Friedrichs Mammutaufgabe gegen Portugal: Arne, du musst Ronaldo stoppen!
zuletzt aktualisiert: 18.06.2008 - 23:20Ascona/Basel (RPO). Er ist der beste Fußballer der Welt. Ob in der Primera Division, der Champions League oder bei der EM - der Portugiese Cristiano Ronaldo wirbelt die Abwehrreihen nach Belieben durcheinander. DFB-Abwehrmann Arne Friedrich soll ihn im Viertelfinale am Donnerstag (20.45 Uhr/LIVE!-Ticker) stoppen.
"Ich kenne Cristiano Ronaldo. Ich habe sehr viel Champions League gesehen", sagte der Hertha-Kapitän vor seiner möglicherweise schwersten Aufgabe im DFB-Trikot relativ gelassen. Dass zwischen Fernsehen und auf dem Platz ein großer Unterschied liegt, lässt Deutschland rechten Außenverteidiger scheinbar unberührt.
Um sich auf seine Spezialaufgabe gewissenhaft vorzubereiten, suchte Friedrich in den beiden vergangenen Tagen vermehrt das Gespräch mit Jens Lehmann und Kapitän Michael Ballack, die aus eigener Erfahrung in der englischen Premier League die Künste Ronaldos am besten kennen.
"Ronaldo ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. Bei Arsenal haben unsere Verteidiger aber immer ein gutes Rezept gegen ihn gefunden. Arne ist ein schneller Spieler, das ist schon mal wichtig", sagt Lehmann, ohne nähere Einzelheiten seiner Unterredungen mit seinem Vordermann zu verraten.
Für den ehemaligen Torwart vom FC Arsenal steht aber fest: "Alleine wird Friedrich Ronaldo nicht ausschalten können. Da müssen die anderen mithelfen." Ballack, der in der abgelaufenen Saison in England mit dem FC Chelsea sowohl in Meisterschaft als auch im Champions-League-Finale zweimal gegen Manchester United mit seinem portugiesischen Superstar das Nachsehen hatte, meinte lediglich: "Ronaldo hat eine hervorragende Saison in England hinter sich. Auf ihn müssen wir besonders aufpassen."
Das weiß auch Friedrich, der auf der rechten Seite in Clemens Fritz oder Bastian Schweinsteiger eine Absicherung erhalten soll. "Ich werde Ronaldo wohl auf dem Platz treffen", sagte Schweinsteiger lapidar, verwies aber ebenso wie Ballack und andere auf die vielen weiteren Hochkaräter im Team des Gegners.
Friedrich zeigt sich unbeeindruckt
Die interessieren Friedrich, der bei der WM vor zwei Jahren noch fester Bestandteil der deutschen Viererkette war und sich bei der EM erst wieder im dritten Gruppenspiel gegen Österreich in der Starformation wiederfand, allerdings weniger.
Der 29-Jährige, der trotz seines laufenden Vertrages bis 2009 an der Spree vom VfB Stuttgart umworben wird, lässt sich von den 42 Treffern, die Ronaldo in der vergangenen Saison in allen Wettbewerben geschossen hat, offenbar nicht aus der Ruhe bringen.
"Gegen uns muss er erst mal treffen", sagte der gebürtige Ostwestfale. Seine Selbstsicherheit, die er gegen Österreich nur phasenweise auf dem Feld zeigen konnte, resultiert nicht zuletzt aus seiner intensiven Zusammenarbeit mit einer Sportpsychologin, die er seit einiger Zeit zu Rate zieht.
"Das bringt mir unglaublich viel. Einzelheiten will ich aber nicht verraten", erklärt Friedrich, der von Löw zuletzt in den Himmel gehoben worden war. "So stark habe ich ihn noch nie gesehen", lobte der Bundestrainer, der Friedrich eigentlich nur als Alternative in der Innenverteidigung eingeplant hatte, zwischenzeitlich.
Durch den Ausfall von Marcell Jansen schlüpfte der Berliner aber dann doch wieder in seine WM-Rolle, in der er sich am Donnerstag erneut beweisen kann - gegen den besten Fußballer der Welt.
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