Erster Tscheche in der Formel 1: Tomas Enge fährt in Monza für Burti
zuletzt aktualisiert: 10.09.2001 - 18:19Prag (rpo). Der tschechische Prost-Testpilot Tomas Enge wird den verletzten Brasilianer Luciano Burti am Sonntag beim Formel 1-Rennen in Monza ersetzen. Das meldete die Nachrichtenagentur CTK am Montag unter Berufung auf den Rennstall.
Burti, der beim Großen Preis von Belgien nach einer Kollision von der Strecke abgekommen und mit 240 km/h in einen Reifenstapel gerast war, konnte am Montag die Klinik verlassen. Enge, der am Dienstag 25 Jahre alt wird, ist der erste tschechische Pilot in der Geschichte der Formel 1.
"Wir wollen kein unnötiges Risiko eingehen. Wir möchten, dass er länger als nur ein Rennen aussetzt. Die Gefahr wäre zu groß", erklärte FIA-Arzt Hartstein am Freitag in einem Interview mit dem britischen TV-Sender BBC. Burti, der noch bis Ende der Woche unter medizinischer Beobachtung im Lütticher Uniklinikum bleiben muss, war in Spa bei Tempo 300 von der Strecke abgekommen und mit fast 240 km/ in einen Reifenstapel gerast. "Wäre er mein Sohn, würde ich ihn mit diesen Kopfverletzungen nicht unter acht Wochen Pause wieder in einen Rennwagen steigen lassen", sagte Hartstein, der zusammen mit seinem Kollegen Sid Watkins in einem Gesundheitscheck Burti Grünes Licht für einen Start geben müsste.
"Es geht ihm äußerlich gut, er ist ansprechbar und kann sogar schon wieder lachen. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass er diesen Crash noch lange nicht verarbeitet hat", sagte Hartstein, der Burti an der Unfallstelle verarztet hatte, nach einem Besuch am Donnerstag in der Klinik.
Neue Sicherheitsstandards bewährt
Unterdessen erklärte der Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, Max Mosely, dass Burti den Unfall nur aufgrund der neu eingeführten Sicherheits-Maßnahmen überlebt habe: "Unsere Forderung, das Monocoque in dieser Saison mit einer Extraschicht zu verstärken, hat sich ausgezahlt. Es hat Burti das Leben gerettet."
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