| 18.32 Uhr

Vettel von morgen
Verstappen weckt Begehrlichkeiten

Rangliste: Die jüngsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten
Rangliste: Die jüngsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten FOTO: dpa, ss ks
Ein 18-Jähriger ist das heißeste Handelsobjekt der Königsklasse, die Personalie Max Verstappen zeigt vor allem eines: Das Ringen um die Weltmeister von morgen hat längst begonnen.

Seit gerade einmal sieben Monaten darf Max Verstappen ein Auto im Straßenverkehr bewegen, doch in der Königsklasse des Motorsports gehört er schon jetzt zu den begehrtesten Piloten. Vor wenigen Tagen hievte Red Bull den 18-Jährigen beinahe über Nacht in sein Top-Team, die Nachricht sorgte für viele Diskussionen, die Entscheidung kam überraschend - für den Getränkekonzern war es aber wohl nur der Auftakt im Ringen um das Ausnahmetalent.

"Max ist eines der wertvollsten Objekte in der Formel 1", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner: "Und mit dieser Entscheidung haben wir den Fahrermarkt erst mal abgetötet, zumindest was Red Bull angeht."

Der Sohn des früheren Grand-Prix-Piloten Jos Verstappen steht seit einer ganzen Weile auf der Liste der Topteams, vor allem Mercedes, Ferrari und Red Bull schauen sich die potenziellen Weltmeister von morgen schon jetzt ganz genau an.

"Es ist klar, dass Max eine große Zukunft in der Formel 1 hat", sagte Mercedes-Sportchef Toto Wolff zuletzt: "Es wäre dumm, ihn nicht zu berücksichtigen, wenn sich die Möglichkeit ergibt." Momentan sei ein Wechsel freilich kein Thema - das untermauerte Red Bull nun auch mit der Beförderung seines Kronprinzen.

Für schlaflose Nächte dürfte dies bei Mercedes indes nicht sorgen. Der deutsche Rookie Pascal Wehrlein ist langfristig an die Schwaben gebunden, auch der 21-Jährige ist ein künftiger Titelkandidat, schon jetzt wird er beim kleinen Manor-Team auf große Aufgaben vorbereitet. In einigen Jahren könnte er mit Verstappen um die WM kämpfen.

Für den niederländischen Teenager beorderte Red Bull derweil den jungen Russen Daniil Kwjat (22) zurück ins kleine Schwesterteam Toro Rosso. Diese Maßnahme wirkte hart, wie eine Abstrafung Kwjats, der sich in den Wochen zuvor durch Crashs mit Sebastian Vettel einen wenig schmeichelhaften Ruf als "Formel-1-Rambo" erworben hatte.

Doch alle Beteiligten versichern, dass diese Zwischenfälle nicht der Auslöser für den Cockpittausch gewesen seien. "Es geht um viel mehr als um einen Sonntagnachmittag", sagte Horner, denn es geht um die Zukunft eines der vielversprechendsten Talente im Motorsport: "Max bringt unheimlich viel mit. Er ist ein großartiger Rennfahrer, und er hat schon jetzt einen reifen Kopf auf jungen Schultern."

Red Bull will in Zukunft zurück zu alter Stärke finden, vier WM-Titel mit Sebastian Vettel (2010 bis 2013) sollen nicht der letzte große Leistungsnachweis in der Formel 1 gewesen sein. Nach der Generation Vettel, Hamilton und Rosberg werden die Karten bei den Topteams neu gemischt - und Red Bull behält mit Verstappen einen Trumpf in der Hand.

(sid)
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