Unser EM-Mathematiker Dr. Roger Kaufmann: Deutschland gewinnt zu 50,4 Prozent
VON TIM RÖHN - zuletzt aktualisiert: 08.06.2008 - 16:19Düsseldorf (RPO). Ganz Deutschland fiebert heute Abend mit unseren DFB-Jungs. Um 20.45 Uhr (LIVE!-Ticker) trifft die Mannschaft von Joachim Löw im ersten Spiel der Euro 2008 auf Polen. Wie wahrscheinlich ein deutscher Auftaktsieg ist, hat unser EM-Mathematiker Dr. Roger Kaufmann ausgerechnet.
Der 34 Jahre alte Schweizer rechnet vor jedem EM-Spiel der DFB-Elf mit seinem Programm DSA (Dynamische Sport-Analyse) exklusiv für uns die Wahrscheinlichkeiten von Sieg, Unentschieden und Niederlage aus.
Das sind seine Ergebnisse für die Partie gegen Polen:
Sieg Deutschland: 50,4 Prozent
Sieg Polen: 27,4 Prozent
Unentschieden: 22,2 Prozent
Das Eröffnungsspiel am Samstagabend hatte Kaufmann bereits richtig vorausgesagt. Bei 47,0 Prozent lag die Wahrscheinlichkeit für einen tschechischen Sieg, bei 28,2 Prozent für ein Unentschieden, die Schweiz war - und da hilft dem Experten auch kein Daumendrücken für die eigene Mannschaft - mit 24,8 Prozent krasser Außenseiter.
Und tatsächlich: Am Ende stand ein 1:0-Sieg für die Elf von Karel Brückner zu Buche. Kaufmann ist schon fast ein Fußball-Prophet. Bei einem Sportwettenanbieter in der Schweiz erreichte er über ein Jahr eine Auszahlungsquote von 117 Prozent.
Der Mathematiker hat sogar schon die ganze EM durchgerechnet. Dabei funktioniert sein selbst entwickeltes Programm so: Die 31 Spiele werden 200.000 Mal im Computer simuliert, zu Grunde liegen alle möglichen Mannschaftsdaten wie die Platzierung in Fifa-Weltrangliste, erzielte Tore und Gegentore und die Entwicklung in den letzten Monaten.
Nimmt man diese Faktoren zusammen, ergibt sich ein Europameister: Italien mit einer Wahrscheinlichkeit von 15,6 Prozent, dicht gefolgt von der deutschen Mannschaft mit 14,2 Prozent. Gibt es also wieder eine bittere Pleite gegen die Tifosi wie im Halbfinale der WM 2006?
Vermutlich nicht, denn wenn man etwas tiefer in die Materie eindringt, kommt man zu dem Schluss: Unsere Mannschaft um Kapitän Michael Ballack hat die besten Chancen - wegen des Losglücks.
Polen, Kroatien und Österreich sowie die Gegner, die in der K.o.-Runde kommen können, werden von Kaufmanns Programm schwach eingeschätzt, die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen des Finals liegt bei 28,1 Prozent.
Bessere Chancen hat keine Mannschaft, schon gar nicht die Italiener in ihrer Todesgruppe mit Frankreich, Holland und Rumänien. Ihre Endspiel-Chance liegt nur bei 22,5 Prozent.
In der Theorie halten wir den Pokal also schon so gut wie in Händen, in der Praxis müssen unsere Jungs heute zunächst die erste von sechs Hürden auf dem Weg zum Titel überspringen. Nur eine Fifty-fifty-Siegchance gegen Polen - gefühlt sind die Aussichten deutlich besser...
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