Belgischer Krimi endet 4:4: Österreich feiert "legendäres Spiel"
zuletzt aktualisiert: 13.10.2010 - 15:37Berlin/Brüssel (RPO). Österreichs Fußball-Nationalmannschaft führte in der EM-Qualifikation in Belgien bis zur 87. Minute in Unterzahl 3:2. Drei Minuten später führte Belgien, doch Stuttgarts Martin Harnik gelang in der Nachspielzeit noch der Ausgleich.
Österreichs zuweilen exzentrischer Stürmer Marko Arnautovic gönnte sich nach dem sportlichen Rausch eine Party-Nacht in Brüssel, Belgiens Nationaltrainer Georges Leekens wähnte höhere Mächte im Spiel. "Die Österreicher müssen Gott danken. Sie haben das Maximum aus diesem Spiel herausgeholt. Normalerweise muss das Match 8:4 für uns ausgehen", sagte der Coach der Roten Teufel nach dem 4:4 im Duell der deutschen Gruppengegner in der EM-Qualifikation.
Sein Kollege Dietmar Constantini kriegte sich dagegen vor Freude kaum ein. "Dieses Spiel hatte alle Facetten. Wir haben 3:2 geführt, dann die Rote Karte kassiert, dann das 3:4 bekommen und in der letzten Minute noch ausgeglichen. Das ist dann genial", sagte der österreichische Bundestrainer. Und auch Verbandspräsident Leo Windtner schwärmte: "Dieses Match wird sicher als legendäres Spiel in Erinnerung bleiben."
Schon bevor die letzten denkwürdigen Minuten anbrachen, hatte das Match bereits alles, was ein gutes Fußballspiel braucht: Wechselnde Führungen, viele Tore, Großchancen in Serie und einen Platzverweis.
Der nach dem Spiel von Österreichs Presse zum "StArnautovic" hochgejubelte Bremer sowie Franz Schiemer hatten das Match nach dem 0:1 von Jelle Vossen zunächst gedreht. Belgien glich durch Marouane Fellaini aus, Schiemer traf erneut zur Führung und Paul Scharner flog in der 68. Minute nach einer dummen Tätlichkeit direkt neben dem Schiedsrichter vom Platz.
In der 87. Minute traf der Belgier Marvin Ogunjimi zum 3:3, drei Minuten später erhöhte Nicolas Lombaerts zum 4:3 und versetzte die 25.000 Zuschauer im König-Baudouin-Stadion in Ekstase. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit traf Stuttgarts Harnik zum Ausgleich - und die belgischen Fans trauten ihren Augen nicht.
Während sich fast das komplette österreichische Team noch in der Nacht auf den Heimweg machte und um drei Uhr morgens in Wien-Schwechat landete, machten Arnautovic, Vereinskollege Sebastian Prödl und Scharner die belgische Hauptstadt unsicher. "Ich werde mit den Burschen noch einen trinken", sagte der als nicht gerade pflegeleicht geltende Arnautovic. Die Drei machten sich dann am Mittwoch direkt von Brüssel aus auf den Weg zu ihren Vereinen.
Während ein Großteil der Alpenkicker von einem überragenden Abend sprach, war ausgerechnet Harnik nicht zum ausgelassenen Feiern zumute. "Wenn man vier Tore schießt und nur einen Punkt holt, ist das für mich enttäuschend", sagte der Stürmer. "Ich muss auf die Euphoriebremse steigen. Sieben Punkte aus den ersten drei Spielen sind das Mindeste, was wir für eine Qualifikation brauchen."
Dank des Patzers der Türken in Aserbaidschan steht Österreich jetzt hinter Deutschland auf dem zweiten Platz und hat zudem noch ein Spiel weniger als die Türken absolviert. Das Contantini-Team hat somit alles selbst in der Hand. Beim nächsten Spiel im März kann schon ein großer Schritt in Richtung EM-Play-offs gemacht werden. Der Gegner heißt dann natürlich Belgien.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







