Tödlicher Unfall überschattet Rallye San Remo: Franzosen-Power: Wieder Peugeot-Doppelsieg in San Remo
zuletzt aktualisiert: 21.10.2000 - 20:04San Remo (dpa). Franzosen-Power triumphiert weiter beim 12. Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in Italien. Französisch waren die Autos und die siegreichen Teams am Ende der zweiten von drei Etappen der 42. Rallye San Remo. Die Gebrüder Gilles und Hervé Panizzi setzten im Peugeot 206 ihren Siegeszug auch am zweiten Tag fort und kamen mit dem Vorsprung von 21,4 Sekunden auf ihre Teamkollegen und Landsleute François Delecour/Daniel Grataloup als weiterhin Führende ins Etappen-Ziel San Remo.
An Boden gewannen der noch amtierende vierfache Weltmeister Tommi Mäkinen (Finnland) und sein Beifahrer Risto Mannisenmäki. Die Italien-Sieger der beiden Vorjahre verbesserten sich im Mitsubishi Lancer vom siebten auf den dritten Rang, liegen aber mit einem Rückstand von 58,5 Sekunden noch etwas aus der Reichweite, um in San Remo den Hattrick zu landen. Mit dem zwölften Rang (Rückstand: 4:55 Minuten) schlossen die Deutschen Armin Schwarz/Manfred Hiemer (Oberreichenbach/München) den zweiten Tag ihrer ersten Asphaltrallye mit dem neuen Skoda Octavia ab.
"Es war etwas schwierig für mich, denn ich musste meinen Fahrstil so einrichten, dass ich zwar schnell war, aber kein Risiko einging. Wir hatten heute nur eine Aufgabe, die Führung zu verteidigen. Dies ist uns gelungen", sagte Panizzi, der beim vorausgegangenen WM-Lauf auf Korsika seinen ersten WM-Sieg erzielt hatte. Beim Schotten Colin McRae zeigten die Folgen seines schweren Unfalls auf Korsika und der erforderlichen Operation allmählich Auswirkungen. Zusammen mit seinem englischen Beifahrer Nicky Grist rangierte der Ford Focus-Pilot hinter seinen auf Platz vier liegenden Stallgefährten Carlos Sainz/Luis Moya (Spanien) an sechster Stelle.
"Ich bin etwas müde. Es wird immer härter. Ich hoffe trotz allem, dass ich diesen einen WM-Punkt retten kann", erklärte McRae. Zu den prominenten Opfern, die der zweite Rallyetag forderte, gehörten auch die Deutschen Uwe Nittel/Detlef Ruf (Pommertsweiler/Neuburg). Sie kamen auf der zehnten Prüfung mit ihrem privaten Toyota Corolla von der Strecke ab und konnten das Auto nicht mehr zurück auf die Piste bringen. Bis dahin lagen auf dem 17. Platz. Einige Minuten zuvor schieden am Monte Ceppo der WM-Zweite Richard Burns (Großbritannien), auf Platz drei liegend, mit Motorschaden aus. Die gleiche Diagnose am Ford Focus führte dort auch zum Ausfall des auf Platz sechs liegenden Italieners Piero Liatti. Mit einem Getriebeschaden ließ der Finne Toni Gardemeister seinen Seat Cordoba ausrollen.
Eine Zeitplan-Verzögerung von mehr als einer halben Stunde führte dazu, dass die letzte Prüfung annulliert werden musste, weil diese in der Dunkelheit hätte gestartet werden müssen. Nach dem WM-Reglement sind aber Nachtprüfungen nicht mehr zulässig. Die zweite Etappe endete daher statt um 22.00 Uhr schon um 20.00 Uhr in San Remo. Der drittletzte WM-Lauf endet am Sonntagmittag in San Remo.
Ein tödlicher Unfall hatte am Samstag die Rallye überschattet. Ein Motorrad-Polizist erlitt bei einem Zusammenstoß tödliche Verletzungen. Der Physiotherapeut des finnischen Weltmeisters Tommi Mäkkinen, Pertti Siekkinen, wurde schwer verletzt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











