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"Jimmy Jump" schlug bei der EM zu: Das ist der irre Halbfinal-Flitzer

VON TIM RÖHN - zuletzt aktualisiert: 26.06.2008 - 21:17

Basel (RPO). Im EM-Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei (3:2) sorgten nicht nur die fünf Tore für Aufregung, sondern auch ein Flitzer, der über den Platz rannte und von einem Ordner umgenietet wurde. Wir sagen Ihnen, wer der irre Störenfried ist.

"Jimmy Jump" kommt aus Barcelona, ist bekennender Barca-Fan - und bekannt für seine Flitzer-Einlagen. Schon bei der letzten Europameisterschaft in Portugal war er im Endspiel zwischen dem Gastgeber und dem späteren Champion Griechenland auf den Rasen gestürmt und hatte - bevor er mit Vollgas ins portugiesische Tor gesprintet war und sich im Netz verheddert hatte - Luis Figo mit einer Barca-Fahne beworfen.

Nicht ohne Grund: Marquet Cot (so heißt er mit bürgerlichem Namen) wollte ihn damit für seinen Wechsel zum verhassten Primera-Division-Konkurrenten Real Madrid "bestrafen". Auch seine Einlage am Mittwoch verband er mit einer Aussage: "Tibet is not China", stand auf seinem T-Shirt geschrieben, aus Protest gegen die chinesische Politik.

"Ich flitze für und wegen euch, damit ihr lacht", erklärt Marquet auf seiner Internetseite (www.jimmyjump.com). Und in der Tat ist das Gelächter bei seinen Aktionen groß: Bei einem Freundschaftsspiel des FC Bayern gegen den FC Barcelona im August 2007 stürmte "Jimmy" mal wieder auf den Rasen und gratulierte Lionel Messi höchstpersönlich zu seinem Siegtreffer.

Im Internet ist er schon ein Star

"Jimmy Jump" ist mittlerweile weltbekannt, beim Internet-Videoportal "Youtube" existieren dutzende Video von seinen Einlagen bei Fußball- und Rugbyspielen. In etlichen Stadien hat er Stadionverbot, trotzdem schafft er es immer wieder auf die Tribüne - zumindest mit persönlichem Begleitschutz.

Bei einem Spiel von Celtic Glasgow gegen Barca wurde der Profiflitzer am Einlass erkannt, er durfte zwar ins Stadion, um ihn herum versammelten sich aber mehrere Sicherheitskräfte. Dabei kann er in einem Stadion gar nicht soviel Unheil anrichten wie bei einem Formel-1-Rennen.

Vor vier Jahren stürmte Cot beim Großen Preis von Spanien auf die Start-Ziel-Gerade, die Streckenposten verhinderten durch ihr beherztes Eingreifen einen schlimmen Unfall und zerrten den ungebetenen Gast von der Strecke.

Zimperlich geht kaum einer der Ordner mit "Jimmy Jump" um. Auch beim deutschen EM-Halbfinale wurde er erst von einem Sicherheitsmann umgetreten und dann ziemlich unsanft vom Platz getragen.

Seinen Tatendrang beeinträchtigt das nicht, der Spanier hat sich noch nie ernsthaft verletzt und lacht auch noch, wenn seine Show vorbei ist. Dutzende Fotos und Videos auf seiner Homepage zeugen von seinen Aktionen, er ist verdammt stolz darauf - und er wird es wieder tun, ganz bestimmt. Vielleicht ja schon am Sonntag.