Formel 1: Toyota flirtet mit Alonso
zuletzt aktualisiert: 19.10.2007 - 17:08Sao Paulo (RPO). In der Formel 1 bahnt sich ein spektakulärer Wechsel an. Nach dem Abschied von Ralf Schumacher soll Fernando Alonso ein Cockpit bei Toyota erhalten. Die Japaner locken den zweifachen Weltmeister mit einer Rekordgage von 40 Millionen Euro pro Saison.
Alonso, der eigentlich noch bis 2009 bei McLaren-Mercedes unter Vertrag steht, soll das Traumangebot nach einem Bericht des Daily Express aber abgelehnt haben. Allerdings ist der 26-Jährige durch sein Verhalten in der Spionage-Affäre bei den Silberpfeilen in Ungnade gefallen. Zwischen McLaren-Boss Ron Dennis um dem Star herrscht seitdem Eiszeit.
Toyota-Teamchef John Howett bestätigte laut Internetanbieter Motorsport-Total.com inzwischen das Interesse an Alonso. Nach dem Weggang von Ralf Schumacher spart der Rennstall dessen Gehalt von geschätzten 14 Millionen Euro.
Toyota fährt den eigenen Ansprüchen hoffnungslos hinterher und wartet seit dem Einstieg in die Königsklasse vor sechs Jahren immer noch auf den ersten Sieg. Mit einem Budget von 400 Millionen Euro sind die Japaner der Formel-1-Krösus, noch vor den etablierten Top-Teams Ferrari und McLaren-Mercedes.
Gerüchte um Rückkehr zu Renault
Seit Wochen halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Alonso 2008 zu Renault zurückkehrt. Mit dem Team von Flavio Briatore holte er seine beiden WM-Titel 2005 und 2006. Zudem bekundete der Italiener zuletzt mehrfach öffentlich sein Interesse an seinem einstigen Schützling. Renault hat noch kein Cockpit für 2008 offiziell besetzt.
Alonso selbst dementiert (noch) die Renault-Offerte. "Ich habe von den Gerüchten gehört, da ist aber überhaupt nichts dran", sagte der Asturier. Sein Manager Luis-Garcia Abad traf sich am Donnerstag aber mit Briatore im Fahrerlager von Sao Paulo. Um was es in diesem Gespräch ging, wollten beide nicht verraten.
Lauda äußert Unverständnis
In der Formel 1 scheint Alonso derzeit isoliert. Doch wenn man ihn beobachtet, gewinnt man Eindruck, als genieße er es sogar, den Buhmann zu spielen. Kein Verständnis für das Verhalten des Spaniers hat der dreimalige Weltmeister Niki Lauda. Der Österreicher empfahl McLaren-Chef Dennis laut des englischen Fernsehsenders ITV nun, den Querkopf zu verklagen. "Ron, schmeiß den lästigen Bengel doch einfach raus und verklage ihn", sagte der heutige RTL-Experte.
Alonso lässt keine Gelegenheit aus, sein Team zu kritisieren und weint sich dann bei den spanischen Journalisten aus, dass er benachteiligt werde. Dieses Verhalten kann Ex-McLaren-Pilot Lauda überhaupt nicht nachvollziehen: "Es ist einfach unglaublich. Ich hatte auch meine Differenzen mit Ron, aber ich kannte immer meine Grenzen - ich kann schließlich nicht meinen Sponsoren und all den Leuten um mich herum schaden, die meine Gage zahlen."
Er empfinde für Alonso längst keine Sympathie mehr, sagt Lauda: "Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden erlebt, der sich so aufführt wie er." So habe er gehört, dass Alonso wegschaut, wenn Dennis kommt und zu seinen Mitarbeitern Hallo sagt. Das seit keine normale Erziehung", sagt der Österreicher und spottet: "Vielleicht erziehen sie ihre Kinder in den spanischen Dörfern, aus denen er kommt, anders als bei uns. Ich wundere mich, wie er mit dieser Einstellung überhaupt zweimal Weltmeister werden konnte."
Lauda würde viel kompromissloser vorgehen als Dennis, Alonso nicht mehr in Schutz nehmen und ihn stattdessen wegen Rufschädigung verklagen: "Wenn ich bei McLaren verantwortlich wäre, dann wäre die erste Sache nach dem letzten Rennen in Brasilien, die ich tun würde, dass ich ihn wegen des Schadens, den er McLaren und Mercedes zugefügt hat, verklagen würde."
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