Favoriten-Siege am Freitag: French Open: Navratilova-Comeback geglückt
zuletzt aktualisiert: 02.06.2000 - 21:15Paris (dpa). Martina Navratilova hat ihr Gastspiel bei den French Open verlängert. Als Anke Huber und Thomas Haas längst Hitzefrei hatten, hielt die Amerikanerin am Freitag Einzug in Roland Garros. Sechs Jahre nach ihrem letzten Auftritt in Paris kehrte sie aus dem Tennis-Ruhestand zurück auf die große Tennis-Bühne. Im Doppel an der Seite der Südafrikanerin Mariaan de Swardt wirbelte sie über den roten Sand und feierte eine von den rund 5 000 Zuschauern mit stehenden Ovationen und der "Welle" gefeierte Wiederkehr.
Und die Gala ist noch nicht vorbei: Denn nach dem 5:7, 6:1, 6:3 gegen die belgisch-italienische Kombination Sabine Appelmans/Rita Grande folgt in Runde zwei eine weitere Aufführung gegen die an Nummer zwölf gesetzten Tina Krizan/Katarina Srebotnik aus der Slowakei.
Für Thomas Haas war der Freitag ein freier Tag. Der Hamburger erholte sich vom stressigen Fünfsatz-Krimi gegen Andrea Gaudenzi und lockerte beim leichten Training die müden Knochen. Anke Huber schlug sich dagegen locker im Doppel für die Achtelfinal-Partie an diesem Samstag gegen Magdalena Grzybowska aus Polen ein. Im Duo mit der Österreicherin Barbara Schett fegte sie die Britinnen Joan Pullin/Joan Woodroffe 6:1, 6:0 vom Platz und spielt nun gegen die belgische Kombination Els Callens/Dominique van Roost.
Am "Schwarzen Freitag" für die gastgebenden Franzosen stürmten Vorjahresfinalistin Martina Hingis sowie Jewgeni Kafelnikow (Russland), Mark Philippoussis (Australien) und Alex Corretja (Spanien) ins Achtelfinale. Die Schweizerin war 24 Stunden nach dem schmeichelhaften Arbeitssieg gegen Julia Abe aus Leverkusen nicht wieder zu erkennen und bezwang Tathiana Garbin (Italien) 6:1, 6:0. Als einzige Französin erreichte die an sechs gesetzte Rittner- Bezwingerin Mary Pierce die Runde der letzten 16. Für die Gastgeber ein schwacher Trost, denn so richtig als eine der ihren akzeptieren sie die in Montreal Geborene noch immer nicht.
Während sich die Favoriten am ersten Hitzetag in Roland Garros keine Blöße gaben, holte sich auch David Prinosil eine Portion Selbstvertrauen zurück. Der Olympia-Dritte von Atlanta steht mit dem Inder Mahesch Bhupathi in der zweiten Runde. Mit 6:4, 7:5 bezwangen sie die starken Australier Wayne Arthurs/Michael Tebbutt und werden nun von den Spaniern Juan Ignatio Carrasco/Jairo Velasco geprüft.
Im Einzel hatte Prinosil schon in der ersten Runde das deutsche Duell gegen Markus Hantschk verloren. Der Münchner fühlte sich nach seinem grandiosen Zweitrunden-Kampf gegen den Australier Lleyton Hewitt am Freitag noch immer schlapp. So recht wusste er wohl auch nicht, ob er sich nun freuen sollte über die weltweit anerkannte Fünfsatz-Leistung, oder tieftraurig sein wegen des unglücklichen Ausscheidens. Erhobenen Hauptes konnte der 22-Jährige die Anlage am Bois de Boulogne, getröstet von einem Preisgeld-Scheck von 15 000 Dollar, auf jeden Fall verlassen.
Die 43-Jährige Martina Navratilova bewies, dass sie nichts von einer Pensionärin des weißen Sports hat. Rank und schlank wie eh' und je ist sie - mit ihrer Fitness stellt sie noch manche der aktuellen Spielerinnen der Szene in den Schatten. Ein Spektakel wie Steffi Grafs letztjähriger Wimbledon-Auftritt an der Seite von John McEnroe war der "Besuch der alten Dame" zwar nicht, aber für kurzweilige Unterhaltung ist die einstige Nummer eins allemal gut. Die Zuschauer genossen den guten Sport und die wenigen Show-Einlagen jedenfalls und freuten sich nach die Fortsetzung des Gastspiels.
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