Formel 1: Vettel will die erste Pole Position
zuletzt aktualisiert: 26.03.2011 - 06:42Melbourne (RPO). Alle jagen zum Auftakt der Formel-1-Saison Weltmeister Sebastian Vettel. Zunächst jagt Vettel aber die erste Pole Position. Ab 7 Uhr (Live-Ticker) wird am Samstag in Melbourne die Saison richtig eröffnet.
Das Training am Freitag hatte Vettel auf Rang vier beendet. Nach dem freien Training wirkte er locker und zufrieden. "Die Teams, die man bei den Tests vorne gesehen hat, scheinen auch jetzt wieder vorne sein. Ich bin ganz glücklich, denn wir scheinen dabei zu sein", sagte Vettel mit einer gehörigen Portion Untertreibung. In der Tageswertung war er Vierter, 16 Hundertstelsekunden langsamer als sein WM-Vorgänger Jenson Button im McLaren-Mercedes und auch noch hinter dessen britischem Landsmann und Teamkollegen Lewis Hamilton sowie dem spanischen Vize-Weltmeister Fernando Alonso im Ferrari.
Vettel kann sich auf ein heißes Rennen einstellen. Die Konkurrenz, alles voran die Silberpfeile um Michael Schumacher, haben dem Titelverteidiger den Kampf angesagt. In seinem neuen Mercedes geht Rekord-Weltmeister Michael Schumacher mit deutlich mehr Zuversicht in die zweite Saison seiner zweiten Karriere. Die Aufbruchstimmung in der "deutschen Formel-1-Nationalmannschaft" (Daimler-Chef Dieter Zetsche) ist förmlich greifbar.
"Wir sind 2010 Vierter geworden und wollen vom vierten Platz aus in der WM in die richtige Richtung losziehen. Und die richtige Richtung geht nach vorne", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Der Schwabe kann den Saisonstart kaum noch erwarten. "Wir sind beim letzten Test vor der Saison in Barcelona schneller geworden. Wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen, erfahren wir - wie alle unsere Wettbewerber auch - endlich in Melbourne", sagte er.
Heidfeld mehr als nur Ersatzmann
Auch Nick Heidfeld will mehr als nur ein Ersatzmann sein. Der Mönchengladbacher will bei Renault als Vertreter des verletzten Robert Kubica vor allem um seinen ersten Grand-Prix-Sieg Sieg kämpfen.
Die ersten Trophäen der neuen Saison hat Nick Heidfeld bereits im Empfang genommen. Nach einem Schnupperkurs in Australiens kernigem Nationalsport Aussie Rules Football bekam "Quick Nick" am Mittwoch ein von zwei Profis handsigniertes Football-Ei und ein Trikot. "So richtige Trophäen sind das natürlich nicht", sagte Heidfeld. Viel lieber würde er in diesem Jahr seinen ersten Siegerpokal in der Formel 1 stemmen. "Wenn es das Auto hergibt, ja", sagte "Quick Nick" und formulierte damit ein hohes Ziel.
Dabei hatte er sich noch im Januar damit beschäftigt, der kompletten Arbeitslosigkeit durch ein erneutes Engagement als Ersatzfahrer bei Mercedes zu entgehen. Doch dann veränderte der schwere Rallye-Unfall von Robert Kubica auch für Heidfeld schlagartig die Situation. "Das war natürlich unerwartet und kam sehr überraschend. Ich war in den letzten Jahren auch schon mal im Winter eine Zeit lang auch nicht sicher, wie es weitergeht. Aber so kurzfristig ist das noch nie passiert", sagte der 33-Jährige, der nur sechs Tage nach Kubicas Unfall für Renault testete und sich mit einer sensationellen Bestzeit nachdrücklich für seine Verpflichtung empfahl.
Andere Ambitionen hat Timo Glock. Durchhaltevermögen ist eine der wichtigsten Eigenschaften von Timo Glock. Schon oft in seiner Karriere hat der "Kampfdackel" sich durchgebissen. Und genau das will der 29-Jährige aus dem Odenwald auch bei Virgin schaffen und mit dem Neueinsteiger des Vorjahres den Kontakt zum Mittelfeld herstellen. Dabei soll ihn auch die plötzliche Blinddarm-Operation in der Saisonvorbereitung nicht abbringen.
"Natürlich ist es nicht optimal, wenn du nicht so trainieren kannst, wie du es sonst immer machst. Aber es war immer noch besser als in der Mitte des Jahres", sagte Glock vor dem Saisonstart: "Wenn man natürlich so wenige Tests hat, ist es schon ein kleiner Nachteil, nicht die volle Zeit nutzen zu können - auch mit Blick auf die neuen Reifen."
Der gelernte Gerüstbauer Glock will machen, was er am besten kann: Kämpfen. Wie nach dem Ende der Saison 2004, als er nach seinen ersten vier Formel-1-Rennen keinen neuen Platz in der Königsklasse fand, dann aber über den Umweg durch die US-Cart-Serie und den GP2-Titel sich für 2008 für Toyota empfahl. Als die Japaner dann Ende 2009 die Tore dicht machten, musste Glock erneut auf die Suche gehen und entschied sich für das Aufbauprogramm bei Virgin.
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