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  Foto: dpa, Alberto Estevez
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Formel 1 in Barcelona: Vettel stellt Silberpfeil-Premiere in den Schatten

zuletzt aktualisiert: 21.02.2012 - 23:18

Barcelona (RPO). Blitzlichtgewitter für den neuen Silberpfeil, aber Bestzeit für Weltmeister Sebastian Vettel: Bei der offiziellen Premierenfahrt des neuen Mercedes W03 musste sich Michael Schumacher am Dienstag in Barcelona mit Rang sechs zufrieden geben, auch weil sein Auto am Nachmittag wegen eines Hydraulikproblems das Testende in der Garage erlebte. Vettel dagegen holte sich an seinem dritten Testtag erstmals die Bestzeit und verwies dabei Nico Hülkenberg im Force-India-Mercedes auf Rang zwei.

Die meiste Aufmerksamkeit zog aber der W03 auf sich, den Schumacher und Teamkollege Nico Rosberg um 8.27 Uhr in der Boxengasse enthüllten. Lange gereift und häppchenweise präsentiert soll der neue Silberpfeil endlich auch Formel-1-Feinschmecker zufriedenstellen. "Ich bin positiv angetan vom Auto, es gibt aber weder eine Überraschung in die eine noch in die andere Richtung", sagte Schumacher, der am Dienstag zum Auftakt der zweiten Testwoche in Barcelona die ersten "offiziellen" Runden mit dem neuen W03 drehte.

Es war allerdings keine richtige "Jungfernfahrt". Die "Ehre, die wirklich ersten Runden zu drehen", hatte Rosberg schon am vorigen Donnerstag in Silverstone. Nach dem sogenannten Shakedown mit jeweils 50 Kilometern für beide Fahrer hatte der Silberpfeil, der wie die meisten Konkurrenten auch über eine Höckernase verfügt, am Sonntag hinter verschlossenen Türen in Barcelona bei einem richtigen Testtag 354 Kilometer abgespult. Am Montag folgte noch einmal ein Filmtag.

Keine Euphorie bei Schumacher

"Da hat sich schon ein Eindruck etabliert, der ein gewisses positives Fazit mit sich bringt", meinte Schumacher. Zu viel Euphorie wollten der Kerpener und auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug aber nicht aufkommen lassen. "Wir haben gute Arbeit geleistet, die ist auch zu erkennen. Wie viel sie wert sein wird, wird sich erst auf der Strecke feststellen lassen", sagte Schumacher. "Ich glaube, wir haben ein ganz ordentliches Auto. Aber ich kann nicht garantieren, dass die Konkurrenz nicht ein viel besseres hat", sagte Haug mit Blick auf die Rivalen um Weltmeister Sebastian Vettel.

Der war zufrieden mit dem Testtag. "Das Gefühl ist weiter gut", sagte der Heppenheimer, der am Freitag in Berlin sein Silbernes Lorbeerblatt nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff jetzt vom bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer in seiner Funktion als Bundesratspräsident erhalten wird: "Vom Mercedes habe ich bisher nur ein Foto gesehen. Auf der Strecke sind wir uns gar nicht begegnet." Nicht mehr begegnen wird er am Mittwoch Romain Grosjean. Dessen Lotus-Team hat nach einem Riss im Chassis vorzeitig die Testwoche abgebrochen, wodurch auch Rückkehrer Kimi Räikkönen zwei Testtage verliert.

Das Ziel der Stuttgarter ist klar. "Wir waren zweimal Vierter und das Ziel ist, Schritt für Schritt Richtung Platz eins zu gehen. Das geht nicht auf einmal, es ist wie beim Bergsteigen. Man braucht ein Zwischenlager, da muss man sich sicher fühlen, und von dem Zwischenlager kann man weiter nach oben klettern", sagte Haug: "Das geht nicht in drei Jahren. Aber das endgültige Ziel ist natürlich, ganz nach vorne zu kommen, zu gewinnen und letztlich auch Weltmeistertitel zu gewinnen."

Mercedes hatte sich als einziges der Top-Teams mehr Zeit für die Entwicklung des neuen Autos genommen und war bei den ersten Tests in Jerez noch mit dem Auslaufmodell aus dem Vorjahr gefahren. Sollte der neue Silberpfeil die Erwartungen erfüllen, könnte auch Schumacher seinem 92. Grand-Prix-Sieg wieder ein bisschen näher kommen. Seine Chefs, Haug und Teamchef Ross Brawn, trauen ihm die Rückkehr auf das Siegerpodest auf jeden Fall zu und können sich auch noch gut eine Vertragsverlängerung mit dem 43 Jahre alten Routinier über 2012 hinaus vorstellen.

"Wir sprechen derzeit nicht mit anderen Fahrern. Ich gehe auch nicht davon aus, dass er mit anderen Teams verhandelt. Wenn Michael immer noch Spaß hat und gleichzeitig die Ergebnisse bringt, die wir uns erwarten, warum nicht? Er hat jedenfalls nicht gesagt, dass er mit dem Gedanken spielt aufzuhören", sagte "Superhirn" Brawn, mit dem Schumacher alle seine sieben Titel holte, der am Mittwoch erscheinenden Sport Bild. "Aufgeben wird Michael nie, und wenn er weitermachen möchte, dann werden wir uns darüber unterhalten", meinte Mercedes-Sportchef Haug im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Schumacher selbst will sich derzeit aber über seine Zukunft über 2012 hinaus noch nicht äußern.

Quelle: sid

 
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