Ullrich kommt immer besser in Form: Frigo verteidigte Rosa Trikot
zuletzt aktualisiert: 27.05.2001 - 19:16Hamburg (rpo). Olympiasieger Jan Ullrich im Aufschwung, Sprinter-König Erik Zabel auf Hochtouren - sechs Wochen vor dem Start der Tour de France drücken die beiden Spitzenfahrer vom Team Telekom auf das Tempo. Während Ullrich beim Giro mit Platz drei auf der siebten Etappe seinen ersten Teilerfolg verbuchte, düpierte Zabel die Sprintkonkurrenz bei der Bayern-Rundfahrt mit vier Etappensiegen in Folge.
"Ich habe den richtigen Zug erwischt und im Finish einfach reingehalten", sagte Jan Ullrich nach seinem Überraschungs-Coup am Samstag. Auch ein erheblicher Zeitrückstand auf der schweren Bergetappe am Sonntag konnte die Zufriedenheit des Merdingers nicht trüben. "Für mich ist das o.k., ich darf hier nicht zu früh ans Limit gehen. Ich will meinen Formaufbau nicht gefährden", sagte Ullrich.
Tags zuvor hatte sich der 27-Jährige in bester Sprinter-Manier in die Entscheidung eingeschaltet und ein Bravourstück hingelegt. Im Spurt einer rund 50-köpfigen Spitzengruppe musste er sich nur den Sprintspezialisten Stefano Zanini und Gabriele Missaglia (beide Italien) geschlagen geben. "Ich werde bei diesem Giro noch meinen Spaß haben", sagte Ullrich bestens gelaunt.
Der vierte Platz von Telekom-Youngster Matthias Kessler aus Nürnberg komplettierte das gute Ergebnis des Bonner Rennstalls, nachdem Sprinter Danilo Hondo (Cottbus) zuvor bereits mit zwei Etappensiegen hatte aufhorchen lassen.
Am Samstag hatte sich die Spitze um Ullrich und Kessler nach der einzigen Bergwertung des Tages 15 Kilometer vor dem Ziel formiert. "Ich bin von mir selbst überrascht, denn ich hätte nicht gedacht, dass ich mit den Spitzenfahrern über den Berg komme. Das zeigt mir, dass es allmählich immer besser wird", sagte Ullrich. Nachdem die meisten Sprint-Asse zurückgefallen waren, konnte der Triumphator von Sydney seinen Coup landen: "Ich habe Matthias gebeten, den Spurt für mich anzufahren, das hat er ausgezeichnet gemacht."
Ein paar hundert Kilometer nördlich bei der Bayern-Rundfahrt hatte das Team Telekom noch mehr Grund zur Freude. Mit seinem Erfolg auf dem sechsten Teilstück von Ansbach über 165 km nach Forchheim hatte Zabel seinen vierten Tagessieg in Folge gelandet. Der Gesamtsieg ging wie im Vorjahr an Jens Voigt vom französischen Team Credit Agricole. Der Berliner hatte am Ende sieben Sekunden Vorsprung vor dem Ahlener Telekom-Fahrer Rolf Aldag, der auch in Forchheim zum Abschluss im Spurt Zweiter hinter Zabel wurde.
"Meine Form ist gut. Ich hoffe deshalb, in der nächsten Woche bei der Deutschland-Tour ebenfalls auf den einen oder anderen Etappenerfolg", erklärte der Weltcupsieger, der das Team Telekom bei der am Dienstag beginnenden Deutschland-Rundfahrt anführt. Durch die vier gewonnenen Etappen hatte der Sprintspezialist seine Jahresbilanz auf zehn Saisonsiege hochgeschraubt.
ERGEBNISÜBERSICHT:
8. Etappe, Montecatini Terme - Reggio Emilia, 185 km:
1. Pietro Caucchioli 4:54:23 Stunden 2. Davide Rebellin (beide Italien) 33 Sekunden zurück 3. Fredy Gonzalez (Kolumbien) 4. Giuliano Figueras (Italien) 5. Unai Osa (Spanien) 6. Jose-Luis Arrieta (Spanien) alle gleiche Zeit ... 60. Matthias Kessler (Nürnberg) 9:14 Minuten zurück 74. Kai Hundertmarck (Eppstein- Bremthal) 13:35 86. Jan Ullrich (Merdingen) gleiche Zeit 118. Danilo Hondo (Cottbus) 19:07
Gesamtklassement:
1. Dario Frigo (Italien) 38:47:14 Stunden 2. Jose Azevedo (Portugal) 3 Sekunden zurück 3. Abraham Olano (Spanien) 14 4. Gilberto Simoni (Italien) 15 5. Wladimir Belli (Italien) 19 6. Jan Hruska (Tschechien) 30 ... 55. Kessler 15:09 Minuten zurück 67. Ullrich 23:37 88. Hundertmarck 35:47 94. Hondo 37:24
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