Deutsche Damen enttäuschen: French Open: Burgsmüller und Weingärtner weiter
zuletzt aktualisiert: 27.05.2003 - 21:23Paris (rpo). Lars Burgmüller hat sich bei den French Open in die zweite Runde gespielt. Auch Marlene Weingärtner ist weiter gekommen. Schwach hingegen waren die Leistungen der anderen deutschen Damen.
Die anderen deutschen Damen leisteten am Dienstag in Paris den sportlichen Offenbarungseid. Die deutsche Meisterin Anca Barna aus Nürnberg verlor gegen Maja Matevzic aus Slowenien mit 7:5, 5:7, 5:7. Die Berlinerin Angelika Rösch unterlag bei ihrem Paris-Debüt der vom früheren Steffi-Graf-Coach Heinz Günthardt trainierten Jelena Dokic aus Serbien und Montenegro mit 4:6, 4:6. Martina Müller (Hannover) zog gegen die 18-jährige Russin Wera Zwonarewa 1:6, 3:6 den kürzeren. Selbst für Marlene Weingärtner dürfte der erste Sieg in Roland Garros der letzte bleiben. Die Heidelbergerin trifft nach dem 6:2, 7:5 gegen Lindsay Lee-Waters aus den USA auf die Weltranglistenzweite Kim Clijsters aus Belgien.
Dafür gab es erneut Jubel im Lager von Schüttler-Trainer Dirk Hordorff, der in Burgsmüller schon seinen zweiten Schützling in die nächste Runde brachte. Der 27-Jährige bezwang den French-Open- Debütanten Mardy Fish aus den USA mit 7:6 (7:3), 6:2, 4:6, 6:1 und trifft nun auf den Franzosen Arnaud Clement. "Hoffentlich klatschen die Zuschauer nicht zu sehr für Clement", sagte Burgsmüller zur schweren Paarung mit dem Lokalmatador. "Ich selbst habe meine Erwartungen ein bisschen zurückgeschraubt, der Spaß steht im Vordergrund."
Beklagenswertes Damentennis
Vielleicht wäre dies ein gutes Rezept für das beklagenswerte deutsche Damentennis. Als "ernüchternd" bezeichnete Fedcup-Kapitän Klaus Eberhard die Bilanz des Dienstags. Zaungast Anke Huber war ebenfalls nicht begeistert, hat sich aber zumindest bereit erklärt, Bundestrainer Eberhard künftig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. "Wir tauschen uns aus, aber Anke hat keine offizielle Funktion", sagte Eberhard.
Die Ursachenforschung ist nicht so einfach, denn jede Spielerin sucht den Grund für das Versagen woanders. Anca Barna beklagte, dass die Spielerinnen in Deutschland zu sehr auf sich allein gestellt sind: "In Frankreich ist das einfacher. Da trainieren alle zusammen im Leistungszentrum in Paris mit Trainern, die vom Verband bezahlt werden."
Martina Müller, im Vorjahr noch Turniersiegerin in Budapest und bei den US Open in der dritten Runde, steht mittlerweile auf Weltranglistenplatz 138. In diesem Jahr hat die 20-Jährige, die von ihrem Vater Reinhard trainiert wird, auf der Tour nur zwei Matches gewonnen und 14 verloren. Sie spricht über private Probleme, ohne diese näher zu benennen. "Kopfsache, Wohlfühlfaktor und das ganze Blablabla, es kommt alles zusammen", sagte sie.
Angelika Rösch hat trotz des neu engagierten Trainers Claudio Rodilosso 13 ihrer letzten 15 Matches verloren. Sie wirkt verzweifelt, geht aber offensiver mit ihren Problemen um: "Ich bin auf dem Platz zu negativ." Sie suchte Rat bei einem Sportpsychologen in der Schweiz. "Aber da muss ich die ganze Zeit über mich reden. Was ich will, ist jemand, der mir sagt, was ich machen soll."
Solche Probleme kennen Lindsay Davenport, Jennifer Capriati (beide USA) oder Weltmeister Lleyton Hewitt (Australien) nicht. Die Favoriten und auch Titelverteidiger Albert Costa (Spanien) kamen am Dienstag jeweils eine Runde weiter.
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