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Sebastian Vettel zieht Helm aus dpa 2011
  Foto: dpa, Ali Haider
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Formel 1: Vettel träumt von Titelserie a la Schumi

zuletzt aktualisiert: 14.11.2011 - 13:35

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel träumt von einer Titelserie nach dem Vorbild von Michael Schumacher. Mit Blick auf die Weltmeister-Ehrung am 9. Dezember in Neu Delhi sagte er in einer großen Saisonbilanz: "Am Jahresende gibt es einen Pokal, der hervorsticht. Den von letztem Jahr habe ich zurückgeben müssen, nun hab ich ihn wieder. Es wäre toll, den Pokal für mehrere Jahre zu haben. Michael hatte ihn mal fünf Jahre am Stück." Schumacher gewann zwischen 2000 und 2004 fünf WM-Titel in Serie.

Pokale sind Vettel wichtiger als alles Geld der Welt. "Auf alles andere könnte ich verzichten, aber nicht auf die Pokale", sagte der Champion: "Wenn man sich zwei Stunden ins Zeug legt, will man belohnt werden. Ob es dann einen großen oder einen kleinen Scheck gibt, ist eigentlich egal. Aber ein schöner Pokal macht den Unterschied." Vor wenigen Tagen hatte Vettel noch erklärt, die Pokale, die er in seinem ganzen Haus verteilt hat, selbst abzustauben.

"Da verdrückt man die ein oder andere Träne"

Genossen habe er jeden Gang aufs Podium. "Wenn ich da oben stehe, weiß ich: Das Leben wird für mich nicht mehr viel besser", erzählte der Red-Bull-Pilot: "Da kriegt man schon absolute Gänsehaut und verdrückt die eine oder andere Träne."

Der nie gefährdete Titel in dieser Saison war für Vettel aber kein Selbstläufer. "Es war dieses Jahr enger, als man es vom Ergebnis her beurteilen würde", meinte der Hesse. Und obwohl er im Vorjahr erst im letzten Rennen Weltmeister geworden war, sagte er: "Das Auto an sich hatte nicht die Dominanz wie 2010. Was aber den Unterschied gemacht hat, waren wir als Team und als Einheit. Wir haben aus den großen Fehlern von 2010 gelernt, und es hat von vorne bis hinten alles gepasst. Es gab viele Hochs und nur sehr wenige Tiefs - auch wenn einige versucht haben, welche zu suchen."

Ein großer Unterschied sei gewesen, "dass uns kleine Fehler nicht umgeworfen haben. Wenn das Boot mal angefangen hat zu wackeln, sind wir ruhig geblieben." Auch deshalb sei das Jahr 2011 "ein ganz besonderes. Ich werde noch Zeit brauchen, um zu realisieren, was wir geschafft haben. Ich kenne die Geschichte der Formel 1, sie bedeutet mir sehr viel. Und es ist ein großes Gefühl, nun dazuzugehören."

Drei Erfolge bezeichnet Vettel, der vor seinem ersten Ausfall am Sonntag in Abu Dhabi 2011 schon elfmal gewonnen hatte, als außergewöhnlich: den in den Straßen von Monaco, den in Monza an der Stätte seines sensationellen ersten Erfolges von 2008 und den in Südkorea. Eine Woche zuvor in Japan hatte er sich als Dritter den Titel gesichert, "aber das war nicht das perfekte Rennen, und so etwas fuchst einen in dem Moment mehr als die Freude über das, was man im Ganzen geschafft hat".

"Perfektes" Rennen in Korea

Das Rennen in Korea sei dagegen "perfekt" gewesen, weil er im Bewusstsein des Titels alle taktischen Zwänge abgelegt hatte. "Anders als in anderen Rennen, wo man immer noch ein bisschen Sicherheit einbaut, war das von Anfang bis Ende Vollgas", sagte er: "Als ich dann über die Ziellinie fuhr und die Flagge gesehen habe, wusste ich, was ich geschafft habe." In Japan dagegen sei es schwer gewesen, "von Jetzt auf Gleich den Knopf umzulegen und zu sagen: Ich habs geschafft, ich bin jetzt Weltmeister".

Der Erfolg im Vorjahr habe ihm derweil die in dieser Saison vielleicht entscheidende Lockerheit gegeben. "Mein ultimatives Ziel war es immer, Formel-1-Welmeister zu werden", erklärte Vettel: "Als ich es geschafft habe, hat mir das ein Stück mehr Ausgeglichenheit gegeben. Ich wusste: Egal, was in der Zukunft passiert, das kann mir keiner mehr nehmen."

Dies gilt nun auch für den zweiten Titel, und neben einem Dank ans Team und alle Weggefährten formulierte Vettel auch einen schmunzelnden an sein "Kinky Kylie" genanntes Auto: "Sie war sehr brav. Hat sich gut benommen, das Mädel."


 
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