Formel 1 startet in zwei Wochen: Vettel freut sich auf die "Zicke"
VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 06.03.2012 - 07:33Düsseldorf (RP). Sebastian Vettel hat schon oft betont, immer und überall der Erste sein zu wollen, und das nicht nur am Steuer eines Rennwagens, sondern auch im Alltag. Und nachdem es in den vergangenen beiden Jahren, aber auch während der jüngsten Formel-1-Tests, ganz gut lief, hält der Red-Bull-Fahrer nichts von Zurückhaltung. Der zweimalige Weltmeister sieht sich in dieser Saison, die mit 20 Rennen so viele wie noch nie in der WM-Geschichte (seit 1950) umfassen wird, in der Rolle des Favoriten.
Daran ändern auch die Probleme nichts, die der 24-Jährige am letzten der zwölf Testtage hatte und die ihn in Barcelona nur 23 Runden abspulen ließen. "Es ist normal, dass das Auto etwas rumzickt, wenn es neu ist. Schlimm wäre es nur, wenn es nicht schnell wäre. Ich freue mich jedenfalls, mit der Zicke in Australien zu starten", sagte Vettel.
Am 18. März beginnt die WM in Melbourne. Dann hat das Versteckspiel ein Ende. Mit Decken, Schirmen, Trennwänden und Tüchern versuchte Red Bull noch am Sonntag, den Blick auf den neuen Rennwagen zu behindern. Der RB8 war auf den letzten Drücker noch einmal kräftig modifiziert worden. Aber auch McLaren-Mercedes hatte noch einmal nachgelegt.
Zuversicht zeigen fast alle Topteams, auch Mercedes. Dort ist Nico Rosberg überzeugt, bald seinen ersten Sieg feiern zu können, auf den er schon seit 108 Rennen wartet. Allein Ferrari scheint nicht so gut über den Winter gekommen zu sein. "Es gibt ein paar Probleme", soll Fernando Alonso in einem Gespräch mit Vettel erzählt haben.
Erstaunlich gut war Lotus, in den vergangenen Jahren noch als Renault-Team unterwegs. Je zweimal schafften die Rückkehrer Romain Grosjean (Frankreich), der 2009 noch zu schlecht für die Königsklasse war und nur sieben Rennen absolvierte, und Kimi Räikkönen die Tagesbestzeit. "Niemand weiß, wie schnell die Autos wirklich sind, bis das Qualifying am 17. März im Albert Park vorüber ist", sagte der Finne, der nach zwei Jahren in der Rallye-WM wieder im Formel-Sport unterwegs ist.
48 987 Kilometer haben die zwölf Rennställe in diesem Jahr bei den Tests zurückgelegt. Am fleißigsten waren Mercedes (5926) und Williams (5330). Distanzen, von denen Marussia (1573), wo Timo Glock (Wersau) auf bessere Zeiten hofft, und Hispania (478) nur träumen können. Beide Teams waren gestern erstmals im neuen Auto unterwegs – allerdings konnte der Ernstfall nicht geprobt werden. In Barcelona (Hispania) wie in Silverstone (Marussia) durften die Fahrer nur jeweils 50 Kilometer bei Werbeaufnahmen absolvieren. Zudem konnten auch nicht die aktuellen Reifen verwendet werden.
Probleme, die man beim Weltmeisterteam nicht kennt. Von der so oft zu hörenden Dominanz will Chris Horner aber nichts wissen. "Auf dem Papier hatten wir ein total dominantes Jahr. Aber es war auch manchmal ziemlich knapp", sagte der Teamchef und verwies auf den WM-Auftakt, der die wahren Kräfteverhältnisse zeigen werde. "Dann wird es das ganze Jahr ein Entwicklungsrennen geben", sagte Horner. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat einen Wunsch: Der Champion soll nicht schon wieder so früh feststehen.
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