Christoph Metzelder: Deutschlands coolster EM-Held
VON TIM RÖHN - zuletzt aktualisiert: 23.06.2008 - 10:59Tenero/Düsseldorf (RPO). Wir sehen Christoph Metzelder, wie er ein Motorboot auf dem Lago Maggiore in Ascona betritt. Knielange Hose, weißes T-Shirt mit V-Ausschnitt, lässige Strickjacke. Auf dem Kopf eine Cappie - und dann ist da noch der Vollbart. Ohne Zweifel: "Metze" ist Deutschlands coolster Nationalspieler.
Den freien Tag am Wochenende verbrachte er mit einigen seiner Teamkollegen auf dem See in der Nähe des DFB-Hotels in Tenero, später zockte er am Computer und entspannte sich auf dem Sofa - Regeneration nach dem Halbfinal-Einzug gegen Portugal.
Der 27-jährige Innenverteidiger hatte beim 3:2-Sieg Top-Stars wie Nuno Gomes und Cristiano Ronaldo fast völlig ausgeschaltet und damit wie seine Nebenleute die nach den Gruppenspielen dringend benötigte Leistungssteigerung geschafft.
Spötter nennen Metzelder schon jetzt einen "Teilzeit-Profi", hatte er doch schon bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 mit starken Vorstellungen auf sich aufmerksam gemacht. Dagegen konnte er in der Zwischenzeit - nicht zuletzt wegen langwieriger Verletzungen - für seine Vereine nicht immer glänzen, nach einer durchwachsenen Saison bei Real Madrid stand selbst die EM-Nominierung auf der Kippe.
Aber Metzelder ist fit, wenn es drauf ankommt, Löws Vertrauen auf den Ex-Dortmunder hat sich bislang bezahlt gemacht. Im DFB-Trainingslager auf Mallorca hatte er fleißig gearbeitet, nur der Rasierer verweilte unbenutzt im Handgepäck -der Vollbart soll erst ab, wenn der EM-Triumph unter Dach und Fach ist.
Liaison mit Annemarie Warnkross
Bis dahin will er die weiblichen EM-Fans mit seiner puren Männlichkeit betören. Metzelder ist Single, vor zwei Jahren war er mit der schönen Pro-Sieben-Moderatorin Annemarie Warnkross ("taff") zusammen.
Der 1,93 Meter große Abwehrspieler posierte mit Nationalmannschaftskollegen für das Männermagazin "GQ", er liebt den Trubel (in Madrid lebt er überhaupt nicht abgeschottet mitten im Zentrum) und die spanische Küche.
Das Klischee des wenig intelligenten Fußballers haftet Metzelder nicht an. Er hat sein Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,8 gemacht, an einer Fernuniversität studiert er BWL - um für die Zeit nach dem aktiven Sport vorzusorgen. Da kann er sich sogar eine Karriere als Politiker vorstellen, wie er kürzlich äußerte. Bis dahin lernt er spanisch, das sehen sie bei Real gerne.
Metzelder engagiert sich für verschiedene soziale Zwecke, er war Botschafter für die Fußball-WM 2006 der Menschen mit geistiger Behinderung, gehört dem Kuratorium der "Stiftung Jugendfußball" an und unterstützt ein Projekt gegen Kinderprostitution. Das Geld, das Profi-Kollegen in noch mehr Luxus stecken, steckt er in das Wohl bedürftiger Menschen.
"Metze" ist nicht nur coolste, er ist auch noch einer unserer symphatischsten EM-Helden.
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