Acht Wochen Pause: Ribery erleidet Syndesmosebandriss
zuletzt aktualisiert: 18.06.2008 - 20:55Chatel Saint Denis (RPO). Franck Ribery befürchtete gleich das Schlimmste. Als er nach seinem Laufduell mit Gianluca Zambrotta unglücklich auf den nassen Rasen im Letzigrund von Zürich stürzte, packte sich der Hoffnungsträger der französischen Nationalmannschaft sofort hinten an das linke Knie.
Kreuzbandriss? Am Tag nach der Niederlage gegen Italien (0:2), für Frankreich gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Ausscheiden bei der EURO, sprach Nationaltrainer Raymond Domenech, es handle sich nur um eine Stauchung des Sprunggelenks.
Am Mittwochabend herrschte dann Klarheit: Syndesmoseriss oberhalb des linken Sprunggelenks, sieben bis acht Wochen Pause. Dies teilte Riberys Arbeitgeber Bayern München mit, nachdem der Franzose kurz zuvor von Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in Basel untersucht worden war.
Dort war die deutsche Nationalmannschaft am Vorabend ihres Viertelfinalspiels gegen Portugal abgestiegen. Am Donnerstag bereits soll Ribery in München operiert werden. Bis zum Bundesliga-Auftakt (15. August) könnte er rechtzeitig fit sein.
Syndesmoseband
Das Syndesmoseband hält das Wadenbein und das Schienbein im oberen Sprunggelenk zusammen. Es kann verletzt werden, wenn der Fuß zu weit gedreht wird, was häufig bei Drehungen des Körpers mit stehendem Fuß passiert.
"Wir bedauern sehr, dass sich Franck verletzt hat", richtete Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge aus, ergänzte jedoch: "Gleichzeitig sind wir aber froh, dass sich die ersten schlechten Prognosen nicht bewahrheitet haben."
Noch während der Spiels hatte es geheißen, Ribery werde mit Verdacht auf einen Unterschenkelbruch ins Krankenhaus gefahren, im Anschluss an die Begegnung wiederum hatte Domenech auf der Pressekonferenz erklärt, Ribery habe sich das Knie verdreht.
Schlimme Befürchtungen
Die ersten Szenen freilich ließen befürchten, dass Ribery dem FC Bayern und damit auch der Bundesliga längere Zeit fehlen wird. Im Anschluss an seinen Sturz, bei dem er sich unglücklich in den Beinen von Zambrotta verfangen hatte, blieb er lange mit schmerzverzerrtem Gesicht liege, signalisierte sofort: Es geht nicht mehr.
Schnell kam das elektrisch betriebene "Letzimobil" vorgefahren, Ribery wurde auf eine gelbe Trage geschnallt. Ehe er fortgefahren wurde, tätschelte ihm Mannschaftskapitän Thierry Henry besorgt das Gesicht. "Es war eine Katastrophe, was mit Ribery passiert ist", sagte Henry.
Die TV- des Vorfalls hatten auch Riberys Klubkollegen beim DFB-Team bewegt. "Ich war geschockt, wie auch die anderen Spieler, die das gesehen haben", kommentierte Bastian Schweinsteiger. "Das ist ein Schock. Ich bin zwar kein Mediziner.
Aber ich befürchte, dass Ribery die gesamte Vorbereitungszeit ausfällt und auch beim Bundesligastart am 15. August fehlt", sagte Michael Henke, bislang Co-Trainer unter Trainer Ottmar Hitzfeld und unter Nachfolger Jürgen Klinsmann künftig für die Spielbeobachtung und -Analyse zuständig.
Ohne ihren Antreiber standen die Franzosen in diesem Spiel schon frühzeitig auf verlorenem Posten. Acht Minuten waren erst gespielt, als Ribery zu Boden fiel und sich nicht mehr von selbst erheben konnte. Ironie des Schicksals.
Nach langen Diskussionen um die richtige Position hatte Domenech den 24-Jährigen in der dritten Vorrundenbegegnung erstmals auf der linken Seite aufgeboten - zuvor hatte der umstrittene Nationaltrainer seinen Besten rechts und in der Mitte der Mittelfeldreihe aufgeboten.
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