Formel 1: Vettel muss in Monza punkten
VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 11.09.2010 - 11:20Monza/Düsseldorf (RP). Noch sechs Rennen sind in der Formel-1-WM zu absolvieren. Der Red-Bull-Pilot hat in diesem Jahr schon viele Chancen ungenutzt gelassen. In Italien feierte er 2008 seinen ersten Sieg. Eine Wiederholung wäre willkommen.
Vor vier Jahren hatte Michael Schumacher nach seinem fünften Sieg in Monza erklärt, dass er am Saisonende zurücktreten werde. Nun kehrte der 41-Jährige in den Königlichen Park zurück – nicht als Sieganwärter in einem Ferrari, sondern als Lehrling bei Mercedes, der versucht, im Vergleich mit Teamkollege Nico Rosberg nicht zu sehr abzufallen.
Schumacher steht derzeit nicht im Fokus. Seine Rolle hat längst Sebastian Vettel übernommen. Gestern, nach Ende der beiden 90-minütigen Trainingseinheiten, hatte der Heppenheimer im Red-Bull-Renault die schnellste Runde gefahren vor Fernando Alonso und Felipe Massa, die den Ferrari-Fans keinen Spitzenplatz schenken konnten. Allerdings sagen die Zeiten wenig aus, da der Freitag von den Teams vor allem zur Abstimmung der Autos genutzt wird.
Das Qualifying gibt es ab 14 Uhr im Live-Ticker!
Dennoch tut es gut zu wissen, dass der eigene Rennwagen entgegen den Befürchtungen so langsam offenbar nicht unterwegs ist. Monza, wo Vettel im Regenrennen vor zwei Jahren – damals im Toro Rosso – erstmals die Pole Position erkämpft und tags drauf auch den ersten seiner sieben Siege feiern konnte, ist für den 23-Jährigen ein wegweisender Ort. Zwar sind in sechs Läufen noch maximal 150 Punkte zu holen, doch Fehler wie zuletzt darf sich der aktuelle WM-Dritte nicht mehr erlauben angesichts des Rückstandes auf Lewis Hamilton (31 Punkte) und seinen Teamkollegen Mark Webber (28).
Die jüngsten Frustmomente hat Vettel verdaut. "Im Rennen muss man ganz oft spontan reagieren. In Budapest habe ich im entscheidenden Moment das Regelwerk nicht auf dem Schirm gehabt. In Spa habe ich versucht zu überholen – so bin ich eben, wenn ich hinter jemandem festhänge – und es ging schief. Fertig", sagte der Hesse, der auf gut gemeinte Ratschläge verzichten kann: "Ich weiß, was ich will und brauche keinen, der mich ermahnt oder mich an etwas erinnert."
Vettel gibt Fehler zu, ein nicht alltägliches Verhalten in der Formel 1. In Ungarn hatte er den Abstand auf Webber zum Ende der Safetycar-Phase zu groß werden lassen und war durch die fällige Durchfahrtsstrafe um einen Platz auf Rang drei zurückgefallen. In Belgien hatte er Jenson Button, der im McLaren-Mercedes eher als Bremsklotz für seinen führenden Teamkollegen Hamilton unterwegs war, beim Überholversuch abgeschossen und sich selbst um einen Platz in den Punkterängen gebracht. "Wichtig war, dass ich direkt danach mit Jenson gesprochen habe", sagte der Red-Bull-Pilot, der nicht nur sich selbst, sondern auch den Engländer im WM-Kampf zurückwarf.
Auf die Frage, ob er Vettel für zu jung und zu unreif für den Titelgewinn in diesem Jahr halte, antwortete der siebenmalige Champion Schumacher (feierte mit 25 seinen ersten WM-Triumph) mit einem klaren "Nein". Vettel macht in Optimismus. "Es gibt keinen Grund zu Panik." Es gibt aber auch keine Zeit mehr für Fehler.
Liveticker vom Qualifying (heute) und Rennen ab 14 Uhr unter der Adresse ww.rp-online.de/formel1
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