Barbara Rittner fliegt gegen Seles raus: French Open: Schüttler bricht den Bann
zuletzt aktualisiert: 29.05.2002 - 22:37Paris (rpo). Endlich hat er es geschafft: Im vierten Anlauf hat Rainer Schüttler erstmals die Auftakthürde bei den French Open übersprungen. Das Spiel von Tommy Haas wurde verlegt.
Tommy Haas wartete vergeblich auf sein Spiel bei den French Open. Nach mehrstündiger Wartezeit wurde das Zweitrundenmatch gegen den Spanier Feliciano Lopez auf Donnerstag verlegt, weil die zuvor angesetzten Spiele auf Platz drei trotz zurückgekehrter Sonne zu lange gedauert hatten. Freuen konnte sich Schüttler, der mit dem harterkämpften 7:6 (7:4), 2:6, 7:6 (7:3), 6: 1 gegen den Italiener Stefano Galvani seinen ersten Erfolg in Roland Garros bei vier Anläufen feierte.
"Das war mein bestes Spiel, weil ich zum ersten Mal in Paris gewonnen habe. Aber es war ein hartes Stück Arbeit", meinte Schüttler nach 2:56 Stunden Kampf gegen den als Lucky Loser ins Hauptfeld gekommenen Galvani: "Jetzt traue ich mir bei dem Turnier viel zu. Ich bin bereit, alles zu geben und kann noch sehr weit kommen." Gleiches gilt für Haas, der am Mittwoch nachmittag allerdings nur zu einer Trainingseinheit mit Trainer David "Red" Ayme kam. Die erstmals herausgekommene Sonne tat seiner verletzten Schulter gut: "Hoffentlich wird es morgen noch wärmer. Dann hat sich das Warten wenigstens gelohnt."
Der an Nummer 24 gesetzte Schüttler trifft in seinem Zweitrundenmatch am Donnerstag auf den Argentinier Guillermo Coria.
"Da muss ich mich aber extrem steigern, wenn ich gewinnen will. Dieser Mann ist auf Sand extrem gefährlich", meint Schüttler. Bei seinem ersten Auftritt gegen Galvani zeigte der Bad Homburger nimmermüden Kampfgeist und trotz der nächtlichen Unterbrechung wegen Regens gute Nerven. Im dritten Durchgang wehrte er beim Stand von 4:5 sogar einen Satzball ab: "Das war sicher die Schlüsselszene des Spiels. Entscheidend war, dass mein Aufschlag besser gekommen ist. Die Schmerzen im Arm sind fast weg."
Das 1,81 Meter große Tennis-Model Jana Kandarr war zuvor mit einem 6:3, 6:0 gegen Französin Laurence Andretto ebenfalls in die zweite Runde eingezogen. Endstation war dort für Barbara Rittner, die trotz starken Spiels mit 4:6, 1:6 gegen Monica Seles verlor. Tommy Haas musste am erstmals sonnigen Mittwoch dagegen bis in den Abend auf sein zweites Spiel gegen den Spanier Feliciano Lopez warten.
Rittner plagten gegen Seles Oberschenkelprobleme
Kumpel Lars Burgsmüller (Essen) musste wegen Problemen mit seiner Rippenverletzung beim Stand von 2:6, 1:2 gegen James Blake (USA) wie schon beim World Team Cup in Düsseldorf aufgeben. Rittner plagte sich mit Oberschenkelproblemen, hielt aber gegen die dreimalige Turniersiegerin Seles überraschend gut mit. Starker Aufschlag, tolle Stopps - in den entscheidenden Momenten des 76 Minuten langen Spiels machte aber Seles den Punkt. "Ich habe sie im ersten Satz eigentlich ganz gut laufen lassen, aber meine Chancen wieder mal nicht genutzt", erklärte die mit 17.400 Euro getröstete Rittner, deren Pleite die Zahl der deutschen Tennisprofis in Paris auf fünf reduzierte.
Kandarr ballte derweil nach ihrem in nur 59 Minuten perfekt gemachten Erstrundensieg zufrieden die Faust. "Ich bin zufrieden, dass ich meine Nerven in den Griff bekommen habe. Eigentlich spiele ich lieber bei 40 Grad, aber ich will mich auch bei dieser Kälte von Spiel zu Spiel zu steigern", meinte die hübsche 25-Jährige. Gegen die mit einer Wildcard ins Feld gekommene Andretto überzeugte sie besonders mit ihren erfolgreichen Netzattacken und zog in Roland Garros zum dritten Mal in Runde zwei ein. Die nächste Gegnerin Tamarine Tanasugarn aus Thailand ist allerdings eine Nummer gefährlicher: "Sie liegt mir eigentlich nicht so gut, aber es kommt nur auf mich an. Wenn ich gut spiele, kann ich sie schlagen."
An Tag drei verlor das Turnier im US-Amerikaner Andy Roddick (3:6 im fünften Satz gegen Wayne Arthurs/Australien), der Russin Anna Kurnikowa und Arantxa Sanchez-Vicario allerdings auch drei seiner Haupt-Attraktionen. Die dreimalige French-Open-Siegerin aus Spanien ging gegen ihre Landsfrau Marta Marrero mit 0:6, 1:6 unter. Das leicht übergewichtige Tennis-Beautie Kurnikowa gewann in seinem Erstrundenspiel im ärmellosen gelben Oberteil und schicker weißer Hose zwar den Modewettbewerb, hatte aber beim 4:6, 3:6 gegen die Australierin Christina Wheeler sportlich keine Chance. Zudem verletzte sich Kurnikowa bei einem Sturz auch noch am Mittelfinger: "Ich muss viel arbeiten, damit ich wieder nach oben komme.".
Sportlich und modisch begeisterte Serena Williams bei ihrem 6: 3, 6:0 gegen Martina Sucha (Slowakei). Die an drei gesetzte US-Amerikanerin gewann ihr Erstrundenspiel im grünen ärmellosen Kleid und knielangen gelben Fußballsocken - eine Referenz an Winnie Schäfers Team von Kamerun bei der Fußball-WM. Williams: "Natürlich unterstütze ich Kamerun und die langen Socken sind doch schick. Zwar schauen in den USA nicht so viele Leute beim Fußball zu, aber ich finde die Jungs von Kamerun gut, weil sie immer so kämpfen."
Souverän brachten auch die Topfavoriten Jennnifer Capriati (6: 3, 6:4 gegen Marissa Irvin/USA) und Andre Agassi (6:3, 6:3, 6:1 gegen Eric Prodon/Frankreich) ihren ersten Auftritt hinter sich.
Ergebnisse: Herren | Damen
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