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Freigabe für Toro Rosso: Vettel fährt in Budapest

zuletzt aktualisiert: 31.07.2007 - 14:19

München (RPO). Sebastian Vettel kehrt bereits am kommenden Wochenende in Budapest in die Formel-1-Weltmeisterschaft zurück. Der 20-Jährige aus Heppenheim bekam von BMW-Sauber die sofortige Freigabe für einen Wechsel zum Schwesterteam Toro Rosso und übernimmt beim Großen Preis von Ungarn den Platz des Amerikaners Scott Speed.

Die Zeit des Wartens ist für Sebastian Vettel vorbei.  Foto: AFP, AFP
Die Zeit des Wartens ist für Sebastian Vettel vorbei. Foto: AFP, AFP

Vettel ist schneller als erwartet zum Stammfahrer geworden. Der bisherige BMW-Sauber-Ersatzfahrer wechselt zur Scuderia Toro Rosso und kehrt bereits am kommenden Wochenende beim Großen Preis von Ungarn in Budapest (Sonntag, 14 Uhr) in die Königsklasse zurück.

Der 20-Jährige aus Heppenheim bekam dafür am Dienstag von BMW-Sauber die sofortige Freigabe und übernimmt bei den "kleinen Bullen" den Platz des Amerikaners Scott Speed. "Sebastian Vettel fährt ab sofort bis zum Ende der Saison für Toro Rosso", sagte Teamsprecherin Fabiana Valenti.

"Sebastian ist im 12. Jahr ein Red-Bull-Mann, hat daher eine lange Vergangenheit und hoffentlich auch eine langfristige Zukunft bei uns", sagte Toro-Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger und erklärte, dass Vettel "sicher auch nächstes Jahr" für sein Team fahren werde: "Er ist ein äußerst intelligenter und engagierter Fahrer, der bei BMW schon Formel-1-Erfahrung schnuppern konnte. Daher ist er der ideale Mann für uns."

Damit sind künftig fünf Deutsche regelmäßig in der Königsklasse im Einsatz, nachdem Vettel in Indianapolis sowie zuletzt am Nürburgring Markus Winkelhock bei Spyker als Ersatzpiloten zum Einsatz gekommen waren. Vettel, der neben BMW seit Jahren auch von Toro-Rosso-Miteigentümer Red Bull gefördert wird, ist nunmehr ebenso wie Nick Heidfeld (Mönchengladbach/BMW-Sauber), Nico Rosberg (Wiesbaden/Williams-Toyota), Ralf Schumacher (Kerpen/Toyota) und Adrian Sutil (Gräfelfing/Spyker-Ferrari) festes Mitglied des 22-köpfigen Starterfeldes.

"Sebastian hat für uns als Test- und Ersatzfahrer sehr gute Arbeit geleistet", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen: "Wir haben ihn über Jahre gefördert und ausgebildet. Seiner Karriere jetzt Steine in den Weg zu legen, widerspräche unserer Auffassung von Talentförderung."

Vettel, der bei seinem Debüt in Indianapolis mit Platz acht als Kubica-Ersatz im BMW-Sauber und jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte einen WM-Punkt gewann, hätte eigentlich lieber auf einen Stammplatz bei BMW-Sauber gewartet. Doch da steht er im Moment noch im Schatten von Heidfeld und Kubica.

"Man möchte logischerweise immer ins schnellere Auto, weil man da mehr zeigen kann. Bestes Beispiel ist Lewis Hamilton", sagte Vettel: "Auf der anderen Seite will man als Rennfahrer immer Rennen fahren und sich nicht nur mit dem Testen zufrieden geben." Neben den reglementbedingt wenigen Testmöglichkeiten in der Formel 1 fuhr Vettel bislang Rennen in der Renault World Series und lag dort an der Spitze der Gesamtwertung.

Gerhard Berger, Teilhaber des Toro-Rosso-Teams, hatte die aktuelle Entwicklung bereits kürzlich vorausgesagt. "Dass Sebastian Vettel einen Platz sucht und dass wir für ihn interessant werden können, weiß ich", sagte Berger, der sich immer wieder lobend über den jungen Hessen geäußert hatte: "Der Junge gefällt mir, er hat Hirn und die richtige Berufsauffassung. Das ist schon mal die halbe Miete."

Allerdings wird Vettels Premiere bei Toro Rosso für ihn schwierig, da er das Auto bislang überhaupt nicht kennt. Ein auch von Berger eigentlich favorisierter Test in der vorigen Woche war nicht zustandegekommen. In Mugello saß noch ein letztes Mal Speed im Auto, Vettel hatte sich dort lediglich bereit gehalten. Angeblich hatte man sich über die finanziellen Rahmenbedingungen noch nicht geeinigt.

"Es wäre nicht schlecht gewesen, wenn es in der letzten Woche mit dem Test geklappt hätte, um noch Erfahrungen zu sammeln", sagte Vettel. In ein ihm unbekanntes Auto zu steigen, "ist natürlich nicht einfach, aber darüber denke ich jetzt nicht weiter nach. Ich werde natürlich ein bisschen Zeit brauchen." Zeit, die Berger ihm geben wird. "Man darf das erste Rennen sicher nicht als großen Maßstab nehmen", sagte der frühere Formel-1-Pilot.

Die Rolle des Ersatzfahrers bei BMW-Sauber übernimmt der bisherige Testfahrer Timo Glock. Der 25-Jährige aus Wersau führt die Wertung in der GP2-Serie an, würde aber in Budapest auf einen Start verzichten, falls er bei BMW-Sauber als Testfahrer einspringen soll.


Das aktuelle Interview mit Sebastian Vettel:

Sie sind am Dienstag als neuer Stammfahrer von Toro Rosso bestätigt worden. Wann haben Sie selbst davon erfahren?

Sebastian Vettel: "Auch nicht viel früher als die Mitteilung rausging. Erst zuletzt ist das konkret geworden. Es wäre nicht schlecht gewesen, wenn es in der letzten Woche mit dem Test geklappt hätte, um noch Erfahrungen zu sammeln."

So müssen Sie jetzt also in ein Ihnen unbekanntes Auto steigen. Wie schwierig wird das?

Vettel: "Das ist natürlich nicht einfach, aber darüber denke ich jetzt nicht weiter nach. Ich werde natürlich ein bisschen Zeit brauchen."

Sind Sie jetzt mit diesem Wechesel schon am Ziel Ihrer Träume angekommen oder ist das für Sie eine Zwischenstation?

Vettel: "Erstmal wird für mich ein Traum wahr. Ich kann noch gar nicht glauben, dass ich Stammfahrer in der Formel 1 bin. Weiter denke ich im Moment noch gar nicht. Sicher ist, dass das Auto vielleicht nicht ganz so gut ist. Deshalb kann ich noch nichts darüber sagen, wie weit wir kommen können. Erstmal freue ich mich, Rennen fahren zu dürfen."

Quelle: sid

 
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