Deutschland erst im Finale gestoppt: Schade Jungs, diese Spanier waren zu gut!
VON CHRISTIAN SIEBEN - zuletzt aktualisiert: 30.06.2008 - 00:10Düsseldorf (RPO). Gewollt, gekämpft und doch verloren! Deutschland hat das Finale gegen die beste Mannschaft des Turniers verdient verloren. Aber Team und Fans haben keinen Grund, traurig zu sein. Deutschland hat bei diesem Turnier das Maximum erreicht. Und darauf können wir stolz sein.
Wie wird diese Europameisterschaft in die deutsche Fußball-Geschichte eingehen? Wie lautet das Fazit aus deutscher Sicht?
Die Einstellung der Mannschaft stimmte, immer. Es waren erneut die oft zu Unrecht verschmähten deutschen Tugenden Kampf, Wille, Leidenschaft und Nervenstärke, die unser Team ins Finale brachten und damit Millionen Fans glücklich machten. Eigenschaften, die eine Begeisterung im Land entfachten, die an den Märchensommer 2006 erinnerte. Hoffentlich lernen auch ewige Skeptiker endlich: Für diese Tugenden brauchen wir uns nicht zu schämen. Wir sollten stolz auf sie sein. Engländer, Niederländer, Portugiesen beneiden uns um diese Fähigkeiten.
Spielerisch war diese Europameisterschaft aus deutscher Sicht eine Enttäuschung. Leider. Deutschland zeigte nur in einem Spiel begeisternden Offensiv-Fußball. Alle Mannschaftsteile offenbarten Schwächen. Im Viertelfinale gegen Portugal begeisterte die Löw-Truppe. Sonst: Viel mehr Licht als Schatten. Kapitän Michael Ballack konnte dem Turnier zu keinem Zeitpunkt seinen Stempel aufdrücken. Wichtige Säulen der Mannschaft wie Christoph Metzelder, Torsten Frings oder Miroslav Klose waren weit von ihrer Bestform entfernt. Arne Friedrich, Mario Gomez und streckenweise auch Marcell Jansen schienen auf der ganz großen Fußballbühne (noch) überfordert.
Die Spanier nutzten diese Schwächen gnadenlos aus, demonstierten kalt bis ans Herz ihre technische und kreative Überlegenheit. Die deutsche Mannschaft schoss während der finalen 90 Minuten ganze vier Mal aufs Tor. In der zweiten Halbzeit gelang es der Truppe von Trainer Löw minutenlang nicht, den Ball in die gegnerische Hälfte zu bugsieren. Hier wurden Unterschiede individueller Klasse überdeutlich. Das tat weh.
Dennoch überwiegen nach dieser Endrunde eindeutig die positiven Eindrücke. Der Finaleinzug ist ein hervorragender Erfolg für das Trainerteam um Joachim Löw. Auch der Bundestrainer persönlich trug mit seiner symphatischen, offenen und stets fairen Persönlichkeit zur guten Stimmung im Land bei. Die Mannschaft hat gekämpft, allen voran Kapitän Ballack, der sich im Finale auch von Wadenschmerzen und einer Platzwunde am Auge nicht stoppen ließ. Diese Mannschaft hat es verdient, dass sich Millionen mit ihr freuen und mit ihr leiden.
Schade, am Ende waren diese Spanier einfach zu gut für uns. Aber Deutschland hat allen Grund, auf seine Mannschaft stolz zu sein. Und ihr am Montag in Berlin einen tollen Empfang zu bereiten!
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








