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Formel 1
Alonso-Vertreter Vandoorne ist ein Mann für die Zukunft

Stoffel Vandoorne: Vertreter von Fernando Alonso ist ein Mann für die Zukunft
FOTO: ap
Bahrain. Nach dem Startverbot für Fernando Alonso in Bahrain gibt der junge Belgier Stoffel Vandoorne sein Formel-1-Debüt. Der amtierende GP2-Champion wird mit Vorschusslorbeeren überhäuft.

Das Warten hatte Stoffel Vandoorne ohnehin längst satt. "Es wäre gut, wenn Belgien wieder einen Formel-1-Fahrer hätte. Es ist eine Weile her seit Jacky Ickx", erklärte der 24 Jahre alte Ersatzfahrer von McLaren-Honda im Februar und machte aus seinen Ambitionen keinen Hehl.

Die Realität holte ihn dann aber doch schneller ein als gedacht. "Mache mich auf den Weg nach Bahrain. Ein bisschen früher als erwartet, aber ich freue mich sehr", twitterte Vandoorne am Donnerstag - wenige Minuten, nachdem das Startverbot für Stammfahrer Fernando Alonso perfekt war.

Das Pech des zweimaligen Weltmeisters, der bei seinem Horrorcrash vor zwei Wochen in Australien Rippenbrüche und eine Lungenverletzung erlitt, wurde zum Türöffner für den amtierenden Meister der "Formel-1-Nachwuchsschmiede" GP2.

"Er ist gut genug für die Formel 1"

Am Freitag stieg er in Bahrain erstmals in dem Wissen ins Auto, nicht nur ein paar Trainingsrunden zu drehen, sondern auch das Rennen am Sonntag (17 Uhr/Live-Ticker) zu fahren. Nach einigen Verbremsern im ersten freien Training fand er im zweiten Abschnitt seinen Rhythmus und stellte den McLaren auf Rang elf.

Alonso übersteht Horror-Crash in Australien FOTO: dpa, ss bjw

"Ich denke, Stoffel hat es gut gemacht. Der Start in die Formel 1 ist nicht einfach. Da gibt es viel zu lernen", sagte McLaren-Renndirektor Eric Boullier.

Dass Vandoorne das Zeug für die Motorsport-Königsklasse hat, stand für viele Experten ohnehin außer Frage. "Er war schon immer intelligent, aber zu dieser Intelligenz kommt nun auch noch eine gewisse Weisheit dazu, die bei einer so jungen Person sehr ungewöhnlich ist", sagte McLaren-Mitbesitzer Ron Dennis.

Der Weg des Talents in die Formel 1 sei "sehr gründlich ausgearbeitet" worden. Allerdings mit dem Ziel, dass er "2017 bereit sein wird", wie Dennis anmerkte.

Die Gerüchteküche nahm nach dieser Aussage zuletzt Fahrt auf. Ende 2016 läuft nämlich der Vertrag von Ex-Weltmeister Jenson Button aus. Und die Spekulationen um Alonsos Rücktritt sind trotz eines Kontrakts bis Ende 2017 aufgrund des anhaltenden sportlichen Misserfolgs und des nun schon zweiten schweren Crash binnen eines Jahres ohnehin ein Dauerthema in der Formel 1.

Nach Meinung von Renault-Pilot Kevin Magnussen, der in der Vorsaison noch den Posten des Ersatzfahrers bei McLaren innehatte, muss sich Vandoorne keineswegs verstecken. "Er ist gut genug, um in der Formel 1 zu fahren, also bin ich sicher, dass er ein gutes Rennen haben wird", sagte der Däne, der trotz seiner Ausbootung nicht im Groll auf McLaren zurückblickt: "Ich weiß, dass Stoffel es verdient."

(sid)
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