Formel 1: Teamplayer Hülkenberg
VON VOLKER HIMMELBERG - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Emmerich (RPO). Der 22-jährige Formel 1-Neuling aus Emmerich absolviert Mittwoch und Donnerstag die nächsten Testfahrten mit seinem Williams-Boliden. Er übt sich in Bescheidenheit. Für die forschen Töne ist sein Kollege Barrichello zuständig.
Die heiße Phase der Vorbereitung auf die neue Formel 1-Saison hat begonnen. Das bedeutet auch für Nico Hülkenberg Dauerstress. Der 22-jährige Debütant aus Emmerich, der bereits in der vergangenen Woche in Valencia weit mehr als 100 Runden absolviert hatte, sitzt heute und morgen auf dem spanischen "Circuito de Jerez" erneut hinter dem Steuer des neuen "Williams-Cosworth FW 32".
Im Gegensatz zur Vorwoche bekommt der Neuling damit diesmal den Vortritt gegenüber seinem Teamkollegen Rubens Barrichello. Der Brasilianer ist erst ab Freitag wieder im Einsatz.
Sebastian Vettel
Auch bei den Testrunden wird Nico Hülkenberg in Ruhe seiner Arbeit nachgehen können. Im Mittelpunkt des Interesses wird Vize-Weltmeister Sebastian Vettel stehen, der heute erstmals den neuen "Red Bull" steuert.
Außerdem steigen die Teams "Force India" und "Virgin" in Jerez in die Tests ein.
"Gut, dass wir Rubens haben"
Die Ingenieure im englischen Williams-Werk bei Oxford waren in den vergangenen Tagen unermüdlich im Einsatz, um an einer Schwachstelle zu arbeiten, die die beiden Piloten und die Crew in Valencia ausgemacht hatten. Wahrscheinlich kann Hülkenbergs Bolide schon heute mit neuen Teilen ausgestattet werden, die für eine verbesserte Kühlung der Bremsscheiben sorgen sollen.
Der junge Emmericher hat übrigens überhaupt kein Problem damit, die Chefrolle seines Teamkollegen anzuerkennen. "Man kann seine Erfahrung aus den Gesprächen heraushören. Es ist wirklich gut, dass wir Rubens haben", sagte Hülkenberg in einem Interview mit dem Fachmagazin "Motorsport Total".
Der amtierende Grand Prix 2-Champion kann auch gut damit leben, dass er unter den insgesamt sechs deutschen Formel 1-Piloten (noch) den geringsten Bekanntheitsgrad genießt. Hülkenberg: "Ich fühle mich in dieser Rolle sehr wohl. Schließlich kann ich mich so auf meine Arbeit und das Team konzentrieren. Besonders Michael Schumacher bekommt die Aufmerksamkeit der Medien, ich bin damit glücklich." Während sich der Neuling noch in Zurückhaltung übt, stimmt sein Partner Barrichello im Vorfeld der Testfahrten etwas forschere Töne an: "In Jerez werden alle viel deutlicher erkennen können, wer wirklich schnell ist." Hinter diesen Worten verbirgt sich eine Kampfansage an den Ferrari-Stall, dessen Boliden wegen ihrer Rasanz in Valencia für Aufsehen gesorgt hatten.
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