Formel 1 in Indien: Vettel: "Ich fahre nicht für Zahlen"
zuletzt aktualisiert: 27.10.2011 - 11:02Neu-Delhi (RPO). Ein neuer Kurs, eine neue Kultur, Chaos und Curry: Die Formel 1 macht erstmals Station in Indien. Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel, der noch einen Rekord im Blick hat, setzt sich nicht unter Druck.
"Ich freue mich auf Indien. Es wird eine große Herausforderung für uns. Wir müssen uns in kürzester Zeit an eine neue Strecke gewöhnen", sagte der 24-Jährige vor dem Rennen am Sonntag (10.30 Uhr/Live-Ticker). Vettel kann die Reise zum indischen Subkontinent genießen, denn in sportlicher Hinsicht sind vor dem drittletzten Rennen der Saison alle offenen Fragen geklärt.
"Die Ecke, in der die Rennstrecke liegt, ist nicht so bekannt. Vielleicht ist es noch ein bisschen ein wilderes Indien, als die touristischen Punkte", sagt Vettel, den Statistiken angeblich nicht sonderlich interessieren. Parat hat er sie auf Nachfrage aber alle. "Ich kümmere mich um den Sport", sagte der Red-Bull-Pilot. Zwar kenne er seine Geschichte und auch die Zahlen, die zu den Fahrern gehören. Aber er fahre nicht für Zahlen: "Ich setze mir keine Ziele über die Anzahl der Siege."
Jüngster Doppel-Weltmeister der Formel-1-Geschichte ist er schon, der Weg zu Michael Schumachers Rekorden ist aber noch weit. Kurzfristig kann Vettel zumindest zwei Bestmarken knacken oder zumindest einstellen. Drei Pole Positions fehlen noch zu Nigel Mansells Rekord (14) von 1992.
Drei Siege fehlen zu Schumis Rekord
Für Schumachers 13 Saisonsiege aus dem Jahr 2004 müsste Vettel in Indien, Abu Dhabi und Brasilien gewinnen. Allerdings hat Teamchef Christian Horner erklärt, die Vize-Weltmeisterschaft habe nun Vorrang. Teamkollege Mark Webber (Australien) liegt 13 Punkte hinter dem Zweitplatzierten McLaren-Piloten Jenson Button zurück. Und die viel diskutierte Teamorder ist seit dieser Saison offiziell erlaubt.
Für Perfektionist Vettel kein Problem, denn für den 24-Jährigen hat die Team-Entwicklung oberste Priorität. Man müsse immer bereit sein, zu lernen, sagte Vettel: "Kleine Fortschritte können schon den Unterschied ausmachen." Das hatte Red Bull beim letzten Grand Prix in Südkorea eindrucksvoll bewiesen. Nach mäßigen Auftritten im Training und Qualifying fuhr Vettel souverän zum zehnten Saisonsieg. Man sei in der Lage gewesen, zu lernen: "Es waren nur kleine Dinge, aber wir haben uns mit ihnen befasst und einen besseren Job gemacht."
Mercedes-Pilot Michael Schumacher freut sich ebenfalls auf neue Erfahrungen, auch wenn der 42-Jährige in seiner Karriere schon viel gesehen hat. "Es ist unser erstes Rennen in Indien, einem Land, das sehr faszinierend sein soll. Wir sind im Vorfeld des Rennens auf sehr viel Interesse gestoßen, daher hoffe ich, dass wir in Indien auch viele Fans begeistern können", sagte der Rekord-Weltmeister. Bislang sind bereits rund 80.000 Eintrittskarten verkauft.
Sowohl Schumacher als auch Teamkollege Nico Rosberg sehen vor allem den neuen Kurs als besondere Herausforderung. "Angesichts der vielen Unbekannten wird es sehr interessant, das Auto für diesen Kurs abzustimmen", sagte Rosberg.
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