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Formel-1-Gespräch: Vettel: "Ich habe keinen Plan"

zuletzt aktualisiert: 20.10.2007 - 10:49

Sao Paulo (RPO). Sebastian Vettel gehört mit Sicherheit zu den Shooting-Stars der Formel-1-Saison 2007. Im Gespräch redet der Toro-Rosso-Pilot über Vergleiche mit Ayrton Senna und seine Zukunft in der Motorsport-"Königsklasse."

Sebastian Vettel ist rundum glücklich.  Foto: AFP, AFP
Sebastian Vettel ist rundum glücklich. Foto: AFP, AFP

Frage: "Wenn Ihnen vor der Saison jemand prophezeit hätte, Sie haben vor dem Saisonfinale in Sao Paulo einen achten und einen vierten Platz und damit sechs WM-Punkte auf Ihrem Konto, was hätten Sie geantwortet?"

Sebastian Vettel: "Ich hätte, gesagt: Wohl kaum. Zu Beginn der Saison war ich Testfahrer, und das hätte bedeutet, dass zweimal ein Stammfahrer hätte ausfallen müssen. Daran hätte ich nicht gedacht. Und von einem Rennsitz an sich hätte überhaupt nicht geträumt. Aber es hat sich für mich alles zum Guten gewendet. Aber unverhofft kommt oft gut."

Frage: "Mit dem Einsatz als Ersatz für Robert Kubica in Indianapolis und dem Wechsel zu Toro Rosso hat sich also alles schneller entwickelt als Sie gehofft hatten."

Vettel: "Man hofft immer, schnellstmöglich Rennen fahren zu können und arbeitet schon sehr hart für sein Ziel. Aber daran hätte ich nicht gedacht."

Frage: "Sind Sie damit, dass Sie jetzt schon im Toro Rosso sitzen und auch für die kommende Saison Ihren Platz sicher haben, Ihrer eigenen Planung voraus?"

Vettel: "Ich habe keinen Plan. Für mich ist der Plan immer, in dem Moment, wenn ich im Auto sitze, das Beste zu geben. Ich habe nicht geplant, ich muss Zweitausend-xy im Auto sitzen und so weiter. So etwas kann man nicht planen, das ergibt sich einfach."

Frage: "Ihr Chef Gerhard Berger hat Sie zuletzt nach ihren starken Regenrennen in Japan und China schon mit Fahrern wie dem dreimaligen Weltmeister Ayrton Senna oder Rekordchampion Michael Schumacher verglichen. Ehrt Sie so etwas?"

Vettel: "Er hat mich nach den Rennen gelobt, und vor allem nach dem Rennen in China waren alle sehr stolz. So etwas tut immer gut. Aber ich denke, man sollte jetzt nicht anfangen, vor allem selbst nicht, zu glauben, dass man es schon geschafft hat. Es gibt noch sehr viel zu tun und sehr viel zu lernen. Ich bin noch sehr jung."

Frage: "Was können und müssen Sie noch lernen?"

Vettel: "Das kommt einfach automatisch. Man lernt immer etwas dazu. Sobald man aufhört, etwas zu lernen, muss man sich einen anderen Job suchen. Wenn ich das mit 20 schon sagen würde, wäre das vermessen. Ich bin noch nicht allzu lange in der Formel 1 dabei, aber ich habe das Riesen-Glück, beruflich etwas machen zu können, was mir so viel Spaß macht."

Frage: "Gab es in den letzten Wochen, speziell vor dem Rennen in Japan, etwas, dass sich im Team verändert hat? Von dem Zeitpunkt lief es plötzlich deutlich besser für Sie. Haben Sie irgendeinen Schalter umgelegt, den Sie vorher noch nicht gefunden hatten?"

Vettel: "Man kommt immer weiter und fühlt sich vertrauter mit dem Auto. Ich brauchte einfach ein bisschen Zeit, aber es war nicht so, dass es am Anfang nicht gepasst hat. Wir haben einfach immer besser zueinander gefunden, und bei den Rennen in Japan und China hat es geregnet, was im Vergleich zur Konkurrenz ein kleiner Vorteil für uns war. Das Team arbeitet jeden Tag hart, um etwas zu verbessern. Manchmal macht man dabei einen größeren Schritt, manchmal einen weniger großen."

Frage:"Wie sieht Ihr Programm für den bevorstehenden Winter aus? Erst ein bisschen abschalten und dann schnell wieder zum Testen ins Auto?"

Vettel: "Es geht ja Mitte November schon wieder weiter, von daher haben wir nicht viel Pause. Ich brauche aber auch nicht viel Zeit, mich zu erholen. Ich bin ja nicht das ganze Jahr gefahren. Von daher habe ich mehr Kraft für den Winter."

Das Gespräch führte Thomas Straka (sid).

Quelle: sid

 
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