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Viertelfinale gegen Portugal: Mit Schweini zurück in die Zukunft

VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 19.06.2008 - 13:13

Düsseldorf (RPO). Bastian Schweinsteiger hat beste Erinnerungen an Portugal. Im Spiel um Platz drei bei der WM 2006 zeigte der Blondschopf vom FC Bayern seine wohl stärkste Leistung im Nationaltrikot. Zwei Treffer gelangen dem 23-Jährigen beim 3:1-Erfolg - er wurde zum "Man of the Match" gewählt. Klar, dass Bundestrainer Joachim Löw auch heute im EM-Viertelfinale auf "Schweini" setzt.

Ein herrlicher Sommertag in Stuttgart. Die Straßen sind voll mit Menschen. Die meisten davon tragen Deutschland-Trikots, haben schwarz-rot-goldene Farbe im Gesicht und wehen mit den Fahnen ihres Heimatlandes. Die Tränen nach dem Halbfinal-Aus gegen Italien sind getrocknet. Im Spiel um Platz drei bei der WM wollen die deutschen Fans ihre Mannschaft noch einmal voll unterstützen, damit das Sommermärchen wenigstens ein kleines Happy End findet.

Es ist der 8. Juli 2006. Das Gottlieb-Daimler-Stadion ist proppevoll, beim Public Viewing sind alle Plätze fast doppelt belegt. Deutschland zeigt der Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, dass es stolz auf das Abschneiden bei der WM ist, auch wenn das große Ziel verfehlt wurde. Gegner im "kleinen Finale" ist Portugal.

Es läuft die 56. Spielminute, als Bastian Schweinsteiger einfach mal draufhält. Der portugiesische Torhüter Ricardo ist von "Schweinis" Versuch offenbar so überrascht, dass er den Ball über seine Hände ins Tor passieren lässt. Ein krasser Torwartfehler. Und Schweinsteiger will mehr. 22 Minuten später zieht er wieder ab - und wieder schlägt der Ball im Netz ein. Diesmal ist Ricardo chancenlos.

Nur wenige Wochen später treffen Schweinsteiger und Ricardo wieder aufeinander, als der FC Bayern München in der Champions League zu Gast bei Sporting Lissabon ist. Und wieder erweist sich Schweinsteiger als Albtraum des Torhüters. Der Mittelfeldspieler überwindet Ricardo mit einem fulminanten Fernschuss aus mehr als 30 Metern. "Ich kann mich nicht erinnern, dass je ein Spieler gegen mich so oft fast identische Tore erzielt hat", so die deutsche Nummer eins Jens Lehmann.

Jetzt also wieder Portugal. Wieder Ricardo. Nachdem er in den ersten beiden Spielen nur auf der Bank saß und wegen seiner Roten Karte gegen Österreich gesperrt war, steht Schweinsteiger im Viertelfinale am Donnerstag in der Startelf. Ein kluger Schachzug von Löw, der um das Privat-Duell "Schweinis" mit Ricardo weiß.

Aber nicht nur wegen seiner drei Tore, sondern auch aufgrund der bisherigen spielerischen Defizite vertraut Löw dem Youngster. Und Schweinsteiger verspricht, der Mannschaft zu helfen. "Ich werde versuchen, mehr Schwung reinzubringen", erklärte der Blondschopf am Mittwoch.

Und auch Löw erhofft sich von Schweinsteiger einiges. "Ich sehe es schon so, dass er jetzt eine gewisse Bringschuld hat", sagte Löw. "Ich weiß, dass er vor Energie strotzt und denke, dass er unser Spiel beleben wird", so der Bundestrainer weiter.

Aber Portugal ist nicht nur Ricardo. Bei weitem nicht. Das weiß auch Schweinsteiger, der die Südeuropäer sogar zum Titelfavoriten erklärte. Die Portugiesen sind die vielleicht Besten, die hier beim Turnier sind. Aber sie haben auch Schwächen", sagt Schweinsteiger: "Das wird ein großer Tag werden. Ich freue mich riesig darauf."

Freuen wird er sich auch auf den gegnerischen Keeper. Vielleicht spielt das Wetter ja mit und es wird ein sonniger Tag in Basel.