Freies Training in Abu Dhabi: Vettel bei Mercedes-Sternstunde Vierter
zuletzt aktualisiert: 30.10.2009 - 16:58Abu Dhabi (RPO). Sebastian Vettel und Weltmeister Jenson Button waren auch in der Hitze der Nacht hellwach, doch für die Sternstunde zum Auftakt des Wüsten-Märchens von Abu Dhabi sorgte überraschend das McLaren-Mercedes-Team. Heikki Kovalainen (Finnland) und der entthronte Champion Lewis Hamilton (Großbritannien) waren im freien Training zum Formel-1-Saisonfinale 2009 am Sonntag (14 Uhr im Live-Ticker) die Schnellsten.
Button war nach seinem Feier-Marathon nach der Triumphfahrt von Sao Paulo offenbar kein bisschen müde und belegte im Brawn Rang drei vor dem derzeitigen WM-Zweiten Vettel (Heppenheim) im Red Bull. Nico Rosberg (Wiesbaden), der sein letztes Rennen für Williams fährt, war bei 30 Grad Celsius unter sternenklarem Himmel auf Platz neun zweitbester Deutscher. Gestartet wurde das freie Training als Generalprobe für das Rennen bei Tageslicht, dann ging es unter Flutlicht in den Sonnenuntergang und schließlich in die Nacht hinein.
Adrian Sutil (Gräfelfing) fuhr im Force India auf den 11. Rang. Deutsches Schlusslicht war an diesem Tag der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der im BMW-Sauber auf Position 13 landete. Toyota-Pilot Timo Glock (Wersau) muss nach seinem schweren Unfall in Suzuka vor einem Monat auch in Abu Dhabi verletzt pausieren.
Auch wenn sich für ihn der Traum vom WM-Titel nicht erfüllt hat, ist Vettel immer noch hoch motiviert. "Der erste Platz ist nun schon dahin, doch wir alle sind noch immer vollkommen konzentriert und wollen zeigen, zu was wir in der Lage sind. Wir werden heftig attackieren, um den zweiten Platz in der Fahrerwertung ins Ziel zu bringen. Ich werde alles dafür tun, um diese Position zu sichern", sagt der Red-Bull-Pilot. Vor dem Finale hat Vettel nur zwei Punkte Vorsprung auf den drittplatzierten Brasilianer Rubens Barrichello.
Die Enttäuschung habe er inzwischen so gut es geht verarbeitet, sagt Vettel: "Als Sportler willst nicht Zweiter oder Dritter werden. Das Ziel ist immer der Sieg. Die Leistung seines Teams sei in diesem Jahr dennoch außergewöhnlich gewesen. Vettel: "Das Team kann stolz darauf sein, was wir alles erreicht haben. Das gibt uns die Kraft, um im kommenden Jahr wieder anzugreifen."
Ganz andere Sorgen als Vettel hat Nick Heidfeld. Während sein deutscher Fahrerkollege bei Red Bull einen Vertrag bis Saisonende 2011 hat, steht der Mönchengladbacher nach dem Finale erstmal auf der Straße. Angst vor der Arbeitslosigkeit hat Heidfeld allerdings nicht. "Ich bin ziemlich sicher, dass ich nächstes Jahr hier sein werde", meint der 32-Jährige, dessen Arbeitgeber BMW in Abu Dhabi das Abschiedsrennen fährt. Genaues kann Heidfeld im Moment aber nicht sagen: "Wir sprechen mit ein paar Teams."
Viele Alternativen dürfte Heidfeld nach einer enttäuschenden Saison allerdings nicht haben. Vielleicht Toyota, vielleicht auch Renault, am ehesten könnte er wohl beim BMW-Nachfolgeteam von Peter Sauber einen Job bekommen. Das weiß auch Heidfeld: "Hoffentlich wird das Team am Start sein. Ich glaube, dass Sauber viel besser sein wird als die neuen Teams." Neue Rennställe seien zwar wichtig für die Formel 1, meint der 32-Jährige, aber der Abschied von Sauber wäre für ihn jammerschade: "Das wäre schwer zu verstehen."
Formel 1, Großer Preis von Abu Dhabi, 17. und letzter Lauf zur Weltmeisterschaft, Freies Training (Kombination aus beiden Trainingssitzungen, eine Runde = 5,554 km):
1. Heikki Kovalainen (Finnland) McLaren-Mercedes 1:41,307 Minuten
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes 1:41,504
3. Jenson Button (Großbritannien) Brawn-Mercedes 1:41,541
4. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red-Bull-Renault 1:41,591
5. Kamui Kobayashi (Japan) Toyota 1:41,636
6. Sebastien Buemi (Schweiz) Toro-Rosso-Ferrari 1:41,683
7. Mark Webber (Australien) Red-Bull-Renault 1:41,684
8. Rubens Barrichello (Brasilien) Brawn-Mercedes 1:41,831
9. Nico Rosberg (Wiesbaden) Williams-Toyota 1:41,931
10. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:41,987
11. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force-India-Mercedes 1:42,180
12. Kazuki Nakajima (Japan) Williams-Toyota 1:42,245
13. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) BMW-Sauber 1:42,278
14. Jarno Trulli (Italien) Toyota 1:42,409
15. Vitantonio Liuzzi (Italien) Force-India-Mercedes 1:1:42,530
16. Fernando Alonso (Spanien) Renault 1:42,82
17. Giancarlo Fisichella (Italien) Ferrari 1:42,932
18. Romain Grosjean (Frankreich) Renault 1:43,021
19. Jaime Alguersuari (Spanien) Toro-Rosso-Ferrari 1:43,022
20. Robert Kubica (Polen) BMW-Sauber 1:43,708
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