DTM statt Formel 1?: Spekulationen um Heidfeld-Wechsel zu BMW
zuletzt aktualisiert: 03.08.2011 - 18:12Düsseldorf (RPO). In der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft bahnt sich möglicherweise der nächste spektakuläre Wechsel an. Nick Heidfeld, der bei Renault in der Formel-1-WM vor einer ungewissen Zukunft steht, soll auf der Fahrerliste von BMW für das DTM-Comeback 2012 ganz oben stehen. Heidfeld hat immer noch gute Kontakte zu BMW, schließlich ist er für die Münchner mehrere Jahre in der Formel 1 gefahren.
BMW wollte die Gerüchte um Heidfeld weder bestätigen noch dementieren. "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen", sagte BMW-Pressesprecher Jörg Kottmeier am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Sollte Heidfeld tatsächlich in der DTM an den Start gehen, wäre er neben den Mercedes-Stars Ralf Schumacher und David Coulthard der dritte ehemalige Formel-1-Pilot in der Tourenwagenserie. Bislang hat BMW erst zwei von sechs Fahrern für die DTM fest verpflichtet.
Bei Renaults Formel-1-Team scheint Heidfeld nicht mehr erste Wahl zu sein. Sollte der verletzte Pole Robert Kubica zurückkehren, wäre wohl kein Platz mehr für den 34-Jährigen. Denn Stammpilot Witali Petrow (Russland) besitzt bei den Franzosen einen Vertrag für ein weiteres Jahr.
Für Heidfeld steht zunächst die Formel 1 "ganz klar im Vordergrund". Die DTM sei im Moment nicht auf seiner Prioritätenliste, sagte der 34-Jährige im Interview des Internetportals "motorsport-total.com". Alternativen in der Formel 1 hat Heidfeld offenbar nicht, die besten Cockpits sind besetzt. Also muss er sich auf Renault konzentrieren. "Ich muss einen guten Job machen, um eine Möglichkeit zu haben, im Team zu bleiben", sagt Heidfeld. Wenn aber wie zuletzt in Ungarn sein Auto in Flammen aufgeht, kann er seine Situation sicher nicht verbessern.
Neben seiner eigenen Leistung hängt vieles von Kubicas Genesung ab. Der Pole hatte letztes Jahr einen schweren Unfall im Rallye-Auto. Zwischenzeitlich drohte sogar die Amputation seiner Hand. Doch Kubica steckte nicht auf und betonte stets, dass er 2012 wieder in der Formel 1 fahren wolle. "Nach allem, was ich weiß, hat Witali einen festen Vertrag für nächstes Jahr, also kommt es auf Robert an", sagt Heidfeld. Und was ist, wenn sich die Hoffnungen auf einen Stammplatz bei Renault zerschlagen? "Dann werde ich schauen, dass ich woanders einen Platz bekomme", sagt Heidfeld. Dann vielleicht doch in der DTM bei BMW.
Drastische Gehaltseinbußen müsste der Familienvater wahrscheinlich nicht hinnehmen. In der Formel 1 soll der Rheinländer mit Wohnsitz in der Schweiz bei Renault geschätzte 1,5 Millionen Euro verdienen. Für viel weniger fahren Ralf Schumacher und Coulthard in der DTM auch nicht. Und in der DTM hätte er mehr Zeit für seine drei Kinder Juni, Joda und Justus. "Die würden sich freuen, wenn ich mehr zu Hause bin", sagt Heidfeld, der zurzeit die Sommerpause mit seiner Familie genießt. Das nächste Formel-1-Rennen findet erst am 28. August im belgischen Spa statt.
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