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Außergewöhnliche Methoden
Training in der Eistonne

Fortunen kühlen sich in Eistonne ab
Fortunen kühlen sich in Eistonne ab FOTO: Christof Wolff
Düsseldorf. Ausdauer, Kraft, Physiotherapie, Taktikbesprechung. Der Alltag von Profisportlern besteht aus Training, Training und noch mal Training. Aber einigen Athleten reicht das nicht. Sie machen mehr, mitunter auch ziemlich Kurioses, um noch eine Schippe draufzulegen. Von Verena Kensbock

Humor Jonathan Briefs nennt sich selbst Kommunikationstrainer und Humorberater. Der Mann mit der Glatze und der Hornbrille coacht unter anderem die deutschen Skifahrer um Felix Neureuther. Er spielt mit ihnen Improvisationstheater, bringt die Spitzensportler zum Lachen, lässt sie auch mal über die Kinderschanze hüpfen. Briefs hilft ihnen, zurück zu ihrer Ursprungsmotivation zu finden, die die Athleten als Kinder hatten, als sie mit dem Skispringen anfingen. "Als Kinder hatten sie diese Begeisterung und den Spaß am Skispringen, ohne dass es um Medaillen, Geld oder Sponsoren gegangen wäre", sagt Briefs. Damit treffe er bei den meisten Sportlern einen Nerv. "Ich habe den Eindruck, dass viele versuchen, einen anderen Zugang zum Thema Leistungssport zu bekommen, der wieder mehr mit Lust und Spaß zu tun hat."

Kälteschock Vielleicht haben Minusgrade Usain Bolt geholfen, der schnellste Mann der Welt zu werden. Ein Eispack, gekühlt mit flüssigem Stickstoff, sollte ihm gegen Rückenschmerzen helfen. Und er ist nicht der Einzige. Kältebehandlungen, auch Kryotherapie genannt, helfen nicht nur gegen Schmerzen. Spitzensportler lassen sich für wenige Minuten in die Eistonne stecken. Die eigentliche Rheumabehandlung soll Muskelproblemen vorbeugen und die Leistungsfähigkeit steigern. Die französische Fußball-Nationalmannschaft um Franck Ribéry hat sich zum Beispiel zur Weltmeisterschaft 2010 schockfrosten lassen - flog aber trotzdem schon in der Vorrunde raus.

Gehirntraining Und schon wieder Felix Neureuther. Der lacht sich nicht nur zum Erfolg, sondern ist auch begeisterter Anhänger von Gehirntraining, dem sogenannten Life-Kinetik. Er hat darüber sogar ein Buch geschrieben. Auch Fußballtrainer Jürgen Klopp übte mit seinen Borussen in Dortmund das Koordinationstraining mit den kleinen Bällen - die werden in immer neuen Bewegungsabläufen durch die Luft gewirbelt. So fordern die Sportler ihr Gehirn heraus, es bilden sich neue Synapsen, die Spieler sollen leistungsfähiger werden.

Tiere Wird sich vermutlich nicht überall durchsetzen, aber es war einen Versuch wert: Mit 400 Schafen sind die Basketballer von den Telekom Baskets Bonn vor rund einem Jahr durchs Naturschutzgebiet gewetzt, um ihre Kommunikation zu verbessern. "Erlebnistraining Schafe hüten" nannte Trainer Silvano Poropat das Programm. Teams von jeweils zehn Spielern mussten unterschiedliche Aufgaben mit der Herde absolvieren und ihre konzeptionellen Überlegungen in die Praxis umsetzen. Das größte Problem dabei: das nicht immer vorhersehbare Verhalten der Schafe.

Frust Rennfahrer Maximilian Günther muss hin und wieder an unlösbaren Aufgaben knobeln. So will Trainer Manny Günther - nicht verwandt oder verschwägert mit seinem Schützling - ihn an Überforderung gewöhnen. "Es geht bei solchen Übungen tatsächlich nur darum, die Aufgabe so gut wie möglich zu lösen", sagt Manny Günther dem Motorsport-Magazin. "Im Rennauto gerätst du auch hin und wieder in Situationen, die du nicht lösen kannst, obwohl du es unbedingt willst. Deshalb pushe ich Maxi mit solchen Aufgaben. Denn dann geht es darum, wie er mit seiner Frust-Toleranz umgeht."

Sternzeichen Golf-Profi Sebastian Heisele ist am 8. August im Sternzeichen des Löwen geboren. Keine perfekten Voraussetzungen für einen Golfer, auf dem Grün ist er zu schnell aggressiv. Die idealen Tierkreiszeichen für den Sport sind Wassermann, Steinbock und Jungfrau, sagt Walter Rotter. Der Mentalcoach betreut Profisportler und setzt dabei auf eine Charakteranalyse, unter anderem auf Basis des Geburtstags und der Geburtsstunde. Heute spielt Heisele auf der European Tour - auch als Löwe.

Quelle: RP
 
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