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  Foto: afp, CRISTINA QUICLER
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Drittschnellste Runde nach Zwangspause: Vettels neue Lady zickt noch

zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 - 17:18

Jerez (RPO). Bei der ersten gemeinsamen Ausfahrt hatte es gleich gefunkt, 24 Stunden später zickte Sebastian Vettels neue Lady und ließ den Weltmeister lange warten.

Der Champion blieb gelassen. "Gerade mit einem neuen Auto, wenn es noch keine Ersatzteile gibt, gibt es keinen Grund, loszulegen wie ein Stier. Das heben wir uns für später auf", sagte Vettel bei seinem ersten Testeinsatz 2012 in Jerez: "Wäre man im Rennen, würde man sagen: Drauflos, bis es auseinanderfällt. Aber beim Testen geht es darum, das Auto kennenzulernen."

Damit wurde es am Freitag erstmal nichts, denn wegen Problemen mit der Elektronik stand der Red Bull stundenlang in der Box, deren Rolltor verschlossen blieb. Ein zweiter Fahrversuch endete erneut nach wenigen Metern in der Boxengasse, wieder verschwand das Auto aus dem Blickfeld der Beobachter, hektische Mechaniker liefen aufgeregt hin und her.

Alonso mit der schnellsten Runde

Ein Motor-Problem sei es gewesen, klärte Vettel später auf, obwohl er nicht kaputt gewesen sei habe man ihn ausgetauscht, so konnte er doch noch 50 Runden absolvieren. Wie am Donnerstag belegte er auch am Freitag schließlich Rang drei hinter dem Tagesschnellsten Fernando Alonso (Spanien/Ferrari) und Neuling Jean-Eric Vergne (Frankreich/Toro Rosso). "Sowas gehört einfach zu einem Test dazu, das ist der Grund warum wir hier sind. Natürlich würden wir gerne mehr fahren, aber das lässt sich nicht ändern", sagte Vettel.

Dabei hatte sich der Weltmeister am Donnerstag schnell an den neuen RB8, für den er noch den passenden Namen sucht, gewöhnt. "Wenn man 20 Runden am Stück draußen ist, sitzt alles wieder", meinte Vettel: "Wenn man immer nur zwei, drei Runden fährt, dauert es ein bisschen länger. Ich glaube, nach 40, 50 Runden ist das Thema abgehakt." Davon waren die Bullen am Freitag weit entfernt.

Natürlich spürte Vettel am Donnerstag sofort, dass die Renner der Jahrgangs 2012 deutlich weniger Anpressdruck entwickeln und damit auf der Strecke mehr rutschen - durch das Verbot des vom Auspuff angeströmten Diffusors. "Es hat einfach weniger Grip. Im vergangenen Jahr war das Heck rund um den Auspuff konzipiert. Das fällt komplett weg", erklärte Vettel den Unterschied: "Wir haben noch einen Auspuff, aber er hat wirklich fast gar keine Funktion mehr. Man merkt einfach, dass man weniger Grip hat - auf der Bremse, beim Einlenken, beim Gas geben. Auf der Geraden gibt es keinen Unterschied, aber da braucht auch niemand Abtrieb."

Ein bisschen schwer tut sich der Weltmeister noch mit dem Einschätzen der möglichen Konkurrenten bei seiner Mission, zum dritten Mal in Folge den Titel zu holen. "Es ist noch extrem schwierig einzuschätzen. Die Zeiten können ganz schnell täuschen. Wenn man zur richtigen Tageszeit rausfährt und ein bisschen abtankt, geht es richtig vorwärts. Ich glaube, das wird sich erst in Barcelona ein bisschen einrenken", sagte er.

Schumacher und Rosberg bremsen Erwartungen

Dort kommt beim zweiten Test ab dem 21. Februar Mercedes als letztes Top-Team mit dem neuen Auto. Michael Schumacher und Nico Rosberg versuchten allerdings schon, zu große Erwartungen etwas zu bremsen. "Eigentlich muss man sagen, dass wir als Überraschung ziemlich unrealistisch sind. Es wäre schwierig, über den Winter so einen Schritt zu machen", sagte Rosberg. In erster Linie ging es den Silberpfeilen in Jerez darum, Erfahrungen mit den neuen Reifen für diese Saison zu sammeln.

Nico Hülkenberg war am Freitag in Jerez, wo bei Temperaturen von einem Grad unter Null sogar eine Geschwindigkeitsmessung einfror, erstmals als Stammfahrer bei Force India im Einsatz - mit einem halben Tag Verspätung. Nach einem Abflug von Testfahrer Jules Bianchi am Donnerstagmorgen musste ein Ersatzteil extra eingeflogen werden. "Hulk" hatte daraufhin die Strecke frühzeitig verlassen und sich mit Tennis spielen abgelenkt. Im Tagesklassement reichte es letztlich zu Rang sieben unter neun Piloten.

Quelle: sid

 
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