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Sebastian Vettel Mark Webber Champagner
  Foto: dapd
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Großer Preis von Brasilien: Webber schlägt Vettel im Saisonfinale

zuletzt aktualisiert: 27.11.2011 - 18:37

Sao Paulo (RPO). Getriebeprobleme haben Sebastian Vettel nach einem Formel-1-Jahr der Superlative um den krönenden Abschluss gebracht. Der Weltmeister konnte seine historische 15. Pole Position nicht zum zwölften Saisonsieg nutzen und musste sich im WM-Finale in Sao Paulo mit dem zweiten Platz hinter seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber zufriedengeben. Vielleicht wollte sich Vettel aber einfach nur bei dem Australier bedanken. Webber sagte natürlich nicht nein und feierte nach 71 Runden überschwänglich seinen ersten Saisonerfolg.

"Das fühlt sich sehr gut an. Es wäre zwar schön gewesen, es mit Sebastian auf der Strecke auszutragen. Aber der Sieg ist sehr wichtig für mich", sagte Webber. Vettel fand Platz zwei aufgrund der Getriebeprobleme zwar "sehr schade. Aber Mark hat den Sieg verdient. Ich würde das jetzt nicht Pech nennen", sagte Vettel, der aus der Red-Bull-Box schon früh die Anweisung erhielt, die Gänge früher hochzuschalten. "Ich habe trotzdem versucht, mein Bestes zu geben. Insgesamt hatten wir eine überragende Saison. Es wäre nicht angemessen, wenn ich mich jetzt ärgern würde."

Dritter wurde der Brite Jenson Button im McLaren, der sich dadurch auch den inoffiziellen Titel des Vize-Weltmeisters sicherte. Dagegen verpasste Ferrari-Star Fernando Alonso aus Spanien als Vierter den Sprung aufs Podest knapp. Zweitbester Deutscher war Adrian Sutil, der in seinem wahrscheinlich letzten Rennen für Force India einen guten sechsten Platz belegte. Als Sutils möglicher neuer Arbeitgeber wird das Williams-Team gehandelt. Ebenfalls WM-Punkte holte Mercedes-Pilot Nico Rosberg auf Rang sieben.

Kollision zerstört Schumachers Hoffnungen

Kein Glück hatte Michael Schumacher im letzten Rennen des Jahres. Im Kampf um Platz neun kollidierte der Rekord-Weltmeister mit dem Lotus von Lokalmatador Bruno Senna. Dabei wurde an Schumachers Mercedes der linke Hinterreifen beschädigt. Der 42-Jährige musste an die Box und fiel mit einer Runde Rückstand ans Ende des Feldes zurück. Trotz aller Künste am Lenkrad war letztlich nicht mehr als Platz 15 für Schumacher drin

Ein Debakel gab es für Timo Glock. Nicht nur, dass der Odenwälder ständig hinterherfährt, diesmal hatte er auch noch ein Rad ab. Als Glock nach dem ersten Boxenstopp auf die Strecke zurückfahren wollte, flog plötzlich der linke Hinterreifen von seinem Virgin in hohem Bogen durch die Luft. Glock rollte aus - peinliches Ende einer Dienstfahrt, aber irgendwie passend zur gesamten Saison.

Entsprechend sauer war Glock auf seine Mechaniker. "Ich weiß nicht, wie man mich so rausschicken kann. Wir haben schon den einen oder anderen Boxenstopp verpatzt. Da muss sich das Team auf den Arsch setzen und daran arbeiten. Mehr kann ich dazu nicht sagen", erklärte der Virgin-Pilot.

Kalte Dusche für die Wetterfrösche

Gründlich daneben lagen die Wetter-Propheten. Es zogen zwar einige dunkle Wolken über dem Autodromo Jose Carlos Pace zusammen, der angekündigte Regen blieb allerdings aus. Bei Temperaturen von 26 Grad Celsius herrschten optimale Rennbedingungen.

Mit einem Blitzstart setzte sich Vettel gleich von den Verfolgern ab. Dahinter hielt ihm Teamkollege Mark Webber den Rücken frei. Auf Rang drei folgte Jenson Button vor Fernando Alonso.

Nur Webber konnte bei Vettels Tempo zunächst halbwegs mithalten. Der Australier lag drei Sekunden zurück, der auf Rang drei verbesserte Alonso hatte bereits einen Rückstand von zehn Sekunden. Jubel gab es auf den Rängen, als plötzlich Felipe Massa das Rennen anführte, aber nur, weil er von den Top-Fahrern seinen ersten Boxenstopp am längsten hinauszögerte.

Die Realität auf der Strecke sah allerdings anders aus. Massa reihte sich als Sechster wieder ein. Vorne fuhren weiterhin Vettel, Webber, Alonso und Button. Dann aber wurde Vettel langsamer. Problemlos überholte Webber den Weltmeister in der 30. Runde. Die Führung gab der Australier bis ins Ziel nicht mehr ab.

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Ergebnis des Rennens:

1. Mark Webber (Australien) Red-Bull-Renault 1:32:17,464 Stunden, 2. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red-Bull-Renault 0:16,983 Minuten zurück, 3. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Mercedes 0:27,638, 4. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 0:35,048, 5. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:06,733, eine Runde zurück: 6. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force-India-Mercedes, 7. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes, 8. Paul di Resta (Großbritannien) Force-India-Mercedes, 9. Kamui Kobayashi (Japan) Sauber-Ferrari, 10. Witali Petrow (Russland) Renault, 11. Jaime Alguersuari (Spanien) Toro-Rosso-Ferrari, 12. Sebastien Buemi (Schweiz) Toro-Rosso-Ferrari, 13. Sergio Perez (Mexiko) Sauber-Ferrari, 14. Rubens Barrichello (Brasilien) Williams-Cosworth, 15. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes, zwei Runden zurück: 16. Heikki Kovalainen (Finnland) Lotus-Renault, 17. Bruno Senna (Brasilien) Renault, 18. Jarno Trulli (Italien) Lotus-Renault, drei Runden zurück: 19. Jerome d'Ambrosio (Belgien) Virgin-Cosworth, 20. Daniel Ricciardo (Australien) Hispania-Cosworth

Schnellste Rennrunde: Mark Webber 1:15,324 (71.)

ausgeschieden: Timo Glock (Wersau) Virgin-Cosworth, Pastor Maldonado (Venezuela) Williams-Cosworth, Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes, Vitantonio Liuzzi (Italien) Hispania-Cosworth

Quelle: dapd/can

 
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