Daviscup-Halbfinale in Brisbane: "Frühschicht" für Rafter und Kuerten im Daviscup
zuletzt aktualisiert: 13.07.2000 - 14:26Brisbane (dpa). Patrick Rafter und Gustavo Kuerten müssen im Daviscup am Freitag zur "Frühschicht" antreten. Der Wimbledon- Finalist und der zweimalige Paris-Sieger bestreiten das erste Match im Halbfinale zwischen Australien und Brasilien in Brisbane bereits um 9.30 Uhr. "Vielleicht gar nicht so schlecht, ich wache im Moment sowieso immer so früh auf", sagte der Jetlag-geplagte Rafter, der erst in der Nacht zum Mittwoch angekommen war.
Das Match muss so früh starten, weil es mitten im australischen Winter bereits kurz nach 17.00 dunkel wird. Das zweite Match werden Jungstar Lleyton Hewitt und Fernando Meligeni bestreiten. Bei der Auslosung am Donnerstag sagte der australische Teenager: "Ich habe mit Sicherheit die besseren Resultate auf Rasen, aber Fernando ist ein sehr guter Kämpfer, so dass ich einiges vor mir habe."
Der überaus populäre Rafter spielt das erste Mal seit Jahren in Brisbane, wo er viele Jahre lang gelebt hat, bevor er auf die steuersparenden Bahamas umzog. Er hofft darauf, dass er sich nach dem starken Wimbledon-Turnier noch einmal aufraffen kann, "aber wenn es irgendwas gibt, was mich noch mal nach vorne bringt, ist es der Daviscup". Sollte er seine Müdigkeit überwinden, sieht er sich als Favorit: "Wenn ich so gut wie in Wimbledon Serve-Volley spiele, habe ich wahrscheinlich eine bessere Chance als er. Gustavo hat aber einen sehr guten Aufschlag, und den muss ich erst einmal zurückbringen." Kuerten hat seine leichte Leistenzerrung überwunden: "Ich bin bereit, an allen drei Tagen zu spielen."
Newcombe rechnet mit Finale gegen die USA
Für das Doppel am Samstag nominierte Australiens Kapitän John Newcombe neben dem 34-jährigen Veteran Mark Woodforde Sandon Stolle, der am Donnerstag 30 Jahre alt wurde. Newcombe wollte aber auch nicht ausschließen, dass er Rafter möglicherweise auch im Doppel einsetzen wird. Das brasilianische Duo Kuerten/Jaime Oncins haben von elf Daviscup-Doppeln nur eins verloren. Am Sonntag spielt Hewitt zunächst gegen Kuerten, bevor Rafter und Meligeni den Schlusspunkt setzen.
Newcombe schätzte die Chancen Spaniens auf einen Sieg gegen die USA auf "80 Prozent" ein, nachdem Andre Agassi nach einem Autounfall abgesagt hat. Zuvor hatte Pete Sampras bereits verzichtet. Sollte seine Prognose richtig sein, müssen die Australier bei einem Sieg über Brasilien nach Spanien reisen. Ein Endspiel gegen die USA würde in Melbourne stattfinden.
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