Ex-Bundesliga-Coach: Marcel Koller neuer Österreich-Trainer
zuletzt aktualisiert: 04.10.2011 - 13:07Oberwart (RPO). Der Schweizer Marcel Koller soll den österreichischen Fußball aus der Krise und zu einem Neuanfang führen. Der ehemalige Kölner und Bochumer Bundesliga-Trainer wurde am Dienstag als neuer Teamchef der Nationalmannschaft vorgestellt.
Koller tritt die Nachfolge des am 13. September zurückgetretenen Dietmar Constantini an und soll mit den Österreichern die Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien realisieren. Die Teilnahme an der EURO 2012 in Polen und der Ukraine hat die Alpenrepublik in der "deutschen" Gruppe A bereits klar verpasst.
"Ich sehe viel Potenzial in Österreich. Ich denke, dass wir gemeinsam einen guten Weg gehen und den österreichischen Fußball voranbringen können. Ich werde alles dafür tun, dass wir mit Leidenschaft, kompakt und nach vorne spielen. Wir wollen die Fans mitnehmen", sagte der 50-Jährige bei seiner Präsentation am Dienstag in Oberwart und fügte in Richtung WM-Quali an: "Wir haben eine schwierige Gruppe, aber ich will nicht nur ein bisschen mitspielen. Wenn alle an einem Strick ziehen, ist viel möglich." Österreich trifft auf Deutschland, Schweden, Irland, die Faröer und Kasachstan.
Lange Zeit hatte der Deutsche Franco Foda als Favorit auf den vakanten Posten gegolten. Zu den Kandidaten, die Leo Windtner, Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB), in Betracht gezogen hatte, gehörten auch Christoph Daum und Andreas Herzog sowie der ehemalige schwedische Nationaltrainer Lars Lagerbäck.
Offizieller Dienstbeginn am 1. November
Bei den anstehenden EM-Qualifikationsspielen am Freitag in Aserbaidschan und am kommenden Dienstag in Kasachstan wird die ÖFB-Auswahl noch einmal von Sportdirektor Willi Ruttensteiner betreut. Koller wird offiziell am 1. November seinen Dienst antreten und erstmals beim Länderspiel am 15. November in Lwiw gegen die Ukraine auf der Bank sitzen. Der Vertrag läuft zwei Jahre.
"Wir haben mit Marcel Koller eine Lösung gefunden, die unseren Anforderungen am besten gerecht wird. Er hat als Spieler und Trainer viel internationale Erfahrung gesammelt. Er ist ein akribischer Arbeiter, er kann junge Spieler entwickeln. In Köln wurde Lukas Podolski von ihm geformt", sagte Windtner. Ruttensteiner lobte den Schweizer als "außergewöhnlichen Fachmann".
Auch ÖFB-Kapitän Christian Fuchs, Abwehrspieler des Bundesligisten Schalke 04, zeigte sich von der Entscheidung für Koller, den er beim VfL Bochum kennengelernt hatte, angetan. "Das ist eine super Sache. Er ist ein sehr ehrgeiziger Trainer, der vor allem mit jungen Spielern sehr gut umgehen kann. Zudem ist er immer bestrebt, das Maximum rauszuholen - und das kann für unser Nationalteam nur gut sein", sagte Fuchs. Mit Koller habe zwar "keiner gerechnet, dennoch bin ich mir sicher, dass wir gemeinsam einiges erreichen können".
Koller wurde dem Team bereits am Dienstag im Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf vorgestellt. Bis zum 1. November soll das künftige Trainerteam von Koller stehen.
Die Schweizer Boulevard-Zeitung Blick schrieb indes: "I werd narrisch! Marcel Koller wird ein Ösi. Gut für Koller: Die Mannschaft ist am Boden, er kann also wenig verlieren."
Koller begann seine Trainerkarriere 1997 beim FC Wil. 1999/2000 wurde er mit dem FC St. Gallen Meister und 2000 zum Trainer des Jahres in der Schweiz gekürt. Über die Station Grasshopper Zürich landete Koller im November 2003 schließlich beim 1. FC Köln in der Bundesliga, stieg mit den Rheinländern aber ab und wurde am 14. Juni 2004 entlassen. Von Mai 2005 bis September 2009 war Koller beim VfL Bochum tätig. Zuletzt war der ehemalige Nationalspieler ohne Trainerjob.
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