Kader für die EM 2012: Löw: Es wird keinen neuen Odonkor geben
zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 - 18:03München (RPO). 25 bis 30 Spieler dürfen sich Hoffnungen auf eines der 23 begehrten EM-Tickets machen. Eine Überraschung schließt Bundestrainer Joachim Löw nach derzeitigem Stand aus - die könnte es am ehesten noch auf der Torhüterposition geben.
Einen David Odonkor wird es 2012 wohl nicht geben. Drei Monate vor der Nominierung seines EM-Kaders hat Bundestrainer Joachim Löw eine Überraschung wie vor der Weltmeisterschaft 2006 nahezu ausgeschlossen. "Wer noch auf den Zug aufspringen will, hat es sehr schwer. Der müsste in den nächsten Wochen schon fantastisch spielen", sagte Löw zum Abschluss der Marketingtage der deutschen Nationalmannschaft in München.
Der 51-Jährige sieht derzeit aber auch keinen Bedarf an neuen Kräften: "Wir sind auf allen Positionen gut besetzt. Wir haben 25 bis 30 Spieler in unseren Köpfen. Daraus wird sich der Kreis zusammensetzen."
Zu den umfangreichen Werbe-Maßnahmen am Sonntag und Montag waren 23 Nationalspieler angereist. Dazu kommen noch Lukas Podolski und Sami Khedira, die verletzt abgesagt hatten, sowie Per Mertesacker und Miroslav Klose. Beide waren mit ihren Klubs im Einsatz.
Macht insgesamt 27 Spieler, aus denen sich der 23-köpfige EM-Kader zusammensetzen wird. Anfang Mai wird Löw das Geheimnis lüften, wen er zur EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) mitnimmt. Zuletzt hatte es Spekulationen um die beiden Gladbacher Talente Patrick Herrmann und Tony Jantschke gegeben.
Konkurrenz hinter Neuer zusammengerückt
Eine Überraschung könnte es nach aktuellen Stand allenfalls noch auf der Torwartposition geben. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke betonte unlängst, dass hinter dem gesetzten Manuel Neuer "der Konkurrenzkampf enger geworden ist. Wir werden die Situation bis zur Nominierung genauestens beobachten", sagte er.
Bisher sind neben Neuer der Bremer Tim Wiese und Ron-Robert Zieler (Hannover) die ersten Kandidaten fürs Tor. "Aber sie dürfen nicht locker lassen. Wir haben in Deutschland viele richtig gute Torhüter. Der eine oder andere ist vielleicht gar nicht so weit weg von dem Sprung, den er sich wünscht", führte Köpke weiter aus.
Namen nannte der "BTT" nicht. Gemeint dürften aber in erster Linie der Gladbacher Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno von Bayer Leverkusen sein. Schon vor der EM 2008 hatte Löw bei den Torhütern für Aufsehen gesorgt, als er den erfahrenen Timo Hildebrand zu Hause ließ und dafür Neuling Rene Adler berief.
Für die WM 2010 hatte Löw dann die jungen Münchner Thomas Müller und Holger Badstuber (je ein Länderspiel) in seinen Kader geholt. Als Inbegriff einer völlig überraschenden Nominierung gilt jedoch nach wie vor David Odonkor, den der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann vor der WM 2006 förmlich aus dem Hut gezaubert hatte. Derzeit ist jedoch kein Odonkor in Sicht.
"Dieser Weg ist nicht zu Ende"
Zumal Löw sein Team, das neben Spanien als Topfavorit auf den Titel 2012 gilt, derzeit in einer blendenden Ausgangsposition sieht. "Die Mannschaft ist noch so jung, ihre Entwicklung hat erst begonnen. Sie ist so stark geworden und hat so große Schritte in die Weltspitze gemacht. Dieser Weg ist nicht zu Ende", betonte der DFB-Coach. Deshalb sei dies auch kein "Alles-oder-nichts-Jahr. Egal wie die EM ausgeht: Man muss keinen Umbruch einleiten. Das wird gut weitergehen."
In Mario Götze (19), Badstuber (22), Müller (22), Mesut Özil (23), Mats Hummels (23), Toni Kroos (22), Marco Reus (22), Jerome Boateng (23), Andre Schürrle (21), Zieler (22), Lars und Sven Bender (beide 21) hat der Bundestrainer jede Menge Spieler zur Auswahl, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen. Aber auch Leistungsträger wie Philipp Lahm (28), Bastian Schweinsteiger (27), Sami Khedira (24), Neuer (25), Per Mertesacker (27) oder Mario Gomez (26) sind noch im besten Fußballer-Alter.
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