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Formel 1 in China
Vettel: "Alles für den Titel"
GP von Malaysia 2012: Einzelkritik der Deutschen
GP von Malaysia 2012: Einzelkritik der Deutschen FOTO: dpa, Jens Büttner
Shanghai. Platz zwei in Australien, punktlos in Malaysia, dazu die "Stinkefinger-Affäre": Die Saison 2012 steht für Weltmeister Sebastian Vettel bisher unter keinem guten Stern. In Shanghai will er dies ändern. Ausgerechnet in Shanghai.

Nach dem sportlichen Fehlstart und der moralisch zweifelhaften "Stinkefinger-Affäre" plant Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel für Shanghai das Comeback im Titelrennen. "Wir haben noch 18 Rennen vor uns und werden alles unternehmen, um unsere Titel zu verteidigen", sagt der Red-Bull-Pilot kampfeslustig: "Ich habe volles Vertrauen ins Team, das Auto und mich selbst. Wir haben viel zu tun, aber wenn wir als Team zusammenhalten, können wir alles erreichen."

Ob er ausgerechnet im Reich der Mitte wieder in die Erfolgsspur zurückfinden wird, scheint angesichts der jüngeren Vergangenheit aber fraglich. Bei keinem Rennen holte Vettel in seinen beiden Weltmeister-Jahren insgesamt so wenig Punkte wie bei dem in Shanghai. Doch Hoffnungen setzt Vettel auf die diesmal dreiwöchige Pause seit dem letzten Rennen in Malaysia.

Zum einen hat sein Team in den drei Wochen hart gearbeitet. Zum anderen ist der Ärger über den von ihm als "Gurke" und "Idiot" verunglimpften Inder Narain Karthikeyan verraucht, die Diskussion über seine emotional verständliche, aber dennoch nicht weltmeisterliche Reaktion abgeebbt.

Und so müht sich Vettel wieder um Gelassenheit, die 17 Zähler Rückstand auf den führenden Fernando Alonso in der WM-Wertung beunruhigen ihn noch nicht. "Ich gebe zu, dass die ersten zwei Rennen nicht gerade perfekt waren - aber so schlecht waren sie auch wieder nicht", sagt er: "Wir haben bewiesen, dass wir mit den stärksten Teams mithalten können, und das ist sehr wichtig."

"Alle sind extrem angestachelt"

Was Vettel beunruigen müsste, ist jedoch die Stärke der McLaren in den ersten beiden Rennen. Lewis Hamilton und Jenson Button hatten offensichtlich das schnellste Auto, die beiden Doppelsiege im Qualifying drückten dies deutlicher aus die Rennergebnisse. "Dass wir die kompletten ersten Startreihen nur zu einem Sieg umgemünzt haben, ist schade", erklärt Teamchef Martin Whitmarsh, "aber alle im Team sind extrem angestachelt durch die Schnelligkeit, die wir ganz offensichtlich haben." Zudem haben der zweimalige Sieger Hamilton und Button drei der letzten vier Shanghai-Rennen gewonnen. Whitmarsh ist sich jedoch auch sicher, "dass die Rivalen in den letzten drei Wochen nicht geschlafen haben". Hamilton wird zudem wegen eines Getriebe-Wechsels in der Startaufstellung am Sonntag im fünf Plätz zurückgestuft.

Das gilt auch für Mercedes. Im Qualifying waren die Silberpfeile in dieser Saison bisher stark, im Rennen dafür umso erfolgloser. "Punkte gibt es nur im Rennen", meint Sportchef Norbert Haug angesichts von nur einem mickrigen Zähler auf der Habenseite. Seit Malaysia habe sein Team aber "vor allem den bisher schwierigen Umgang mit den Reifen analysiert. China wird zeigen, welche Fortschritte wir hier gemacht haben."

Rekordweltmeister Michael Schumacher setzt als Glücksbringer in Shanghai vor allem auf seine "große und treue Fan-Basis: "Sie ist das erste, woran ich beim China-Rennen denke. Es ist immer wieder rührend, wie viel Mühe sie sich geben, mich zu unterstützen." Das Rennen selbst hat ihm freilich "nie sonderlich viel Glück gebracht, auch wenn ich dort 2006 gewonnen habe. Dieses Jahr soll sich das ändern".

Teamkollege Nico Rosberg hat speziell an Shanghai dagegen "gute Erinnerungen". 2010 holte er als Dritter einen von fünf Podestplätzen, im Vorjahr 14 seiner bisher 61 Führungsrunden in der Formel 1. "Ich mag den Kurs sehr", sagt der 2012 noch punktlose Rosberg: "Die ersten beiden Rennen verliefen für mich nicht nach Plan, also beginnt die Saison für mich erst in China richtig."

Quelle: sid
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