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Formel 1
Traum vom Rennen bleibt für Susie Wolff unerfüllt

Porträt: Susie Wolff: die schnellste Frau in der Formel 1
Porträt: Susie Wolff: die schnellste Frau in der Formel 1 FOTO: afp, JL/ql
Wantage/Köln. Nach drei Jahren als Testfahrerin in der Formel 1 beendet Susie Wolff ihre Motorsport-Karriere. Bei einem Rennen in der Startaufstellung zu stehen, blieb für sie ein unerreichbares Ziel.

Die Formel-1-Cockpits bleiben auf absehbare Zeit eine frauenfreie Zone. Williams-Pilotin Susie Wolff beendet nach dem Race of Champions am 21. November in London ihre Motorsportkarriere und widmet sich noch nicht näher definierten "neuen Herausforderungen".

Ihren großen Traum hat sich die Ehefrau von Mercedes-Sportchef Toto Wolff nicht mehr erfüllen können. "Ich wollte es unbedingt in die Startaufstellung schaffen und habe hart dafür gekämpft", sagte die Testfahrerin: "Aber aufgrund der Geschehnisse Anfang des Jahres und des momentanen Klimas in der Formel 1 wird das nicht passieren." Die fehlende Perspektive in der Königsklasse gab den Ausschlag für ihren Rücktritt nach dreieinhalb Jahren bei Williams.

Die Schottin war 2014 als erste Frau seit 22 Jahren an einem Formel-1-Rennwochenende zum Einsatz gekommen. Ihr Debüt in der Königsklasse feierte Wolff am 4. Juli 2014 im freien Training zum Großen Preis von England. Seitdem wurde die 32-Jährige häufiger freitags eingesetzt, zuletzt am 3. Juli 2015 erneut in Silverstone. Eine Chance, sich im Qualifying zu beweisen, erhielt sie nicht. Williams verpflichtete unlängst den Deutschen Adrian Sutil als neuen Testfahrer - es war der Vorgang, den Wolff mit "Geschehnisse Anfang des Jahres" beschrieb.

"Ich bin auf der Welle geschwommen, beflügelt durch die Unterstützung. Es gab die, die es auch wollten. Und die, die es nicht wollten", meinte Wolff. "Ich glaube, die Formel 1 ist bereit für eine Fahrerin, die auf höchstem Niveau mithalten kann. Und ich glaube auch, dass das als Frau zu schaffen ist", schrieb sie in ihrem Blog bei der Huffington Post. Dass in nächster Zeit eine Frau ein Rennen in der Königsklasse bestreiten wird, hält die ehemalige DTM-Pilotin allerdings für ausgeschlossen.

1975 hatte es Lella Lombardi als einzige Frau geschafft, in der Formel 1 zu punkten. Beim damals nach einem Unfall von Rolf Stommelen abgebrochenen Stadtrennen in Barcelona holte die Italienerin im March Ford als Sechste einen halben Punkt. Letztmalig nahm in Giovanna Amati 1992 in Brasilien eine Frau an einem Abschlusstraining teil, bei einem Rennen fuhr zuletzt Lombardi 1976 in Österreich.

Nach dem Rücktritt von Wolff gibt es in Entwicklungsfahrerin Carmen Jorda (Lotus) nur noch eine Frau im näheren Umfeld der Königsklasse. Wirkliche Chancen auf Renneinsätze hat sie jedoch nicht.

(areh/sid)
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