Pole Position eroberte, Williams sicherte sich die komplette erste Startreihe. Der englische Traditionsrennstall geht dank des starken Mercedes-Motors und sehr guter Aerodynamik-Werte auch in diesem Jahr mit einem aussichtsreichen Paket an den Start.

Noch gefährlicher scheint aber Ferrari. Die Scuderia mit Vettel und Kimi Räikkönen hofft auf die Wirkung eines Motoren-Updates für mehr PS und auf den ausdauernden Umgang der roten Renner mit der weichen Reifenmischung. "Auf einer Strecke wie in Österreich, wo man einen hohen Vollgas-Anteil hat, hilft das Update natürlich", sagt Vettel über die Weiterentwicklung des Antriebs, die schon beim vergangenen Rennen in Kanada angewendet worden war - dort aber aufgrund des unglücklichen Qualifyings verpuffte: "Wenn alles normal läuft, dann sollten wir besonders am Samstag näher dran sein."

Ferrari und Williams legen ihr Hauptaugenmerk also auf das Qualifying, auf dem Berg- und Talkurs in der Steiermark ist das Überholen schwierig. Das Zeittraining könnte somit vorentscheidenden Charakter haben. Hier will auch Rosberg endlich wieder zu alter Stärke zurückfinden. Noch im vergangenen Jahr entschied er das Duell um die Pole Position mit Hamilton klar für sich (11:7), in dieser Saison setzte sich mit einer Ausnahme immer Hamilton durch. "Die Pole ist wichtiger denn je", sagt Rosberg daher. In Österreich geht es schon am Samstag ums Ganze.

Im freien Training hatte Vettel trotz technischer Probleme zunächst die Nase vorn. Mit seiner Zeit von 1:09,600 Minuten landete er hauchdünn vor Rosberg (+0,011 Sekunden) im Mercedes und Räikkönen (+0,260), während Hamilton (+0,537) nach einigen ungewohnten Fahrfehlern nicht über Rang fünf hinaus kam.

Richtig freuen konnte sich Vettel über seine Bestzeit allerdings nicht. Gerade einmal drei volle Runden brachte der Hesse am Freitagmorgen zusammen, ehe er imAuslauf der ersten Kurve aus seinem Wagen steigen musste. Am Nachmittag kamen Getriebeprobleme hinzu und er musste das Training erneut früher als geplant beenden.

(sid)
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