Erstes Tor nach einem Jahr: Rooney heilt sich selbst
VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 16:06Düsseldorf (RPO). Der Druck war kaum noch auszuhalten, selbst für einen gestandenen Fußball-Profi nicht. Seit einem Jahr hat Wayne Rooney nicht mehr für die englische Nationalmannschaft getroffen, seine persönlichen Eskapaden sorgen im Mutterland des Fußballs für heftige Kritik. In der EM-Qualifikation betrieb der Stürmer von Manchester United beim 3:1-Erfolg in der Schweiz mit seinem Führungstreffer Seelenheil auf eigene Faust.
In den vergangenen Tagen waren die Titelseiten der englischen Boulevard-Blätter mit dem Konterfei Rooneys übersäht. Die Medien wollen enthüllt haben, dass Rooney seine schwangere Frau im vergangenen Sommer mehrfach mit einer Prostituierten betrogen hat. "Wayne wird nie wieder einen Fuß in unser Haus setzen", hatte sein Schwiegervater nach Bekanntwerden der Affäre erklärt, Rooney Noch-Ehefrau Coleen reichte bereits die Scheidung ein.
Die Enthüllungen erklären womöglich auch Rooneys schwache Leistungen bei der WM in Südafrika. Kein Tor, peinliches Aus im Achtelfinale gegen Deutschland. England lag auch wegen der Formschwäche seines Star-Angreifers am Boden.
Doch nun scheint Rooney wieder auferstanden zu sein. Nachdem er am ersten Spieltag der EM-Qualifikation gegen Bulgarien (4:0) alle vier Treffer der Briten vorbereitet hatte, traf er in Basel endlich wieder ins Schwarze.
Rückendeckung erhielt Rooney in der schwierigen Phase von Englands Teammanager Fabio Capello und seinen Teamkollegen. Man hat am Freitag gesehen, was für ein Spieler Wayne ist. Ich hoffe, er geht am Dienstag raus und macht drei Tore", sagte Mittelfeldspieler James Milner. Aus dem erhofften Dreierpack wurde nichts, dennoch unterstrich Rooney, dass er bei den "Three Lions" unverzichtbar ist.
"Der Druck, der auf ihn lastete, war groß, aber er hat gut gespielt", sagte Englands italienischer Teammanager nach dem Sieg in Basel und dem perfekten Start in die EM-Qualifikation.
Auch die englische Presse war nach dem Treffer des 24-Jährigen wieder ein wenig milde gestimmt. "Rooney beendet die Woche im Himmel statt in der Hölle", schrieb die Zeitung Daily Mirror und fasste zusammen, was wohl viele Engländer über den im Liverpooler Problemvorort Croxteth aufgewachsenen Rooney denken: "Er hat vielleicht die Moral einer Gassen-Katze, aber die Fähigkeiten eines Genies." Das Blatt Daily Mail titelte überschwänglich: "Ein wahrer Profi!"
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