Großer Preis von Südkorea: Webber klaut Vettel die Pole
zuletzt aktualisiert: 13.10.2012 - 08:04Yeongam (RPO). Sebastian Vettel gab sich hinterher alle Mühe, nicht allzu enttäuscht zu wirken. Doch es gelang ihm nicht. Die Miene des Weltmeisters war grimmig, nachdem ihm sein Teamkollege Mark Webber im Qualifying zum Großen Preis von Südkorea (Sonntag, 8 Uhr/Live-Ticker) die schon sicher geglaubte Pole Position doch noch weggeschnappt hatte. Und so muss Vorjahressieger Vettel vom zweiten Platz ins Rennen gehen. Dritter wurde in Yeongam McLaren-Pilot Lewis Hamilton.
"Das Ziel war, die Pole zu holen. Die Chance war da, aber es hat nicht geklappt", sagte Vettel leicht angesäuert, "jetzt müssen wir nach vorne schauen. Ich konzentriere mich auf den Start. Im Rennen ist noch alles drin, auch was die Strategie angeht. Die Augen sind nach vorne gerichtet."
Und da dürfte Vettel beste Perspektiven für den Kampf um die Weltmeisterschaft in der Formel 1 erkennen. Schließlich landete seine großer Rivale Fernando Alonso auf dem 5,615 km langen Kurs lediglich auf Rang vier. Damit hat Titelverteidiger Vettel am Sonntag die große Chance, nach dem 16. von 20 Saisonrennen zum ersten Mal seit dem 27. Mai wieder die WM-Führung zu übernehmen. Der Heppenheimer verkürzte seinen Rückstand auf Alonso im Kampf um die Krone des Motorsports nach zuletzt zwei Siegen in Singapur und Japan auf vier Punkte. Hamilton liegt bereits 42 Zähler hinter Alonso.
Alonso: "Das ist gut für mich"
Der Spanier war froh, dass nicht Vettel von ganz vorne startet. "Das ist gut für mich, wobei Hamilton bestimmt auch einen guten Start hinlegen kann. Ich hoffe, meine Position halten zu können", sagte Alonso, der Red Bull als die Favoriten für das Rennen sieht: "Sie waren in jeder Session vorn und sind das Auto, das es zu schlagen gilt."
Lange sah es auch so aus, dass Vettel im Qualifying nicht zu schlagen sei. Bis zur letzten Minute war der Heppenheimer zuvor absolut dominant unterwegs, bis Webber in der letzten Minute doch noch eine Zauberrunde auspackte - und Vettel in seinem letzten Versuch im Verkehr hängenblieb. "Das war sicher nicht ideal. Da gab es wohl ein Missverständnis zwischen mir und der Box. Ich habe den Funkspruch so verstanden, dass Felipe Massa in die Box kommt", sagte Vettel. Doch der Brasilianer – pikanterweise Teamkolle von Vettel-Rivale Alonso – blieb auf der Strecke und kostete Vettel im Kampf um die Pole wichtige Hundertstelsekunden. "Aber ich bin kein Freund davon, jemandem die Schuld in die Schuhe zu scheiben", sagte Vettel, "wenn man das jemandem zuschreiben kann, dann mir. Vielleicht habe ich mich nicht genug angestrengt."
"Wir wollen attackieren"
Das soll sich im Rennen aber nicht wiederholen. "Offenbar ist das Auto nicht schlecht und sollte im Rennen noch besser funktionieren", sagte Vettel. Ein eigentlich harmloser Satz, den die Konkurrenz aber getrost als Warnung verstehen kann: "Wir wollen attackieren und gewinnen."
Rekordweltmeister Michael Schumacher landete bei der zweiten Station seiner Abschiedstournee auf Rang zehn. "Positiv ist, dass wir im Vergleich zur Vorwoche einen Schritt nach vorne gemacht haben", sagte der 43-Jährige, der während der Qualifikation aus der Box kommend fast einen Unfall mit Hamilton gehabt hätte: "Zum Glück sind die Boxengassen ja breit genug. Er hat mich gesehen und die richtige Linie gewählt. Sorry, ich konnte ihn aus dem Blickwinkel leider nicht sehen", sagte Schumacher bei RTL. Mercedes muss trotzdem eine Strafe von 10.000 Euro zahlen.
Nico Rosberg wurde im zweiten Mercedes Neunter. Nico Hülkenberg sicherte sich mit seinem Force-India als zweitbester Deutscher Rang acht. Timo Glock startet im Marussia von Platz 21.
Grand Prix von Südkorea, in Yeongam: Qualifikation:
1. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:37,242 Min.
2. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:37,316
3. Lewis Hamilton (England) McLaren Mercedes 1:37,469
4. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:37,534
5. Kimi Räikkönen (Finnland) Lotus 1:37,625
6. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:37,884
7. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:37,934
8. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India 1:38,266
9. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:38,361
10. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes 1:38,513
11. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:38,441
12. Sergio Perez (Mexiko) Sauber 1:38,460
13. Kamui Kobayashi (Japan) Sauber 1:38,594
14. Paul di Resta (Schottland) Force India 1:38,643
15. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams 1:38,725
16. Daniel Ricciardo (Australien) Toro Rosso 1:39,084
17. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:39,340
18. Bruno Senna (Brasilien) Williams 1:39,443
19. Witali Petrow (Russland) Caterham 1:40,207
20. Heikki Kovalainen (Finnland) Caterham 1:40,333
21. Charles Pic (Frankreich) Marussia 1:41,317
22. Timo Glock (Wersau) Marussia 1:41,371
23. Pedro de la Rosa (Spanien) HRT 1:42,881
24. Narain Karthikeyan (Indien) HRT










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