Ein Schuss am Wörthersee: Lukas Podolski wird in der 20. Minute freigespielt und netzt aus kurzer Distanz zur Führung ein.
Polens Keeper Boruc hat aus dieser Distanz nicht den Hauch einer Abwehrchance.
Das Ding ist drin, Poldi dreht ab. Alle rechnen nun mit einer Jubelarie.
Aber die kommt nicht. Man könnte meinen, der Ball läge im deutschen Tor. Dabei hat Poldi soeben das 1:0 gegen Polen erzielt. Von Freude aber keine Spur. Was war passiert?
Der Bayern-Spieler zeigt keine Regung. Auch Miro Klose scheint verdutzt.
Es kommt noch dicker: Podolski versenkt sein Gesicht in den Händen, als wolle er weinen. Klose (h.) versteht die Welt nicht mehr.
Ein tief emotionaler Moment für den gebürtigen Polen. "Das Land bedeutet mir sehr viel", erklärt er nach dem Match.
Aus Respekt vor seiner Heimat verzichtet Poldi auf großen Jubel.
Die Erleichterung ist ihm dennoch ins Gesicht geschrieben. Der 23-Jährige wirkt völlig in sich gekehrt.
Michael Ballack kommt vorbei, als wolle er sagen: "Poldi, du hast schon gesehen, dass der drin war, oder?"
Podolski aber kann kaum aufschauen, scheint in seiner eigenen Welt zu sein.
Einen solchen Torjubel sieht man selten.
Es ist ein ganz besonderer Moment für den Mann, der in München nicht über die Rolle des Bankdrückers hinauskam.
Kurze Geste in Richtung deutsche Fans, dann geht es weiter.
Nach seinem zweiten Tor sieht der Jubel dann schon ganz anders aus.
Poldi präsentiert ein Lächeln,....
...reißt den linken Arm in die Höhe.
Nach dem Match holt er sich ein polnisches Trikot, ...
...redet sogar fröhlich mit Fans des Gegners.
Die ganz große Freude zeigt er aber auch jetzt nicht, vielmehr hat es den Anschein, als sei er in Gedanken versunken.