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Michael Schumacher panorama ap 2010
  Foto: AP, AP
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Formel 1: Silberner Schumacher sieht rot

zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 - 13:20

Valencia (RPO). Nach drei silbernen Testtagen sieht Michael Schumacher rot - und mit ihm der Rest der Formel 1. Denn während sein neuer Mercedes bis auf ein kleines Hydraulikleck am letzten Tag zwar weitgehend problemlos, aber noch zu langsam seine Runden drehte, beeindruckte sein früheres Ferrari-Team mit Felipe Massa und Fernando Alonso mit Zuverlässigkeit und Bestzeiten.

"Sie sind sehr stark. Es ist schön, zu sehen, dass sie wieder dabei sind", lobte Schumacher die Scuderia, um sich dann aber gleich seinem Silberpfeil zuzuwenden. Den sieht er freilich noch nicht als Siegerauto. Bei der Weiterentwicklung des ersten "Übergangsautos", wie Teamchef Ross Brawn die in Valencia gefahrene Version bezeichnete, erhofft sich das "Superhirn" viel Unterstützung vom zurückgekehrten Rekordweltmeister. "Dafür bin ich ja hier. Und dass ich Ross so gut kenne und weiß, wie er arbeitet, macht das alles sehr einfach", meinte Schumacher.

An seinem ersten kompletten Testtag am Mittwoch ließ Schumacher zunächst nur Kleinigkeiten ändern. So orderte er beispielsweise für die harte Cockpitwand eine Schaumstoffpolsterung, um Vibrationen am Helm einzudämmen. Erste strukturelle Änderungen am Auto werden bis zum zweiten Test ab dem kommenden Mittwoch in Jerez umgesetzt.

"Neues Auto" zum Saisonstart

Bis zum Saisonstart am 14. März in Bahrain erwartet Brawn durch zahlreiche Änderungen und ein großes Aerodynamik-Paket dann quasi noch einmal ein komplett neues Auto für Schumacher und Nico Rosberg sowie den neuen Testfahrer Nick Heidfeld. Die Verpflichtung des Mönchengladbachers gaben die Stuttgarter am Dienstag bekannt.

Schumacher maß den Zeiten von Valencia jedenfalls noch keine große Bedeutung bei. "Unser Fokus war es, so viele Runden wie möglich zu absolvieren und zu sehen, wie zuverlässig das Auto ist. Um Rundenzeiten ging es dabei eher noch nicht", erklärte der 41 Jahre alte Routinier, der auch auf die Zeit setzt, "die wir noch zur Verfügung haben", und auf das, "was ich hoffe, was noch kommen wird".

"Es ist eine lange Saison"

In Schumachers Titelrechnung sind zu Saisonbeginn auch noch keine Siege eingeplant, sondern "gute Punkte" und vielleicht Podiumsplätze. "Es ist eine lange Saison", meinte der siebenmalige Champion. Im Laufe des Jahres will er so konkurrenzfähig sein, "um Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft kämpfen zu können".

Erst bei den Rennen will Schumacher dann auch auf die Konkurrenten schauen. Dass er in Valencia am "Tag der Weltmeister" mit Titelverteidiger Jenson Button und dem zweimaligen Champion Alonso auf der Strecke war, interessierte ihn da kaum. "Außerdem ist es auch nicht wichtig, was jemand in der Vergangenheit erreicht hat, sondern was er in der Zukunft erreichen wird", erklärte er.

Alonso stapelt tief

Daher wollte auch Alonso der Bestzeit an seinem ersten Tag im Ferrari keine große Bedeutung beimessen. "Ich glaube nicht, dass man schon sagen kann, dass wir die klaren Favoriten sind", sagte der Spanier, der in der Heimat von seinen Fans gefeiert wurde: "Vielleicht lag es nur an unterschiedlichen Benzinmengen, dass wir vorne waren. Vielleicht ist es wirklich wahr, dass wir stark sind", erklärte Alonso, der sich bei Ferrari sehr wohl fühlt und den verlorenen Sohn Schumacher vergessen machen will.

Sein erster Eindruck sei gut gewesen, meinte Alonso. Das sei aber auch im letzten Jahr bei Renault der Fall gewesen: "Und dann kamen wir oft nicht einmal in die letzte Runde im Qualifying."

Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug unterdessen ist es nicht überraschend, dass Ferrari so stark auftritt. "Das ist die Norm. In den letzten Jahren war Rot gegen Silber das klassische Duell, im letzten Jahr waren sie mal nicht so stark. Aber dass sie es können, ist keine Neuigkeit", sagte Haug, der die Roten "ganz klar auf der Rechnung" hat: "Wie auch McLaren, wie auch Red Bull, die noch nicht gefahren sind, und auch den einen oder anderen Überraschungsgegner."

Red Bull mit Vize-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) hat auf die ersten Tests freiwillig verzichtet, um neun Tage länger an der Aerodynamik feilen zu können. Der neue "Bulle" wird am kommenden Mittwoch bei den Testfahrten in Jerez präsentiert.

Quelle: SID/can

 
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