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Paderborn
Fortuna erarbeitet Punkt in Paderborn

Paderborn. Der Düsseldorfer Fußball-Zweitligist hält damit die Gastgeber im Kampf um den Klassenerhalt auf Distanz. Von Bernd Jolitz

Es war das Duell zweier abstiegsgefährdeter Teams, und das merkte man dem letzten Zweitligaspiel des Jahres auch an. Der SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf trennten sich 0:0 - durchaus folgerichtig nach 90 Minuten, die kaum Höhepunkte boten. Vor allem für die Ansprüche Stefan Effenbergs, des prominenten Trainers der Ostwestfalen, war das eindeutig zu wenig, denn seine Mannschaft überwintert nun auf dem Relegationsplatz 16, drei Punkte hinter den Düsseldorfern.

Christopher Avevor saugte die Atmosphäre in vollen Zügen auf. Exakt 370 Tage hatte er warten müssen, bis er gestern wieder in Fortunas Zweitliga-Team stehen durfte. Am 16. Dezember 2014 hatte sich der Mittelfeldspieler in der Partie bei Eintracht Braunschweig so schwer am Knie verletzt, dass nicht mehr ans Fußballspielen zu denken war. Über eine langwierige Reha, schließlich die zweite Mannschaft und Testspiele kämpfte sich der 23-Jährige zurück. Die Gelbsperre von Vizekapitän Julian Koch war nun sein Glück, in Paderborn sollte er an der Seite von Lukas Schmitz im zentralen Mittelfeld die Paderborner Angriffsbemühungen stoppen.

Auf dem Platz gab es also ein bemerkenswertes Comeback, neben dem Platz ein interessantes Duell der Trainer-Gegensätze. Auf Seiten Fortunas der introvertierte Peter Hermann, der die Chefcoach-Rolle so wenig mag wie das Rampenlicht, das damit verbunden ist, auf Seiten Paderborns Effenberg, der mit den Medien spielen kann wie kein Zweiter und der die Öffentlichkeit geradezu sucht. Das spiegelte sich auch im Verhalten der beiden wider: "Effe" rannte in seinem modischen grauen Kapuzenpulli die Seitenlinie rauf und runter, immer im Gespräch mit seinen Spielern und dem vierten Offiziellen. Hermann dagegen saß im Trainingsanzug ganz ruhig auf der Bank, sprach nur das Notwendigste und sparte sich seine Anweisungen für die Kabine.

In der Halbzeit dürften sich seine Kommentare auf die zu passive Haltung der Düsseldorfer in den ersten 25 Minuten beschränkt haben. Sie machten anfangs zu wenig aus der offensichtlichen Verunsicherung der Gastgeber, so dass die Partie lange auf äußerst überschaubarem Niveau blieb. Erst nach einer Schrecksekunde, als Julian Schauerte nach einem Solo von Marvin Bakalorz für seinen geschlagenen Torhüter Michael Rensing retten musste, wurde Fortuna wacher. Bis zum Pausenpfiff riss sie das Geschehen mehr und mehr an sich, wobei sich vor allem Ihlas Bebou und Joel Pohjanpalo hervortaten - richtig zwingend wurde es aber zu selten.

Unter den Augen von Tote-Hosen-Frontmann und Fortuna-Fan Campino lebte das Geschehen nach dem Wechsel auf, wurde dabei aber nicht zwangsläufig besser. Die Gäste verschenkten eine glasklare Torchance durch Pohjanpalo, und auch Oliver Fink hätte eine bessere Entscheidung treffen können, als aus spitzem Winkel draufzuhämmern. Auf der Gegenseite klärte Rensing nach einem Kopfball von Nick Proschwitz kurioserweise mit der Brust. Bei allem Bemühen beider Seiten war es das - und beide hoffen nun auf ein erfreulicheres Jahr 2016.

Quelle: RP
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