Marko Marin dürfte sehr enttäuscht sein: er gehört zu den drei Spielern, die Löw erst ins Trainingslager auf Mallorca einlud und dann im Nachhinein doch zu Hause ließ.
Für den erst 19-Jährigen war es aber sicherlich eine großartige Erfahrung. Und wenn er sich weiterhin so entwickelt wie bisher, wird Löw beim nächsten großen Turnier, der WM 2010 in Südafrika, nicht mehr an ihm vorbeikommen.
Patrick Helmes hat es auch noch erwischt, die Konkurrenz ist im Angriff am Stärksten. Der Neu-Leverkusener hat jedoch auch das Talent zu einem Top-Stürmer. Und das wird er in Leverkusen mehr beweisen müssen als noch in Köln - und dann wird auch seine Zeit in der Nationalelf kommen.
Jermaine Jones von Schalke 04 konnte auch im Länderspiel gegen Weißrussland nicht 100%ig überzeugen. Und das defensive Mittelfeld ist mit Torsten Frings gut besetzt. Zudem warten Simon Rolfes und Thomas Hitzlsperger in zweiter Reihe. Vielleicht ein anderes Mal.
Stefan Kießling hat sich die EM selbst verbaut. Durch einen Platzverweis zum Saisonende konnte er nicht mehr auf sich aufmerksam machen. Dabei lief es nicht so schlecht anfangs der Saison. Nun muss er die EM vor dem Fernseher beobachten.
Timo Hildebrand ist der große Verlierer der EM-Nominierung. Der Ex-Stuttgarter musste Rene Adler den Vortritt lassen und ist nur noch Torhüter Nummer vier in Deutschland. Ein Absturz, denn immerhin war er mal Kronprinz von Jens Lehmann.
Manuel Friedrich war lange Zeit als Innenverteidiger gesetzt in der DFB-Auswahl. Plötzlich wurde Heiko Westermann eingeladen und Friedrich war out. Auch für die EM hat es nicht gereicht. Löw vertraut lieber dem Schalker. Eine kleine Überraschung.
Mike Hanke hatte zwar nur geringe Chancen auf die EM, blaubte aber bis zum Schluss an eine Nominierung. Nach der WM fiel Hanke in ein Loch und wurde von Löw nicht mehr berücksichtigt.
In Bernd Schneider wird Deutschland ein Leitwolf fehlen bei der EM. Der Leverkusener fällt wegen einer schwerwiegenden Verletzung aus. Pech für "Schnix", der wohl sein letztes großes Turnier verpasst.
Der Außenverteidiger Gonzalo Castro debütierte unter Löw und machte sich Hoffnungen auf die Endrunde. Aber das kleine Fünkchen erlosch wie erwartet.