Formel 1: Wird Heidfeld Ersatzmann bei Mercedes?
zuletzt aktualisiert: 05.01.2010 - 14:17Neuss (RPO). Den Kampf um das Stammcockpit im Silberpfeil hat Nick Heidfeld gegen Rekordweltmeister Michael Schumacher verloren, möglicherweise kehrt der 32 Jahre alte Mönchengladbacher als Ersatzfahrer aber doch noch zu Mercedes zurück.
Laut Bild-Zeitung verhandelt Heidfeld mit dem neuen Werksteam der Stuttgarter über den Posten als Ersatzmann für Michael Schumacher (Kerpen/41) und Nico Rosberg (Wiesbaden/24).
Zuletzt hatte auch Heidfelds bisheriges Team Sauber ihm eine Absage erteilt, sodass "Quick Nick" erstmals nach zehn Jahren eine Saison ohne Formel 1 droht. Der zweite Sauber-Fahrer neben dem Japaner Kamui Kobayashi werde "ein erfahrener Mann sein, der in seinem Bereich auch neue Impulse und neues Wissen in die Firma bringt", hatte Teamchef Peter Sauber gesagt und darauf hingewiesenerklärt, dass diese Charakterisierung gegen Heidfeld spreche. Angeblich soll Sauber an dem Spanier Pedro de la Rosa (38) interessiert sein, der in den letzten Jahren Testfahrer bei McLaren-Mercedes war.
Heidfeld, der einst als Mercedes-Junior von den Stuttgartern gefördert wurde und nach dem Gewinn des Formel-3000-Titels 1999 in der Saison 2000 bei Prost den Sprung in die Königklasse schaffte, hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass er gerne im neuen Silberpfeil-Team der Stuttgarter gefahren wäre. Mercedes entschied sich dann allerdings für Rückkehrer Schumacher als Partner von Rosberg.
"Das ist sicher eine große Sache für die Formel 1, und ich wünsche Michael und Mercedes viel Glück. Diese Entscheidung betrifft mich direkt, da es dadurch einen sehr relevanten Platz weniger für nächstes Jahr gibt", schrieb Heidfeld am Dienstag auf seiner Homepage (www.nickheidfeld.com).
"Ich bin nicht naiv, wenn ich speziell nach den letzten Wochen sage, in der Formel 1 kann viel Unerwartetes passieren. Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen und fokussiert an der bestmöglichen langfristigen Option für meine Zukunft in der Formel 1 zu arbeiten", sagte Heidfeld: "Ich werde weiter hart trainieren, Gespräche mit entsprechenden Entscheidern führen und meine Chance mit aller Kraft herausfordern." Er hoffe, "in den nächsten Wochen etwas Konkretes zu meinen Zukunftsplänen verkünden zu können".
Von den etablierten Teams haben nur noch Renault und Toro Rosso jeweils ein Cockpit für die am 14. März in Bahrain beginnende Saison frei. Bei Renault steht bislang nur Heidfelds bisheriger BMW-Sauber-Kollege Robert Kubica (Polen) als Fahrer für 2010 fest. Toro Rosso, dessen Teamchef Franz Tost Heidfeld aus früheren gemeinsamen BMW-Zeiten kennt, hat bislang lediglich den Platz des Schweizers Sebastien Buemi bestätigt, weil es Probleme mit Sponsorenzahlungen für den jungen Spanier Jaime Alguersuari gibt.
Einen offenen Platz neben dem Brasilianer Bruno Senna, dem Neffen des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna, hat noch das neue spanische Campos-Team, bei dem lange auch de la Rosa als Favorit galt. Noch gar keinen Fahrer benannt hat Neueinsteiger USF1 aus den USA.
Als dritter Mann bei Mercedes könnte Heidfeld, der in bislang 168 Rennen vergeblich auf einen Sieg hoffte, einspringen, falls Schumachers Körper doch noch Nachwirkungen der schweren Nackenverletzung von einem Motorradunfall aus dem Februar 2009 zeigt. Aus diesem Grund war im August Schumachers Comeback als Ersatz für den verletzten Ferrari-Piloten Felipe Massa geplatzt. Jetzt ist Schumacher allerdings überzeugt, dass diese Verletzung gut genug verheilt ist.
Sollten die Stammfahrer Schumacher und Rosberg fit bleiben, wäre ein Ersatzmann Heidfeld quasi arbeitslos, denn nach Saisonstart sind in der Formel 1 keine Testfahrten mehr erlaubt. Ausnahmen gibt es nur für Fahrer, die nach dem zweiten Rennen einen ausfallenden Stammpiloten ersetzen müssten, selbst aber in den letzten beiden Jahren kein Rennen gefahren sind. Sie dürften einen Tag testen.
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