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Formel-1-Interview
Vettel: "Schumi war mein Vorbild"

Porträt: Vettel – der viermalige Formel-1-Weltmeister
Porträt: Vettel – der viermalige Formel-1-Weltmeister FOTO: dpa, pst jai nic
Düsseldorf (RPO). Michael Schumachers Comeback in der Formel 1 wirft seine Schatten voraus, nicht nur für die Fans, sondern auch für die anderen deutschen Fahrer. Vor dem Saisonstart am 14. März in Bahrain (13 Uhr/Live-Ticker) sprechen Vize-Weltmeister Sebastian Vettel, Schumachers Teamkollege Nico Rosberg, Timo Glock, Adrian Sutil und Nico Hülkenberg über ihr Verhältnis zum siebenmaligen Weltmeister und über die Auswirkungen seiner Rückkehr.

Was bedeutet es für Sie, in diesem Jahr in der Formel 1 gegen Michael Schumacher fahren zu können?

Sebastian Vettel: "Ich freue mich natürlich, seine Rückkehr ist sehr gut für unseren Sport. Allerdings fahre ja nicht nur gegen Michael, sondern auch gegen andere."

Nico Rosberg: "Es ist für mich etwas ganz Besonderes, gegen einen der besten Fahrer aller Zeiten zu fahren. Michael als Teamkollegen zu haben, ist eine andere ganz besondere Herausforderung, auf die ich mich freue."

Timo Glock: "Für mich und meine Arbeit wird sich da nicht viel ändern. Es ist natürlich generell ein Highlight für die Formel 1 und alle Fans. Ich freue mich drauf, aber ich glaube, ich bin im Moment nicht auf Augenhöhe, dass ich mal auf der Strecke mit ihm kämpfen könnte."

Adrian Sutil: "Da ich noch nie die Gelegenheit hatte, gegen Michael zu fahren, ist es sicherlich eine super Sache, ihn als Gegner auf der Strecke zu erleben."

Nico Hülkenberg: "Es ist super für den Sport und auch super für ihn, dass er wieder da ist und in der Formel 1 fährt. Für mich ändert sich dadurch ehrlich gesagt nicht viel, außer dass ich vielleicht ein paar weniger Medienanfragen habe. Das ist aber nicht schlimm, denn dann kann ich mich mehr auf das Fahren konzentrieren. Am Ende des Tages ist er aber ein Konkurrent wie alle anderen."

War Michael für Sie in Ihrer Jugend ein Vorbild?

Vettel: "Ja, war er."

Rosberg: "Ich respektiere Michael als Fahrer, und ich respektiere das, was er geleistet hat. Jedoch muss ich zugeben, dass ich als Kind Mika Häkkinen als Vorbild hatte, da mein Vater ihn damals gemanagt hat und er immer noch ein Freund der Familie ist."

Glock: "Auf jeden Fall. Ich habe damals eigentlich alle Rennen im Fernsehen verfolgt. Er war schon ein Vorbild."

Sutil: "Nein, ich hatte keine wirklichen Vorbilder. Aber er hat mich schon aufgrund seiner Erfolge und seiner Perfektion schwer beeindruckt. Er ist das Maß aller Dinge in der Formel 1."

Hülkenberg: "Ja, aber jetzt ist er ein Gegner. Und ein Gegner kann ja kein Vorbild mehr sein."

Wäre es für Sie schade, wenn sich das ganze Interesse der Fans und der Medien auf Schumacher konzentrieren würde?

Vettel: "Nicht, wenn er die Berichte hat und ich die Pokale."

Rosberg: "Für mich ist das gar kein Problem, so lange ich Rennen gewinne (lacht)."

Glock: "Was heißt schade? Er ist ein siebenmaliger Weltmeister. Und wenn so jemand in die Formel 1 zurückkommt, dann ist das immer ein Highlight für die Fans. Und deswegen wird sich automatisch alles ein wenig mehr auf ihn konzentrieren. Oder auf denjenigen, der den entsprechenden Erfolg hat. Und er wird auf jeden Fall vorne mitfahren. Dann ist das Interesse auf seiner Seite, aber mich stört das jetzt weniger."

Sutil: "Ich glaube nicht, dass es so extrem kommen wird. Denn Michael muss ja auch Gegner haben, kann nicht gegen sich selber fahren, und da hilft es sicher, die anderen Fahrer auch nicht ganz zu vergessen. Michael ist der siebenmalige Weltmeister, und es ist ganz normal und okay, dass ihm die Medien und Fans große Aufmerksamkeit und Sympathie schenken."

Hülkenberg: "Ich finde das total normal und verständlich. Wenn so jemand wiederkommt, ist es klar, dass alle daran interessiert sind, was er macht. Ich habe damit überhaupt kein Problem."

Was trauen Sie ihm zu? Kann Michael Schumacher wieder Weltmeister werden?

Vettel: "Wenn er ein überlegenes Auto hat, kann er das schaffen, klar."

Rosberg: "Natürlich gibt es keinen Grund dafür, dass Michael nicht an seine alte Stärke anknüpfen kann. Dennoch müssen wir beide als Teamkollegen gemeinsam unseren Silberpfeil WM-fähig machen."

Glock: "Ich glaube schon. Er hat bei den Tests gezeigt, dass er wieder vorne reinfahren kann. Ob es langt, um sogar ganz vorne um die WM zu fahren, weiß ich nicht. Das kommt darauf an, wie das Paket des Autos ist. Das sieht aber auch gut aus, daher sind alle Möglichkeiten da."

Sutil: "Das hängt in erster Linie vom Auto und Team ab. Lassen wir uns überraschen. Er wird sicherlich in der Spitze mitfahren."

Hülkenberg: "Ich denke, dass er auf jeden Fall wieder erfolgreich sein wird."

Was rechnen Sie sich selbst für Ihre Saison aus?

Vettel: "Kurz und knapp: Den Titel."

Rosberg: "Ich habe ein gutes Gefühl und gehe optimistisch in die neue Formel 1-Saison. Ich bin überzeugt, dass ich mit Mercedes eine gute Saison erleben werde."

Glock: "Ich rechne mir noch gar nicht viel aus, denn ich habe mir noch gar keine Gedanken gemacht, wie das Jahr aussehen soll, wie die Resultate aussehen werden. Wir müssen erst schauen, dass wir unser Auto aussortiert haben. Die ersten Rennen sind für mich eher Tests als Rennen. Das Ziel ist es, anzukommen, das Auto weiterzuentwickeln, übers Jahr hinweg einen Schritt nach vorne zu machen. Mehr können wir als ganz neues Team auch nicht erwarten."

Sutil: "Die Tests waren vielversprechend, aber die ganze Wahrheit, wer wo steht, werden wir erst nach zwei, drei Rennen kennen. Ich möchte so viele Rennen wie möglich in den Punkten beenden."

Hülkenberg: "Ich hoffe auf viele, viele Punkte und viele gute Platzierungen."

(SID/born)
 
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