Formel 1: Wer bekommt das zweite Mercedes-Cockpit?
zuletzt aktualisiert: 04.12.2009 - 11:31Düsseldorf (RPO). Michael Schumachers mögliches Comeback im neuen Mercedes-Werksteam ist nach wie vor ein großes Thema für Formel-1-Experten. So lange die Stuttgarter den künftigen Teamkollegen von Nico Rosberg (Wiesbaden) noch nicht präsentiert haben, träumen viele Schumi-Fans von der silbernen Traum-Hochzeit.
Nach Ende seines USA-Urlaubs trifft sich Schumacher am kommenden Montag in Stuttgart mit seinem Manager Willi Weber. Über eine Rückkehr in die Formel 1 soll dabei laut Weber nicht gesprochen werden. "Wir haben ein persönliches Meeting, wie häufig im Jahr. Norbert Haug und Mercedes stehen dabei nicht auf der Agenda", sagte Weber am Freitagmorgen.
Die "Bild" hatte zuvor über ein mögliches Treffen mit Mercedes-Vertretern berichtet, da in Stuttgart die Entfernung zur Daimler-Zentrale nicht so groß wäre und Mercedes den 40 Jahre alten Kerpener vielleicht zu einer Rückkehr für ein Jahr überreden könnte. Auch in der "Bild" hatte sich Weber skeptisch geäußert. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er zu Mercedes geht. Er hat gerade erst mit Ferrari als Berater für drei Jahre verlängert", sagte er.
Schumacher ist seit seinem Rücktritt als aktiver Rennfahrer zum Ende der Saison 2006 bei Ferrari als Berater tätig. Sein erster Vertrag lief bis Ende 2009, der neue Kontrakt bis Ende 2012. Ein Kurzzeit-Comeback im Cockpit als Vertreter des verletzten Brasilianers Felipe Massa war im Sommer geplatzt, weil Schumacher wegen der Nachwirkungen eines schweren Motorradunfalls körperlich noch nicht wieder in der Lage war, den Belastungen in einem Formel-1-Auto standzuhalten.
Inzwischen soll diese Blessur allerdings ausgeheilt sein und Schumacher sich sogar eine neue Trainingsmaschine für die Nackenmuskulatur gekauft haben. Dass der Kerpener immer noch schnell unterwegs ist, bewies er am vergangenen Wochenende, als er beim großen Kartrennen seines Freundes Massa in Florianopolis den Gesamtsieg geholt hatte.
Anfang November hatte Schumacher gemeinsam mit Sebastian Vettel in Peking beim Race of Champions zum dritten Mal in Folge den Nationen-Cup gewonnen und war im Einzelrennen wie schon 2007 in London erst im Finale am Audi-DTM-Piloten Mattias Ekström (Schweden) gescheitert.
Heidfeld bleibt Favorit
Als heißer Anwärter auf das zweite Silberpfeil-Cockpit gilt zurzeit der frühere Mercedes-Junior Nick Heidfeld, der sich nach dem Ausstieg von BMW eine Rückkehr zu Mercedes gut vorstellen könnte.
"Für jeden Piloten, für einen deutschen besonders, wäre es fantastisch im neuen Silberpfeil-Team zu fahren. Das ist eine Frage der Ehre", sagte Heidfeld der Auto Bild Motorsport: "Mercedes will bei allem, was sie machen, spitze sein. Egal, ob bei der Technik für alternative Energien oder in der Formel 1. Für mich würde sich zudem ein Kreis schließen. Mercedes hat mich gefördert und in die Formel 1 gebracht."
Haug ist noch skeptisch
Mercedes-Sportchef Norbert Haug freut sich indes vor der neuen Formel-1-Saison auf das Comeback der Silberpfeile, Nico Rosberg im Cockpit und dessen künftige Duelle mit Vize-Weltmeister Sebastian Vettel. "Mit Sebastian verbindet uns großer gegenseitiger Respekt, ich mag ihn sehr, wir sind sportliche Rivalen im allerbesten Sinne. Krach gibt s zwischen uns garantiert nicht, auch wenn es auf der Rennstrecke knallhart zugehen wird", sagte Haug der "Auto Bild Motorsport".
Viele deutsche Fans träumen nach der Mercedes-Übernahme des Weltmeisterteams Brawn schon von einem Titelduell zwischen Vettel im Red Bull und dem künftigen Mercedes-Piloten Rosberg, Haug allerdings bremst die Erwartungen.
"Als Favoriten sehe ich uns noch lange nicht. Da muss man zumindest die ersten Tests im Februar abwarten", sagte der 57-Jährige: "Sebastian und Red Bull werden stark sein - Ferrari und McLaren ganz sicher auch und hoffentlich natürlich auch wir. Ich möchte nicht vom Titel sprechen, das macht uns nicht schneller." Allerdings wolle man "dort mitfahren, wo die Musik spielt, und die spielt ja bekanntlich vorne".
Der in Wiesbaden geborene, viersprachige Rosberg (deutsch, englisch, französisch, italienisch) ist für Haug nicht nur aus PR-Gesichtspunkten eine perfekte Wahl. "Nico ist stark, und wir wollen ihm ein starkes Auto zur Verfügung stellen", sagte der Schwabe: "Wir wollten ihn vor zwei Jahren bereits zu McLaren-Mercedes holen, aber das ging damals aus vertraglichen Gründen nicht."
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