Länderspieldebüt des Shootingstars: Holtby – der Gewinner von Schweden
zuletzt aktualisiert: 19.11.2010 - 11:15Göteborg (RPO). Bei der Nationalhymne schaute Lewis Holtby in den Abendhimmel von Göteborg, dabei musste der 20-Jährige mit den Tränen kämpfen. Anschließend bot er bei seinem Länderspieldebüt eine mehr als ordentliche Leistung.
"Ich habe an meine verstorbene Oma gedacht, die heute Geburtstag hat. Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Schade, dass sie das nicht mehr erleben konnte", sagte der Mainzer nach dem 0:0 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zum Jahresabschluss in Schweden. Der frühere Aachener und Schalker, der in dieser Saison für die Mainzelmännchen für Furore sorgt, hatte bei seinem Debüt in der A-Mannschaft seine Chance genutzt und durfte sich als Gewinner des Abend feiern lassen.
"Ich habe die Tage bei der Nationalmannschaft genossen und hoffe, dass ich demnächst mal wieder eingeladen werden", sagte der gerade mal 1,74 Meter große und nur 66 Kilo schwere Dribbelkünstler, der bis zu seiner Auswechslung in der 78. Minute auch Bundestrainer Joachim Löw überzeugt hatte. "Holtby hat mir sehr gut gefallen. Er war auch schon im Training auffällig gut. Er ist technisch stark und findet immer wieder eine Lösung", sagte Löw über den offensiven Mittelfeldspieler.
Holtby selbst, der bereits im zarten Alter von drei Jahren von seinem Vater Christopher - einem ehemaliger britischen Soldaten - und seiner Mutter Heidi bei Sparta Gerderath das Fußball-ABC erlernte, war angesichts solchen Lobes nur "stolz". "Ich kann bestimmt die ganze Nacht nicht schlafen, das war so ein toller Abend. Hinter mir haben Schweini und Khedira gespielt, das ist der Wahnsinn. Und wenn man die Nationalhymne hört, denkt man nur an positive Dinge. Ich muss das erst einmal alles verarbeiten", sagte Holtby, der bei Schalkes Trainer Felix Magath keine Chance mehr hatte und sich mittlerweile in Mainz pudelwohl fühlt. "Auch wenn wir jetzt mal einige Spiele verloren haben, das ist genau der richtige Klub für mich. Und ich bin sicher, dass wir uns mit unserem schönen Fußball oben halten können", sagte Holtby, dessen großes Vorbild der argentinische Fußball-Zauberer Lionel Messi ist.
"Da haben wir Schalke einen guten Jungen weggeschnappt, der blendend zu uns passt. Was er kann, hat man ja heute gesehen", sagte denn auch ein ebenso stolzer FSV-Präsident Harald Strutz, der den starken Auftritt seines Angestellten live im Ullevi-Stadion verfolgt hatte. Aber nicht nur Holtby, auch die Dortmunder Marcel Schmelzer und Mats Hummels hatten Werbung in eigener Sache betreiben können.
"Ich denke, ich habe meine Aufgabe ganz gut erfüllt", sagte Debütant Schmelzer, der sich auf der linken Seite in der Viererabwehrkette sichtlich wohl fühlte und für die Zukunft auf dieser Problem-Position eine echte Alternative sein dürfte. Und Hummels knüpfte in der DFB-Auswahl an seine seit Monaten starken Leistungen in der Bundesliga an. "Ich hoffe, ich darf wiederkommen", sagte der 21-Jährige nach seinem zweiten Länderspiel
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