Entscheidender Patzer gegen die Türken: Cech: Nihat kam aus dem Nichts
zuletzt aktualisiert: 16.06.2008 - 11:12Genf (RPO). Im Champions-League-Finale hatte er schon eine Hand am Pokal, bei der Fußball-EM besiegelte er mit einem kapitalen Patzer das Vorrunden-Aus der Tschechen: Der Weltklasse-Torhüter Petr Cech ist der große Pechvogel der Saison. Ausgerechnet der ansonsten so starke Keeper gab beim 2:3 (1:0) gegen die Türkei den sicheren Sieg buchstäblich aus der Hand.
Das Malheur passierte in der 87. Minute. Der 26-Jährige wollte eine harmlose Hereingabe von Hamit Altintop fangen, als ihm der nasse Ball aus den Fingern glitt. Nihat staubte zum 2:2 ab und besiegelte zwei Minuten später auch das EM-Aus der Tschechen.
"Ich war mir bei der Situation sicher, dass ich den Ball fangen würde. Ich habe auch keinen Gegenspieler gesehen, und dann tauchte auf einmal Nihat aus dem Nichts auf", schilderte Cech die Szene. Vorwürfe wollte ihm aber keiner machen. "Er hat schon so viele Tore für uns verhindert. Das ist Leben, das ist Fußball", meinte der Hamburger Bundesliga-Profi David Jarolim.
Damit erlebte Cech innerhalb von wenigen Wochen seinen zweiten sportlichen Albtraum. Erst im Mai hatte er mit dem FC Chelsea bereits den Champions-League-Sieg vor Augen, ehe John Terry beim Elfmeterschießen ausrutschte und sich das Blatt zugunsten von Manchester United wendete.
"Dieser Tag war noch schmerzhafter, weil wir da schon im Endspiel standen und so dicht dran waren", sagte Cech, der mit Chelsea auch das Meisterschaftsfinale gegen Manchester verlor. So erlebte der Welttorhüter von 2005, der einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft ausschloss ("Es ist großartig für dieses Land zu spielen"), die Schattenseiten des Fußballs.
Dass er überhaupt noch im Tor stehen kann, war lange Zeit ungewiss. Beim Premier-League-Spiel gegen den FC Reading am 14. Oktober 2006 rammte der Ire Stephen Hunt sein Knie gegen den Kopf des Keepers. Cech erlitt einen Schädelbruch, kämpfte um sein Leben und später auch um die Fortsetzung seiner Karriere. Drei Monate später stand er wieder im Tor, und zwar mit einem maßgeschneiderten 80 Gramm schweren Rugby-Helm auf dem Kopf. Den Kopfschutz trägt er seitdem bei jedem Spiel.
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